Donnerstag,24.Juni 2021
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Gold gegen 200 Billionen Dollar Falschgeld

Aber kaum jemand begreift die Folgen des unstillbaren Falschgeldhungers dieser Welt. Die Super-Bubble wird wachsen, bis sie eines Tages vollständig implodiert.

Von Egon von Greyerz, Matterhorn Asset Management AG

„O Zeus, was hast du einen Prüfstein, der nicht trügt,

Zur Goldes-Probe, ob es unecht, uns verliehn

Und beim Fiat-Gelde, daß man scheide schlecht und gut,

Dem Äußern kein Kennzeichen deutlich eingeprägt?―
Euripides & EvG

Was der griechische Dramatiker Euripides (450 v. Chr.) hier über Gold sagt, erklärt auch, warum das Metall seit 5.000 Jahren Geld geblieben ist.

Gold ist konstantes Vermögen und kann nicht erfolgreich verändert oder gefälscht werden!

Was die Unterscheidung von gutem und schlechtem Fiat-Geld angeht, so haben uns die Banker und Zentralbanker diese Aufgabe absurd und kriminell einfach gemacht.

Denn es gibt kein gutes Fiat-Geld.

Fiat-Geld ist insgesamt Scheingeld und wird per Knopfdruck nach Gutdünken der schuldigen Banker produziert.

Das heutige Fiat-Geld wird elektronisch hergestellt, sprich kostenfrei. Also ist es heutzutage noch nicht einmal das Papier wert, auf dem es stehen kann.

Was in unbegrenztem Umfang kostenlos produziert werden kann, hat definitionsgemäß auch keinen höheren Wert als NULL.

„Man kann die Realität ignorieren, die Folgen von Realitätsignoranz hingegen nicht“.

Ayn Rand meinte: “Man kann die Realität ignorieren, die Folgen von Realitätsignoranz hingegen nicht. „

Und das ist Realität: Allein in diesem Jahrhundert wurden weltweit mehr als 200 Billionen $ Schulden oder Falschgeld produziert. Das sind 200 % mehr als das gesamte Schuldengeld, das jemals zuvor bis zum Jahr 2000 produziert wurde (100 Bill. $). Und diese Summe umfasst noch nicht einmal alle Versprechen und Lügen in Form ungedeckter Verbindlichkeiten weltweit (Kranken-, Sozial- und Rentenversicherung etc.) sowie Derivatepositionen von insgesamt mehr als 2 Billiarden $, die letztlich wertlos verfallen werden.

Aber kaum jemand begreift die Folgen des unstillbaren Falschgeldhungers dieser Welt. Die Super-Bubble wird wachsen, bis sie eines Tages vollständig implodiert.

Gold und Zentralbanken

Die Zentralbanken verbindet auch eine Hassliebe zum Gold. Einerseits können sie gar nicht anders, als es zu lieben, schließlich besitzen sie 34.000 Tonnen davon – im Gegenwert von 2 Billionen $. Zumindest sind das die Zahlen, die man in der Öffentlichkeit präsentiert. Aber: Praktisch keine Zentralbank präsentiert die Ergebnisse einer offiziellen Prüfung der physischen Bestände einschließlich der ausstehenden Papierkontrakte. Folglich weiß niemand, wie viel von jenen 34.000 Tonnen tatsächlich noch unbelastet und eindeutig Zentralbankeneigentum sind.

Gold, Menge, Würfel

Wenn die Zentralbanken nichts zu verbergen haben, warum lassen sie sich dann keine öffentliche Bilanzprüfung zu? Immerhin gehört das Gold dem Volk. Die Antwort ist einfach. Sie sind ganz sicher nicht mehr im Besitz der offiziell angegebenen Mengen.

Ein größerer Teil dieses Goldes wurde wahrscheinlich heimlich veräußert. Zudem wurde ein nicht unerheblicher Teil über die Bullionbanken in den Markt verliehen. Ein großer Teil dieses verliehen Goldes wurde von großen internationalen Käufern, wie China und Indien, aufgekauft. Und diese Staaten werden das Gold mit Sicherheit nicht zurückgeben.

Auch hier gilt: Man kann die Konsequenzen verschwindender Goldmengen nicht ignorieren. Denn die betreffenden Zentralbanken haben, im Austausch gegen diese Goldleihen, nichts weiter in der Hand als Schuldscheine von Bullionbanken. Die Bullionbanken sind sich jedenfalls im Klaren darüber, dass sie das Gold nie und nimmer von China, Indien und wer weiß, von welchem Land noch, zurückbekommen werden.

