Beim weltgrößten Gold-ETF GLD sinken die Bestände weiter. Auch beim großen Silberfonds SLV gab es zuletzt Abflüsse.

Gold-ETF mit weiterem Kapitalabfluss
Der größte Gold-ETF der Welt hat erneut Gold ausgebucht. So meldet der Betreiber des SPDR Gold Shares (GLD) per 27. Mai 2026 Bestände von 1.034,85 Tonnen Gold. Das waren rund zwei Tonnen weniger als eine Woche zuvor.
Seit Jahresbeginn ist der Goldbestand des GLD damit um 35,71 Tonnen gesunken. In den vergangenen fünf Handelstagen flossen netto 290 Millionen US-Dollar aus dem Fonds ab. Seit Jahresbeginn summieren sich die Abflüsse auf stattliche 5,2 Milliarden US-Dollar.
Der Goldmarkt wirkt weiter müde: Beim GLD ziehen Anleger Geld ab, während der Goldpreis die 200-Tage-Linie testet.
GLD folgt dem schwächeren Goldpreis
Der GLD gilt als wichtiger Gradmesser für die Stimmung am Goldmarkt. Ein Anteil steht rechnerisch für eine Zehntel Unze Gold. Das Metall ist physisch hinterlegt, eine Auslieferung an normale Anleger ist aber nicht vorgesehen.
Die jüngsten Abflüsse passen zur schwächeren Entwicklung beim Goldpreis. Dieser fiel zuletzt unter die Marke von 4.500 US-Dollar und erreichte ein Zweimonatstief. Zudem testet der Goldchart derzeit die 200-Tage-Linie.
Mehr zum aktuellen Kursgeschehen: Goldpreis aktuell
Auch Silber-ETF verliert Bestände
Auch beim größten Silber-ETF gab es zuletzt Abflüsse. Beim iShares Silver Trust (SLV) wurden innerhalb einer Woche 11,26 Tonnen Silber ausgebucht. Der Bestand lag damit per 27. Mai 2026 bei 15.177,78 Tonnen.
Seit Jahresbeginn ist die Lagermenge um 1.266 Tonnen geschrumpft. In den vergangenen Tagen zogen Anleger netto 29 Millionen US-Dollar aus dem Fonds ab. Ein Anteil des SLV ist offiziell mit einer Unze Silber hinterlegt.

Anleger bleiben vorsichtig
Die Entwicklung bei GLD und SLV zeigt, dass viele Anleger bei Gold und Silber derzeit abwarten. Im Frühjahr hatten starke Zuflüsse in Gold-ETF s die Rally noch gestützt. Nun fließt kontinuierlich Geld ab.
Ein Teil des Kapitals dürfte derzeit in andere Bereiche wandern. Dazu zählen weiterhin KI-Aktien. Aber auch Anleihen sind für viele Anleger wieder interessanter geworden, weil die Marktzinsen zuletzt deutlicher anstiegen.
Für Gold und Silber heißt das: Solange der Goldpreis technisch angeschlagen bleibt und ETF-Anleger Geld abziehen, fehlt dem Markt ein wichtiger Impuls. Erst neue Zuflüsse würden zeigen, dass Anleger wieder stärker auf Edelmetalle setzen.
Mehr dazu: Der ETF-Mechanismus im Detail – Wie der Handel mit SPDR Gold Shares funktioniert


