Goldmarkt: Goldpreis fällt im Westen stärker als in China

Der Goldpreis fällt in Europa stärker als in China. Dadurch verringert sich der Preisabschlag in Shanghai innerhalb einer Woche von 38 auf 22 US-Dollar.

Goldpreis in China mit 22 US-Dollar Abschlag gegenüber Europa
An der Shanghai Gold Exchange wurde Gold zuletzt rund 22 US-Dollar je Unze günstiger gehandelt als am europäischen Spotmarkt.

China-Spread erholt sich auf minus 22 Dollar

Der Preisabschlag für Gold in China hat sich in der vergangenen Woche deutlich verringert. An der Shanghai Gold Exchange (SGE) wurde die Feinunze am Montag umgerechnet 22 US-Dollar günstiger gehandelt als am europäischen Spotmarkt. Eine Woche zuvor hatte der Abschlag noch 38 US-Dollar betragen.

Der Goldpreis gibt in China und Europa erneut nach. Allerdings fällt der Rückgang im Westen stärker aus – der China-Spread verbessert sich auf minus 22 US-Dollar.

Goldpreis fällt im Westen stärker

Seit unserem letzten Vergleich gab der Goldpreis in beiden Märkten erneut nach. Diesmal fiel der Rückgang am europäischen Spotmarkt jedoch stärker aus.

  • Goldpreis China: -67 USD/oz
  • Goldpreis Europa: -83 USD/oz

Dadurch verringerte sich der Preisabstand zwischen beiden Märkten um 16 US-Dollar. Am Montag kostete die Feinunze an der Shanghai Gold Exchange umgerechnet 4.294 US-Dollar. Zeitgleich wurden am europäischen Spotmarkt 4.316 US-Dollar aufgerufen.

Messzeit: [Mo. 14.09.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MESZ Berlin]

Aufschlag China → Europa Spot: -22 USD/oz (07.09.26: -38 USD); Δ: +16 USD

Markt / Kennzahl 14.09.26 07.09.26 Δ 
Gold China SGE Fix (CNY/Gramm) 933 949 -1,7 %
Gold China SGE (USD/Gramm) 138,05 140,20 -1,5 %
Goldpreis China SGE
(USD/oz)
4.294 4.361 -67
Goldpreis Europa
(USD/oz)
4.316 4.399 -83
Aufschlag/Abschlag China
→ Europa (USD/oz)
-22 -38 +16

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Chinas Goldnachfrage verändert sich

Der negative China-Spread darf allerdings nicht mit einer allgemein schwachen Goldnachfrage in China gleichgesetzt werden. Vielmehr hat sich die Nachfrage deutlich verschoben. Im ersten Halbjahr 2026 sank der chinesische Schmuckabsatz um 33,9 Prozent auf 132,1 Tonnen. Dagegen stieg die Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen um 28,4 Prozent auf 339,3 Tonnen. Der gesamte Goldverbrauch nahm dadurch sogar leicht zu.

Mehr dazu: Goldmarkt: Chinas Schmucknachfrage bricht ein, Anlagegold stärker gefragt

Auch der chinesische Staat kauft weiter Gold. Im August stiegen die offiziellen Goldreserven um weitere gut 20 Tonnen. Bereits im Juli hatte China seine Bestände kräftig aufgestockt. Hinzu kommen weiterhin hohe physische Goldlieferungen. Allein im Juli exportierte die Schweiz knapp 22 Tonnen Gold direkt nach China.

Goldmarkt-Faktoren

Damit ergibt sich ein differenziertes Bild: Der China-Spread bleibt negativ und der westliche Markt gibt beim Goldpreis weiterhin den Takt vor. Gleichzeitig ist Anlagegold bei chinesischen Verbrauchern stärker gefragt, die staatlichen Goldkäufe bleiben hoch und erhebliche Mengen Gold fließen weiterhin nach China.

Methodik: SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 14.09.2026; Umrechnung über 6,761 CNY/USD (Vorwoche: 6,770 CNY/USD). Vergleich mit zeitgleichem Spot-Goldpreis (FOREX). Angaben ohne Gewähr.

Mehr zum internationalen Marktgeschehen: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

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1 Kommentar

  1. Historisch gesehen drücken westliche Institutionen den Goldpreis, indem sie riesige Mengen an „Papiergold“ (Terminkontrakte und ETFs) verkaufen, ohne jemals physisches Metall zu bewegen. Wenn der Westen nun versucht, Papiergold massiv zu shorten, springen Käufer aus dem Osten gerne ein und verlangen die physische Lieferung der tatsächlichen Barren.
    Aus: gloldeagle.com, Richard Mills.
    Also, man nimmts gerne vom Westen zu günstigen Preisen.
    Jedoch ist es so, dass zusätzlich zum ETF verkauf auch physisches Gold mitverkauft werden muss, denn, nur mit Papier würde man den Goldpreis nicht drücken können.
    Bisher waren es etwa 50 Tonnen pro 100 Dollar Preisnachlass zusätzlich zu den Millionen ETF und Future Verköufen. Man hats ja angeblich bei der FED und in Manhattan. Zur Not nimmt man eben fremdgelagertes Gold, wenn es die nationale Sicherheit erfordert.
    Wer im Westen könnte dann schon Nein sagen ?

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