Zwischen den Bullionbanken und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) werden Gold-Papierpositionen in einem Umfang von 280 Mrd. $ pro Tag hin und her jongliert, was dem 600-fachen der täglichen Bergbauproduktion entspricht. Diese kolossalen Handelsvolumina lassen sich nur mit ihrem Versuch begründen, die großen Defizite am physischen Markt mithilfe des Papiermarktes auszugleichen. Doch wenn eines Tages eine größere Anzahl von panischen Papiergold-Besitzern physische Auslieferung fordert, werden die Bullionbanken nicht mehr in der Lage sein, die Illusion aufrechtzuerhalten; und man wird sie in flagranti erwischen.

Schon 1999 hatte der ehemalige Vorstand der Bank of England, Eddie George, einen solchen Moment beschrieben:

„Wäre der Goldpreis weiter gestiegen, hätten wir dem Ende entgegengesehen. Weiter steigende Kurse hätten für den Ausfall verschiedener Handelshäuser gesorgt, was im weiteren Verlauf vielleicht auch den Bankrott aller anderen nach sich gezogen hätte. Aus diesem Grund mussten die Zentralbanken um jeden Preis dafür sorgen, dass der Goldpreis beruhigt und organisert werden konnte. Den Goldpreis unter Kontrolle zu bekommen, erwies sich jedoch als sehr schwierig. Wir haben es aber geschafft. Die US Federal Reserve war sehr aktiv bei der Senkung der Goldpreise. Großbritannien ebenfalls.“

Der Goldpreis stieg damals vom Tief bei 251 $ auf 340 $. Und wie George meinte: Ein weiterer Anstieg der Goldkurse hätte alles mit Sack und Pack untergehen lassen. Die heutige Gesamtposition an Goldpapieren beträgt ein Vielfaches der Mengen von 1999; und nur sehr wenig muss schief gehen, damit die ganze Sache in die Luft geht. Das tägliche Überrollen von Goldpapieren im Wert von ca. 280 Mrd. $ kann jederzeit ganz leicht aus dem Ruder laufen.

Diese Situation ist unhaltbar und wird in nächster Zeit wahrscheinlich enormen Druck im Papier-Goldmarkt erzeugen. Dieser Markt ist eine Seuche und grundverschieden vom echten Goldmarkt. Er verdient seinen Untergang. Wie alle falschen Scheinsysteme, die die Naturgesetze verletzen, ist auch dieser Markt vergänglich.

Wie Ralph Waldo Emerson meinte:

“Das Verlangen nach Gold gilt nicht Gold selbst. Es gilt ihm als Mittel zu Freiheit und Nutzen.“

Falsches und vollkommen belastetes Papiergold hat weder etwas mit Freiheit zu tun, noch hat es irgendeinen nachhaltigen Nutzen. Vor allem deswegen, weil die meisten Finanzpapieranlagen durch nichts gedeckt sind.

Der kommende Anstieg der Goldpreise in Verbindung mit sehr starker Nachfrage könnte ohne weiteres den Impuls für den Zusammenbruch des Papiermarkts geben.

Letzter Widerstand für Gold gebrochen – als nächstes 3.000 $

Wie ich in einer Twitter-Nachricht letzte Woche erwähnte, hat Gold jetzt die seit August 2020 laufende Korrektur beendet und befindet sich nun auf dem Weg in Richtung 3.000 $ (sein vorläufiges Ziel).

Goldpreis, Chart

Die erste entscheidende Bestätigung für die Fortsetzung des nach wie vor bestehenden, langfristigen Goldbullenmarktes hatten wir damals im Juni 2019 erhalten, als Gold die „Maginot-Linie“ bei 1.350 $ durchbrach, wie ich es einem Artikel von Februar 2019 prognostiziert hatte („Historische Linien: Chinas Gold und Maginot“).

Die meisten Anleger verstehen Gold nicht bzw. welche Funktion Gold hat. Aus diesem Grund stecken auch nur 0,5 % der globalen Finanzanlagen in Gold.

Nur ganz wenige Anleger wissen überhaupt, dass Gold in diesem Jahrhundert praktisch alle Anlageklassen, auch Aktien, hinter sich gelassen hat.

Dennoch sollte Gold nicht als Investment betrachtet werden, sondern als Wert, der „Freiheit und Nutzen“ bringt.

In einer Investment-Welt, die in erster Linie aus krankhaft überbewerteten Papier-Assets besteht, ist Gold Ausdruck von Vernunft, Stärke und ewigem Wert.

Zudem ist Gold die ultimative Versicherung und der ultimative Vermögensschutz gegen ein sehr fragiles Finanzsystem.

Wem es nicht gelingt, das Vermögen der Familie (und somit der kommenden Generationen) zu sichern, ist nicht nur unverantwortlich. Er wird auch so gut wie alles verlieren, sobald die mächtigste Blase der Weltgeschichte platzt.

