Der China-Spread fällt auf minus 38 US-Dollar. Der Goldpreis gibt in Shanghai stärker nach als im Westen. Aber Chinas staatliche Goldkäufe bleiben hoch.

China-Spread fällt auf minus 38 Dollar
Der Preisabschlag für Gold in China hat sich in der vergangenen Woche erneut ausgeweitet. An der Shanghai Gold Exchange (SGE) wurde die Feinunze am Montag umgerechnet 38 US-Dollar günstiger gehandelt als am europäischen Spotmarkt. Eine Woche zuvor hatte der Abschlag noch 30 US-Dollar betragen.
Der China-Spread fällt um weitere 8 US-Dollar. Damit liefert der chinesische Markt derzeit keine zusätzlichen Preisimpulse.
Goldpreis fällt in Shanghai stärker
Seit unserem letzten Vergleich gab der Goldpreis in beiden Märkten nach. Allerdings fiel der Rückgang an der Shanghai Gold Exchange etwas stärker aus.
- Goldpreis China: -50 USD/oz
- Goldpreis Europa: -42 USD/oz
Damit vergrößerte sich der Preisabstand um weitere 8 US-Dollar. Am Montag kostete die Feinunze an der Shanghai Gold Exchange umgerechnet 4.361 US-Dollar. Zeitgleich wurden am europäischen Spotmarkt 4.399 US-Dollar aufgerufen.
Messzeit: [Mo. 07.09.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MESZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: -38 USD/oz (31.08.26: -30 USD); Δ: -8 USD
| Markt / Kennzahl | 07.09.26 | 31.08.26 | Δ |
|---|---|---|---|
| Gold China SGE Fix (CNY/Gramm) | 949 | 960 | -1,1 % |
| Gold China SGE (USD/Gramm) | 140,20 | 141,82 | -1,1 % |
| Goldpreis China SGE (USD/oz) |
4.361 | 4.411 | -50 |
| Goldpreis Europa (USD/oz) |
4.399 | 4.441 | -42 |
| Aufschlag/Abschlag China → Europa (USD/oz) |
-38 | -30 | -8 |
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten
China-Spread zeigt weiter schwache Preisimpulse
Ein Aufpreis in Shanghai gilt üblicherweise als Hinweis darauf, dass die chinesische Nachfrage den internationalen Goldpreis zusätzlich antreibt. Derzeit ist das Gegenteil der Fall. Mit einem Abschlag von 38 US-Dollar je Unze bleibt Gold in China deutlich günstiger als am europäischen Spotmarkt.
Dabei ist bemerkenswert, dass auch der jüngste Preisrückgang bislang keine erkennbare Veränderung gebracht hat. Niedrigere Goldpreise haben in China in der Vergangenheit häufig zusätzliche Käufe ausgelöst. Der aktuelle China-Spread liefert dafür bislang kein Signal.
Goldnachfrage geteilt
Das bedeutet allerdings weiterhin nicht, dass Chinas Goldnachfrage insgesamt schwach ist. Auf staatlicher Seite bleiben die Käufe hoch. Im August stiegen die offiziellen chinesischen Goldreserven zm weitere 20 Tonnen. Bereits im Juli hatte China seine Bestände kräftig aufgestockt. Damit setzt sich die zuletzt deutlich beschleunigte Kaufaktivität der Zentralbank fort.
Mehr dazu: China kauft weiter kräftig Gold – Reserven steigen auf 76,73 Millionen Unzen
Auch auf der Importseite zeigen sich weiterhin erhebliche physische Goldströme. Allein im Juli lieferte die Schweiz knapp 22 Tonnen Gold direkt nach China.
Damit bleibt das Bild zweigeteilt: Am chinesischen Kassamarkt fehlen derzeit zusätzliche Preisimpulse. Gleichzeitig bleiben die staatlichen Goldkäufe und die physischen Goldlieferungen nach China auf hohem Niveau.
Mehr zum internationalen Marktgeschehen: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse


