Der Goldpreis bleibt unter Druck. Gleichzeitig sinken Long-Positionen und Open Interest deutlich. Ein erstes Zeichen für eine mögliche Bodenbildung?
Goldpreis bleibt unter Druck
Der Goldpreis hat seine Schwächephase zum Ende der Handelswoche fortgesetzt. Am Freitag ging das Edelmetall erneut mit einem Minus aus dem Handel und schloss bei rund 4.140 USD je Feinunze.
Auch am US-Terminmarkt hinterlässt der jüngste Preisrückgang deutliche Spuren. Spekulanten bauen Long-Positionen ab und gleichzeitig geht der Open Interest zurück, also die Summe aller offenen Gold-Futures-Kontrakte. Damit kommen offensichtlich nicht in größerem Umfang neue Short-Positionen in den Markt, vielmehr ziehen sich Händler zurück.


Mehr dazu: CoT-Daten Gold – aktuelle Daten und Einordnung
Gold-CoT-Daten: Open Interest sinkt
Laut den aktuellen CoT-Daten der CFTC sank der Open Interest per 29. September 2026 um 1,5 Prozent auf 406.456 Kontrakte.
Die Großen Spekulanten reduzierten ihre Netto-Long-Position gegenüber der Vorwoche um 3,2 Prozent auf 218.632 Kontrakte, wobei 249.736 Long-Kontrakte 31.104 Short-Kontrakten gegenüberstanden.
Noch deutlicher fiel die Veränderung bei den Commercials aus. Ihre Netto-Short-Position sank um 4,5 Prozent auf 250.967 Kontrakte. Damit nahmen die kommerziellen Händler einen Teil ihrer Absicherungen gegen fallende Goldpreise zurück.
Managed Money zieht sich zurück
Innerhalb der Gruppe der Großen Spekulanten ging der Positionsabbau erneut vor allem von den Managed-Money-Händlern aus. Ihre Netto-Long-Position sank um 5,6 Prozent auf 120.318 Kontrakte. Dabei hielten die Händler 131.711 Long-Kontrakte und 11.393 Short-Kontrakte.
Die sogenannten Other Reportables veränderten ihre Positionierung dagegen kaum, hier sank die Netto-Long-Position lediglich um 0,2 Prozent auf 98.314 Kontrakte.
Deutlicher war der Rückgang bei den kleineren Spekulanten. Ihre Netto-Long-Position fiel um 12,7 Prozent auf 32.335 Kontrakte.
Spekulantenanteil sinkt auf 54 Prozent
Die Netto-Long-Position der Großen Spekulanten entsprach zum CoT-Stichtag 54 Prozent des gesamten Open Interest, nach 55 Prozent in der Vorwoche und 56 Prozent zwei Wochen zuvor.
Damit hat sich die weiterhin hohe spekulative Positionierung zumindest etwas zurückgebildet. Interessant ist dabei vor allem, dass dieser Rückgang mit fallenden Goldkursen einhergeht und bestehende Positionen offensichtlich zunehmend geschlossen werden.
Open Interest fällt nach Futures-Verfall
Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung in den CME-Daten nach dem CoT-Stichtag. Am Donnerstag lag der Open Interest nur noch bei 395.508 Kontrakten, was gegenüber Vorwoche einem Rückgang um 3,9 Prozent entspricht. Allein seit dem CoT-Stichtag verschwanden damit weitere knapp 11.000 offene Kontrakte vom Markt.
Dabei spielt natürlich auch der Verfall der September-Gold-Futures am vergangenen Montag eine Rolle, weil Positionen geschlossen oder in spätere Laufzeiten gerollt wurden.
Dennoch ist die Kombination aus rückläufigem Goldpreis und sinkendem Open Interest bemerkenswert. Denn der Verkaufsdruck geht damit zumindest teilweise auf die Auflösung bestehender Long-Positionen zurück und nicht auf einen kräftigen Aufbau neuer Short-Positionen.
Das kann durchaus ein Hinweis darauf sein, dass die Bereinigung am Terminmarkt voranschreitet.
Kommt es zur Bodenbildung?
Für eine kurzfristige Bodenbildung ist das zunächst keine schlechte Entwicklung. Denn mit dem Abbau der Long-Positionen verschwinden auch spekulative Überhänge aus dem Markt, die den Goldpreis bei weiteren Kursverlusten zusätzlich belasten können.
Ob das bereits für einen Boden reicht, ist eine andere Frage.
Dazu müsste der Verkaufsdruck nun nachlassen und der Goldpreis trotz eines weiter rückläufigen Open Interest wieder Stabilität zeigen. Ungünstiger wäre dagegen, wenn Gold weiter deutlich fällt und gleichzeitig der Open Interest wieder steigt. Dann kämen wahrscheinlich verstärkt neue Short-Positionen in den Markt.
COMEX-Deckung steigt wieder
Unterdessen erhöhte sich die rechnerische physische Deckung des Futures-Handels von 57 auf 59 Prozent. Dafür ist vor allem der gesunkene Open Interest verantwortlich.
Die gesamten COMEX-Goldbestände beliefen sich zuletzt auf rund 23,48 Millionen Unzen beziehungsweise 730,28 Tonnen. Seit Ende 2025 sind die Bestände damit um rund 35 Prozent beziehungsweise knapp 395 Tonnen zurückgegangen.
Für den neuen Oktober-Kontrakt wurden bislang 11.626 Lieferanträge registriert, nachdem es im September insgesamt 4.172 waren.
Goldpreis: Bereinigung schreitet voran
Der Goldpreis bleibt nach dem kräftigen Kursrückgang der vergangenen Tage angeschlagen und verabschiedete sich am Freitag bei rund 4.140 USD erneut schwächer aus dem Handel.
Am Terminmarkt sieht die Sache inzwischen etwas anders aus. Große Spekulanten reduzieren ihre Long-Positionen, die Commercials bauen Short-Positionen ab und der Open Interest ist mittlerweile unter 400.000 Kontrakte gefallen.
Damit wird spekulatives Kapital aus dem Goldmarkt herausgespült, während der Goldpreis fällt. Das ist noch kein Beleg dafür, dass das Tief bereits erreicht wurde, aber für eine mögliche Bodenbildung ist diese Entwicklung günstiger als ein weiter fallender Goldpreis bei gleichzeitig steigender Zahl offener Kontrakte.
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Tagesaktueller Kurs & Livecharts



Charttechnisch allemal. Ein Doppelboden zeichnet sich ab.
Zwar bisher noch nicht perfekt, dazu müsste es noch bis 4.000 Dollar runter gehen, aber immerhin.
Eines muss aber gesagt werden, ein Doppelter Boden führt fast immer zu einem fulminanten Anstieg.