Egon von Greyerz ist Gründer und Managing Partner der Matterhorn Asset Management AG (www.goldswitzerland.com).

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

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5 KOMMENTARE

  1. Wieder mal ein super Beitrag von Egon von G.! Aus meiner Sicht eine sehr plastische, gut verständliche Abhandlung (gut, für den kompletten Laien eher nicht – @alle aber doch für uns!?)! Bestätigt auch schon wieder mal meine eigenen Erfahrungen: die große Masse der „EC-Karten-App-Smartphone-kontaktlos-Zahler“ wird das Thema EM niemals kapieren! Erst wenn’s zu spät ist, werden die versuchen, auf den Zug aufzuspringen – ggf. auch mit kriminellen Mitteln versuchen, einen Teil vom Kuchen zu bekommen. Also, bleibt wachsam, EM-Horter! Der WS dichtet deutlich besser als ich – ich probiere es trotzdem mal:

    „Erst wenn die letzte Blase geplatzt & das letzte Sparguthaben vernichtet ist werdet ihr feststellen, daß man Spielekonsolen & smartphones nicht essen kann!“

    Dr. GoldenEye (alle Goldkisten)

    • @Dr. Goldauge (Meister aller Klassen)
      Ich dichte nicht besser, ich dichte böser. Für ein Spottlied auf Trump auf Facebook bekam ich mal 30 Tage Maulkorb. Von der Kahane-Truppe. Als Haß-Kommentierer.
      Precious metal, faithful guide
      https://www.youtube.com/watch?v=UYiuhC8vkUE

      Precious metal, faithful guide, ever near the goldbug’s side,
      gently lead us by the hand, pilgrims in the FIAT land.
      Weary souls fore’er rejoice when they see thy fallen price.
      Whisper softly: „Bullion, come! Follow me, I’ll guide you home.“

      Ever present, truest friend, ever near your weight to lend,
      leave us not in doubt and fear, also when the gold ban’s near.
      Wall Street’s final bell shall sound, stocks grow faint, and bonds go down.
      Whisper softly: „Bullion, come! Follow me, I’ll guide you home.“

      Currencies on earth shall cease, guide us into sweet release.
      Nothing helps when banks don’t care, savers‘ wealth to bits they tear.
      Printed money’s dismal flood, dreadful streams of savers‘ blood.
      Whisper softly: „Bullion, come! Follow me, I’ll guide you home.“

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  3. @WS Sag‘ ich doch! Böser U N D besser – master of the poems! Und immer wieder herzerfrischend… :-)
    Dr. GoldenEye

    • @Dr. Goldauge (alle Kassen)
      Wenn mich der Blitz beim Scheißen getroffen hat so wie ich es verdiene, dann spielt bitte dieses Lied hier auf meiner Beerdigung:
      Ich wollte nie ein Goldbug sein (Frei nach Peter Maffay)
      https://www.youtube.com/watch?v=bvRH6ZDBUNw

      Ich wollte nie ein Goldbug sein, hab‘ immer mich zur Wehr gesetzt.
      Ich kaufte Fonds und Aktien ein, hab oft auf’s falsche Pferd gesetzt.
      Irgendwo tief in mir war ich ein Rind geblieben.
      erst dann, als zu denken ich begann,
      wußt‘ ich, es ist noch nicht zu spät,
      zu spät, zu spät.

      Unten auf dem Bärengrund, wo Dividende ewig schweigt,
      kann ich noch mein Erspartes seh’n, hab 30.000 Mark vergeigt.
      Damals beim AWD war all mein Geld geblieben.
      erst dann, als mit Goldkauf ich begann,
      wußt‘ ich, es ist noch nicht zu spät,
      zu spät, zu spät.

      Ich gleite durch die Zinslos-Zeit und warte auf das Morgenlicht.
      Dann zähl ich meine Kilobarr’n, an Silber es mir nicht gebricht.
      Irgendwie ist die Welt um mich stockblind geblieben.
      erst dann, wenn man’s nicht mehr kaufen kann,
      weiß ich, es ist für sie zu spät,
      zu spät, zu spät.

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  5. @WS Selbstverständlich, wird gemacht! Wer könnte so einen letzten Wunsch abschlagen!? Ich stelle mir gerade die Predigt vor:
    „Liebe Zurückgebliebenen! Wir haben uns hier versammelt, um heute dem allseits geliebten & geehrten WS, den der Blitz beim Scheißen…“
    Spätestens DANN muß ich raus aus der Kapelle, da ich die Trauergemeinde erheblich durch schallendes Gelächter stören würde…
    Besser, Sie bleiben uns noch ein wenig erhalten! Und Tina braucht Sie doch auch noch!!!
    Reverend Dr. GoldenEye (alle Kollekte-Kassen)

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