Der Goldpreis ist auf 4.283 USD zurückgefallen. Am US-Terminmarkt reduzierte das Managed Money seine Long-Positionen. Jetzt steht der September-Verfall bevor.
Gold-CoT-Daten: Spekulanten bauen Positionen ab
Am Gold-Terminmarkt ist vor dem September-Verfall Bewegung in die Positionierung gekommen. Die aktuellen CoT-Daten zeigen einen Rückgang der spekulativen Netto-Long-Positionen. Allerdings handelt es sich bislang nicht um einen breiten Positionsabbau. Denn gleichzeitig nahm der Open Interest weiter zu.
Laut den aktuellen CoT-Daten der CFTC stieg der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Futures-Kontrakte, per 22. September 2026 um 0,7 Prozent auf 412.800 Kontrakte.

Die Großen Spekulanten reduzierten ihre Netto-Long-Position gegenüber der Vorwoche um 1,9 Prozent auf 225.853 Kontrakte. Dabei standen 253.982 Long-Kontrakte 28.129 Short-Kontrakten gegenüber.
Auf der anderen Seite erhöhte sich die Netto-Short-Position der Commercials leicht um 0,5 Prozent auf 262.903 Kontrakte. Die kommerziellen Händler bauten ihre Absicherung damit wieder etwas aus.

Mehr dazu: CoT-Daten Gold – aktuelle Daten und Einordnung
Managed Money reduziert Long-Engagement deutlich
Auffälliger ist die Entwicklung innerhalb der Gruppe der Großen Spekulanten. Die Managed-Money-Händler verringerten ihre Netto-Long-Position um 4,3 Prozent auf 127.389 Kontrakte.
Dabei hielten sie zum Stichtag 135.699 Long-Kontrakte und 8.310 Short-Kontrakte.
Dagegen erhöhten die sogenannten Other Reportables ihre Netto-Long-Position um 1,3 Prozent auf 98.464 Kontrakte.
Der Rückgang bei den Großen Spekulanten geht somit vor allem auf die Managed-Money-Gruppe zurück. Gleichzeitig spricht der steigende Open Interest nicht für eine umfassende Liquidation spekulativer Positionen.
Spekulantenanteil sinkt auf 55 Prozent
Die Netto-Long-Position der Großen Spekulanten entsprach zum CoT-Stichtag rund 55 Prozent des gesamten Open Interest. In der Vorwoche waren es noch 56 Prozent.
Damit bleibt die spekulative Positionierung am Gold-Terminmarkt weiterhin hoch. Allerdings hat sich das Verhältnis zuletzt etwas entspannt.
Interessant ist gleichzeitig die Entwicklung bei den kleineren Spekulanten. Ihre Netto-Long-Position stieg gegenüber der Vorwoche um 18,1 Prozent auf 37.050 Kontrakte. Hier standen 52.437 Long-Kontrakte 15.387 Short-Kontrakten gegenüber.
Open Interest bleibt vor Verfall hoch
Nach dem CoT-Stichtag veränderte sich das offene Kontraktvolumen nur wenig. Am Freitag lag der Open Interest bei 411.578 Kontrakten und damit praktisch auf dem Niveau vom Dienstag.
Das ist auch deshalb interessant, weil der Goldmarkt unmittelbar vor dem September-Verfall steht.
Am Donnerstag war bereits Verfallstag am Optionsmarkt. Dort waren zuletzt 721.439 Kontrakte offen. Davon entfielen 514.691 auf Call-Optionen und 206.748 auf Puts. Das Put/Call-Verhältnis lag damit bei 0,402.
Die September-Gold-Futures laufen am Montag, dem 28. September, aus. Im Umfeld solcher Termine werden bestehende Positionen geschlossen, gerollt oder in spätere Laufzeiten übertragen. Dadurch können Open Interest und Handelsvolumen vorübergehend stärker schwanken.
COMEX-Deckung fällt auf 57 Prozent
Parallel dazu ging die rechnerische physische Deckung des Gold-Futures-Handels deutlich zurück.
Gemessen am Open Interest erreichte die COMEX-Deckung zuletzt noch 57 Prozent. Gegenüber der Vorwoche entspricht dies einem Rückgang um 10 Prozentpunkte. Denn laut den Angaben der CFTC sind die COMEX-Goldbestände innerhalb einer Woche um 4 Millionen Unzen auf 23,36 Millionen Unzen gesunken.
Zahl der Lieferanträge moderat
Für den September wurden bislang 4.172 Lieferanträge registriert. Das waren 645 mehr als zuletzt. Zum Vergleich: Im Vormonat belief sich die Zahl der Auslieferungsanträge auf 20.343.
Gerade rund um den Kontraktverfall lohnt deshalb der Blick auf die weitere Entwicklung der Lieferanträge sowie auf den Open Interest nach dem Rollen der September-Kontrakte.
Goldpreis fällt um 100 Dollar
Während sich die Terminmarkt-Positionierung bislang nur moderat verändert hat, geriet der Goldpreis in dieser Woche deutlicher unter Druck.
Gold beendete den Freitagshandel bei 4.283 USD beziehungsweise 3.760 EUR je Feinunze. Damit sank der Goldpreis auf Dollarbasis innerhalb einer Woche rund 2,3 Prozent beziehungsweise 100 USD. In Euro betrug das Minus etwa 1,5 Prozent.
Bemerkenswert ist dabei, dass der Preisrückgang bislang nicht von einem vergleichbar starken Rückgang des Open Interest begleitet wurde. Vielmehr blieb das offene Kontraktvolumen hoch.
Das deutet darauf hin, dass am Terminmarkt bislang eher Positionen verschoben und neu verteilt wurden, anstatt dass Händler in großem Umfang den Markt verlassen haben.
Verfall könnte neue Hinweise liefern
Damit dürfte der Montag für die weitere Beurteilung der Marktstruktur interessant werden. Nach dem Auslaufen der September-Kontrakte wird sich zeigen, wie viele Positionen in spätere Laufzeiten übertragen wurden und wie stark der Open Interest tatsächlich zurückgeht.


