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Gold: Dramatische Wende am US-Terminmarkt

Die CoT-Daten vom Handel mit Gold-Futures an der US-Warenterminbörse COMEX zeigen gegenüber Vorwoche eine massive Verschiebung der Netto-Positionen in den Büchern der größten Händlergruppen.

Vergangene Woche hatten wir an dieser Stelle mit der Frage getitelt „Trendwende am US-Terminmarkt?“.  Gemeint war damit die womögliche Rückkehr der größten Händlergruppen in US-Handel mit Gold-Futures auf ihre angestammten Positionen. Und dies ist vergangene Woche mit einiger Dynamik geschehen.

Bei den „Commercials“ wurde aus einer Netto-Short-Position von 25.865 Kontrakten per 16. Oktober 2018 eine Netto-Long-Position von 31.996 Kontrakte. Es kam hier somit zu einer dramatischen Netto-Umschichtung von 57.862 Kontrakten, was Goldkäufen von knapp 180 Tonnen Gold entspricht. Dabei halbierte sich die nach wie vor bestehende Netto-Long-Position der „Swap Dealers“ (darunter Großbanken) auf 29.961 Kontrakte. Die Netto-Short-Position der eigentlichen kommerziellen Händler („Pro/Merch/Proc/User“) stieg um 81 Prozent auf 61.957 Kontrakte.

Auf der Gegenseite ging bei den „Großen Spekulanten“ eine Netto-Short-Position von 38.175 in der Vorwoche auf eine Netto-Long-Position von 17.667 Kontrakten über. Dabei halbierte sich die Netto-Short-Position des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) auf 49.382 Kontrakte. Hier wurden in hohem Maße Short-Positionen glattgestellt.

Der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX, stieg gegenüber Vorwoche um knapp 2 Prozent auf 474.418 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am gestrigen Freitag stieg der Open Interest noch einmal leicht um 0,3 Prozent auf 476.150 Kontrakte.

Der Goldpreis legte vergangene Woche um 0,7 Prozent zu auf 1.226 US-Dollar pro Unze (FOREX).

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Eingetragen von am 20. Okt. 2018. gespeichert unter Banken, Gold, Goldpreis, Handel, Marktdaten, News, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Sie können zum Ende springen und eine Antwort hinterlassen. Bitte beachten Sie unsere Forenregeln. Pingen derzeit nicht möglich

6 Kommentare für “Gold: Dramatische Wende am US-Terminmarkt”

  1. Ein aktuelles Interview mit Marc Friedrich (incl. das ganze Interview zum „Nachhören“).
    „Aktionäre sollten sich warm anziehen und absichern. Denn die Zeichen stehen auf Sturm.“
    https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20181020322689746-crash-boerse-rezession/

    • @Laura

      Na, da müssen wir uns ja bei Weiks Mutter bedanken…;)).

      Stimme nicht in allem mit den beiden überein, aber wir können froh sein, dass Friedrich/Weik so eine Breitenwirkung haben.
      Davon, dass wir uns in einer sektiererischen Wohlfühl-Nische einrichten, können wir uns nichts kaufen (die Redewendung hinkt jetzt aber…;).

  2. Was Friedrich und Weik zu sagen hatten und haben, sind doch Binsenweisheiten.
    Dass die Dinge sich entwickeln werden, wie geschehen, hat ein wirklicher Vordenker bereits zu einer Zeit niedergeschrieben, als das Ende der Geschichte ( Francis Fukuyama ) ausgerufen und der kapitalistische Endsieg bejubelt wurde.
    Das war in den frühen Neunzigern, damals haben Weik und Friedrich gerademal lesen, schreiben und rechnen gelernt.

