Jetzt Gold kaufen? Der starke Kursrückgang bei Gold und Silber hat in einer eigentlich umsatzschwachen Zeit zu einer Geschäftsbelebung im Edelmetall-Handel geführt.

Kursrückgang belebt Edelmetall-Handel
Schon die jüngsten Daten aus dem ETF-Bereich deuteten darauf hin, dass Goldinvestoren den starken Kursrückgang bei Gold und Silber wieder als Kaufchance nutzen. Auch deutsche Edelmetall-Händler berichteten in dieser Woche von einer spürbaren Belebung des Geschäfts.
Jetzt Gold kaufen? Nach dem Preisrutsch steigt die Nachfrage. Aufgelder bleiben moderat und die Versorgung ist gesichert.
„Für die Jahreszeit haben wir an den Tagen mit fallendem Goldkurs eine vergleichsweise hohe Nachfrage wahrgenommen“, sagte Bars Özdemir, Head of Trade der SOLIT Management GmbH (GoldSilberShop), am Freitag gegenüber Goldreporter.
„Traditionell sind Juni und Juli immer die ruhigsten Monate im Edelmetallhandel. Der Kurstücksetzer hat die Nachfrage aber kurz ansteigen lassen“, bestätigt Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service.
GfM-Geschäftsführer Henry Schwarz (Anlagegold24) findet das Anlegerverhalten bemerkenswert: „Es ist für weiterhin ein Phämomen, dass in Deutschland bei fallenden Kursen die Nachfrage steigt. In den letzten 30 Jahre war es genau umgekehrt.“
Vor allem der Goldbereich profitiert von der höheren Nachfrage. Denn laut Dominik Lochmann hat die Silbernachfrage von Privatanlegern nachgelassen. Dafür würden kleinere Goldbarren und Gold-Anlagemünzen verstärkt nachgefragt.

Jetzt Gold kaufen? Angebotslage ist stabil
Für Käufer bleiben die Bedingungen derzeit günstig. Das zeigt auch die wöchentliche Auswertung von Goldreporter mit Preisdaten von sechs deutschen Edelmetall-Händlern.
So kostete eine prägefrische Krügerrand-Goldmünze durchschnittlich 3.686 Euro und damit 73 Euro weniger als vor einer Woche. Das Aufgeld sank leicht auf moderate 3,73 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei 100-Gramm-Goldbarren, die derzeit mit einem durchschnittlichen Aufgeld von 2,27 Prozent angeboten werden.
Die Spreads blieben dagegen nahezu unverändert und liegen weiterhin bei 6,4 Prozent für den Krügerrand beziehungsweise 5,4 Prozent für 100-Gramm-Goldbarren.
Ankaufgeschäft abgeschwächt
Der noch stärkere Rückgang des Silberpreises (minus 9 Prozent gegenüber der Vorwoche) führte dagegen zu steigenden Aufgeldern und Spreads bei Silbermünzen und Silberbarren. Die Händler gaben die gesunkenen Kurse nicht vollständig an ihre Kunden weiter.
Ältere Krügerrand-Goldmünzen sind derzeit rund 60 Euro günstiger als Neuware und bleiben deshalb stark gefragt. Gleichzeitig hat sich mit den gesunkenen Edelmetall-Kursen auch das Ankaufgeschäft abgeschwächt, wie Händler berichten.
„Was wir hier nicht an Gebrauchtware bekommen, müssen wir an Neuware eindecken. Dies war Anfang Januar noch genau umgekehrt. Erfreulicherweise haben die Barrenhersteller und Prägestätten ihre Bestände wieder aufgefüllt und viele Größen sind sofort lieferbar“, so Henry Schwarz.
Dennoch berichtet Bars Özdemir von vereinzelt „großen bis sehr große Aufträgen“. „Dieses Verkaufsverhalten könnte man zurückführen auf zwei mögliche Motive. Entweder, die Kunden haben unabhängig vom Kurs die Edelmetalle verkauft, um privat Liquidität freizuschaufeln für andere Investments, oder die Kunden haben emotional reagiert und haben ihre Edelmetalle veräußert, bevor der Kurs noch schwächer wird, um jetzt die Gewinne mitzunehmen“, so der SOLIT-Händler.
Fazit
Der jüngste Kursrückgang hat viele Anleger wieder in den Markt gelockt. Während vor allem kleinere Goldbarren und Anlagemünzen gefragt sind, bleibt die Versorgungslage entspannt und die Aufgelder bewegen sich auf moderatem Niveau. Wer Gold kaufen möchte, findet derzeit im deutschen Edelmetall-Handel insgesamt günstige Rahmenbedingungen vor – auch wenn Preisbewegungen an den internationalen Märkten kurzfristig für Schwankungen sorgen können.
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