    …………………………………………………………………………………………………………

    Kollpaps der Modernisierung

    von Robert Kurz erste Auflage 1991

    Kurz entwirft ein apokalyptisches Szenario, in dem der Zusammenbruch des östlichen Systems ( Sowjetunion, DDR usw. usw. ) nur das Vorspiel zum Zusammenbruch des westlichen Systems bildet. Er meint, daß das kapitalistische Wirtschaftssystem nunmehr endgültig an seine Grenzen stoße, weil die Logik des Geldes sich selbst zu untergraben beginne. Die „fürchterliche Banalität des Geldes und seiner tautologischen Selbstbewegung“ sei kontraproduktiv geworden. Sie habe eine desintegrierende Wirkung auf die Gesellschaft. Selbst die OECD-Länder bekämen ihre wirtschaftlichen Probleme nicht mehr in den Griff, ganz zu schweigen vom allgemeinen Werteverfall, Kriminalität, Korruption und sonstigen Formen dessen, was Emile Durkheim im Begriff der „Anomie“ zu fassen versucht hat.

    Der „realexistierende Sozialismus“ ist für Kurz nur ein mittlerweile abgestorbener Seitentrieb am lebendigen Baum des Kapitalismus. Er entpuppt sich für ihn als „vorbürgerliches, steckengebliebenes Übergangsregime zur Moderne, als ein saurierhaftes Fossil aus der heroischen Zeit des Kapitals“. Das östliche System habe nie eine Alternative zum Kapitalismus geboten, sondern sei lediglich der Versuch einer „nachholenden Modernisierung“ gewesen – ein Versuch, der mit barbarischen Methoden und massiven ideologischen Selbsttäuschungen einherging. Der Ost-West-Konflikt lasse sich, was die ideologische Seite betrifft, „als eine Art Mißverständnis lesen, als Auseinandersetzung zweier ungleichzeitiger historischer Stufen ein und desselben warenproduzierenden Systems“. Entsprechend habe nicht der westliche Kapitalismus das östliche System besiegt, sondern die nachholende Modernisierung des sowjetischen Typs sei gescheitert.

    Die naive Zuversicht, mit der nun Rußland und andere ehemals kommunistische Staaten ihr Heil in der freien Wirtschaft suchten, sei nur eine weitere gigantische Selbsttäuschung. In Wirklichkeit hätten sie keinerlei Chancen, den historischen Vorsprung des Westens jemals auszugleichen. Vielmehr drohe ihnen dasselbe Schicksal wie den Entwicklungsländern, deren Versuch einer nachholenden Modernisierung auf kapitalistischem Weg fast überall in eine hoffnungslose Misere geführt habe.

    10 Jahre später konkret 2002 schrieb Kurz

    Vielleicht sind wir alle schon die Insassen eines Gesamt-Irrenhauses

    Kapitalismus wird realökonomisch zu einer weltgesellschaftlichen Minderheitsveranstaltung. Dieser Prozess geht einher mit einem Abheben der Finanzmärkte, die „fiktives Kapital“ durch reine Steigerung der Kurswerte bilden. An die Stelle der Realakkumulation durch die erweiterte betriebswirtschaftliche Vernutzung von Arbeitskraft tritt ein Finanzblasen-Kapitalismus, der Kapitalakkumulation nur noch simuliert.

    In der kapitalistischen Peripherie dagegen brechen schon in einem frühen Stadium des Krisenprozesses ganze Volkswirtschaften und Weltregionen zusammen, gerade weil sie die mikroelektronische Aufrüstung mangels Kapitalkraft nicht mitmachen können. Dort steigt die Massenarbeitslosigkeit viel schneller und in katastrophale Größenordnungen an. Denn die Arbeitskraft wird nicht in relativ langsamen Schritten technologisch freigesetzt, sondern in großen Schüben durch allgemeinen Bankrott der auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähigen Produktion. Den Rest reißen sich die transnationalen Konzerne für ihre globale Vernetzung unter den Nagel. In den Zusammenbruchsregionen tritt an die Stelle der Realakkumulation eine Plünderungsökonomie von Warlords, Banden usw. Dabei wird nur noch die reproduktive Substanz ausgeschlachtet bis zur völligen Zerstörung.

    Finanzblasen-Kapitalismus und Plünderungsökonomie sind die zwei Seiten derselben Medaille. Dabei findet keine reale Wertschöpfung im volks- und weltwirtschaftlichen Maßstab mehr statt. Der Aufblähung von Finanzwerten liegt keine Produktion zugrunde, eben so wenig natürlich den Plünderungsverhältnissen. Durch die Finanzblasen ist es aber möglich, „fiktives Kapital“ in die Realökonomie zu recyceln, das heißt Investitionen und Konsum werden mit Luftbuchungen bezahlt (mit Geld, das nicht am Warenmarkt verdient, sondern aus dem Nichts des spekulativen Prozesses gezogen wurde).

    Das war das Paradigma der 80er und vor allem der 90er Jahre. Deshalb schien es möglich, die strukturelle Massenarbeitslosigkeit im Westen statistisch herunterzumanipulieren, während die östlich-südliche Plünderungsökonomie an einen scheinbar noch funktionsfähigen Weltmarkt andocken konnte. Aber die Blasen können nicht beliebig aufgebläht werden, wenn kein selbsttragender Schub der Realakkumulation nachfolgt.

    Inzwischen ist die Grenze erreicht, die Finanzblasen sind geschrumpft oder bereits geplatzt (Neuer Markt). Mit einer Zeitverzögerung von 6 Monaten bis 3 Jahren (je nach Produktionszyklus) schlägt das auf die Realökonomie zurück. In diesem Prozess befinden wir uns momentan. Mit dem Verschwinden der Blasen erweist sich ein Großteil der bis jetzt von Blasenkapital gespeisten Produktionsanlagen als Überkapazitäten. Die letale Logik läuft auf serielle Bankrotte und „Stillegung“ ganzer Sektoren auch im Westen hinaus, bis zum allgemeinen Herzstillstand der planetarischen Reproduktion des Kapitals. Natürlich bricht eine ganze historische Formation, eine Produktionsweise, nicht in Stunden und Tagen zusammen. Es wird ein qualvoller Prozess über einige Jahrzehnte werden. Trotzdem stirbt der Kapitalismus aufgrund seiner immanenten Kollaps-Dynamik in historischen Dimensionen gemessen viel schneller als etwa das Pharaonenreich oder das römische Imperium.
    Was übrig bleibt, ist keine Mumie, sondern das Gespenst des Kapitalismus in den Menschen: die Subjektform der universellen Konkurrenz. Die absolute Schranke des Kapitalismus ist objektiv, aber damit entsteht nicht von selbst eine andere Produktionsweise jenseits von Markt und Staat, jenseits von Geld und Bürokratie der „Souveränität“. Wenn keine transnationale soziale Bewegung kommt, die bewusst das moderne warenproduzierende System überwindet, werden wir alle zu Zombies des toten Kapitalverhältnisses, das heißt zu verrückten Subjekten einer entgrenzten Gewaltkonkurrenz, wie sie jetzt schon mit den Amokläufern und Selbstmordattentätern, den Ethno- und Gotteskriegern in Erscheinung tritt.

    Während die Verelendung bei den Zuspätgekommenen der Modernisierung unaufhaltsam zunehme, verschärften sich auch im Klub der hochindustrialisierten Länder die inneren Probleme: Davon zeuge etwa der Umstand, daß steigende Produktivität nicht mehr zusätzliche Beschäftigung, sondern steigende Massenarbeitslosigkeit bedeutet. Ein deutliches Krisenzeichen seien auch wirtschaftspolitische Roßkuren à la Reaganomics und Thatcherismus, die den Teufel mit dem Beelzebub austrieben. Im Bemühen, einen Ausweg aus der Dauerkrise zu finden, verhedderten sich die OECD-Staaten zunehmend zwischen monetaristischen und etatistischen Tendenzen der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Mit Ausnahme der Bundesrepublik, Japans und der fernöstlichen „vier kleinen Tiger“ zehrten schon jetzt alle nur noch von der in der Vergangenheit angehäuften Substanz. –

    Düster prophezeit Kurz: “

    Der globale Vernichtungs- und Verteilungskampf wird nirgendwo eine marktwirtschaftliche Insel der Seligen aussparen.“

    • @Krösus
      Auch ein sehr guter Text, den ich mir gleich zum Frühstück einverleibt habe. Das ist wie kalt duschen, da fühlt man sich fit für den Tag…;-).
      Und das, wo uns doch Kapitän Niveau ohne selbiges zurückgelassen hat !!
      Übrigens, auf der Numismata gestern waren lauter 50-jährige Herren mit Bauchansatz und ich – wo wart Ihr?

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