Steigende Goldpreise beleben den Edelmetall-Handel. Gefragt sind vor allem Gebrauchtware und kleinere Goldbarren – doch die Aufgelder bleiben stabil.

Gold kaufen
Wer jetzt Gold kaufen möchte, muss erneut etwas mehr bezahlen. Dabei bleiben die Aufgelder im Edelmetall-Handel vergleichsweise niedrig. Eine prägefrische Krügerrand-Goldmünze zu einer Unze kostete am Freitag um 13:30 Uhr durchschnittlich 4.076 Euro. Das zeigt unsere wöchentliche Preisabfrage bei sieben Edelmetall-Händlern.
Gegenüber der Vorwoche stieg der ermittelte Verkaufspreis um 0,7 Prozent. Der Euro-Goldkurs legte im gleichen Zeitraum um 0,68 Prozent auf 3.948,93 Euro je Unze zu.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Krügerrand kostete im Händlerdurchschnitt 4.076 Euro; das Aufgeld blieb mit 3,20 Prozent unverändert.
- Gebrauchte Krügerrand-Münzen waren durchschnittlich 74 Euro günstiger als Neuware.
- Die Händler melden eine deutlich steigende Nachfrage, besonders nach Gebrauchtware und kleineren Goldbarren.
- Die Liefersituation bei Goldbarren ist noch stabil, ab Spätherbst könnten sich die Lieferzeiten jedoch verlängern.
Das durchschnittliche Aufgeld beim Krügerrand beträgt weiterhin 3,20 Prozent. Gleichzeitig verringerte sich die Handelsspanne zwischen An- und Verkaufspreis um 0,4 Prozentpunkte auf 6 Prozent. Im Händlerankauf wurden durchschnittlich 3.833 Euro gezahlt.
Für einen 100-Gramm-Goldbarren verlangten die Händler durchschnittlich 12.980 Euro. Das waren 94 Euro mehr als in der Vorwoche. Das Aufgeld blieb mit 2,2 Prozent unverändert. Der Spread zwischen An- und Verkaufspreis erhöhte sich geringfügig auf 5,3 Prozent. Der durchschnittliche Ankaufspreis lag bei 12.299 Euro.
Mehr dazu: Gold kaufen – Was das Aufgeld ist und warum es seit Jahren sinkt
Gebrauchte Krügerrand-Münzen 74 Euro günstiger
Preisbewusste Anleger können beim Kauf angekaufter Ware weiterhin sparen. Ältere Krügerrand-Goldmünzen wurden am Freitag laut unserer Berechnung im Durchschnitt 74,13 Euro günstiger angeboten als prägefrische Exemplare. Der Preisvorteil ist damit gegenüber der Vorwoche um rund 6,50 Euro gestiegen.
Dabei handelt es sich meist um ältere Jahrgänge oder Münzen mit leichten Gebrauchsspuren. Für Goldgehalt und Anlagezweck spielt dies in der Regel keine Rolle.
Mehr dazu: Gold kaufen – Überblick: Das sind faire Preise für Münzen und Barren

Silbermünzen: Aufgeld bleibt unverändert
Eine prägefrische Maple-Leaf-Silbermünze kostete am Freitag durchschnittlich 80,41 Euro. Gegenüber der Vorwoche entspricht dies einem Anstieg um 1,73 Prozent. Der Euro-Silberkurs legte mit 1,70 Prozent nahezu genauso stark zu und erreichte 60,32 Euro je Unze.
Deshalb blieb das durchschnittliche Aufgeld unverändert bei 33,30 Prozent. Der Spread zwischen An- und Verkaufspreis sank geringfügig um 0,3 Prozentpunkte auf 27,00 Prozent. Im Ankauf zahlten die Händler durchschnittlich 58,70 Euro je Münze.
Gebrauchte Maple-Leaf-Silbermünzen werden im Durchschnitt 2,80 Euro günstiger angeboten als Neuware. Daraus ergibt sich rechnerisch ein Verkaufspreis von rund 77,61 Euro und ein Aufgeld von knapp 29 Prozent.
Silberbarren: Aufgeld steigt leicht
Ein Kilobarren Silber kostete am Freitag durchschnittlich 2.460,73 Euro. Das waren 52,73 Euro beziehungsweise 2,19 Prozent mehr als in der Vorwoche. Da der Silberkurs mit 1,70 Prozent etwas schwächer zulegte, stieg das durchschnittliche Aufgeld um 0,6 Prozentpunkte auf 26,90 Prozent.
Der Spread zwischen An- und Verkaufspreis ging dagegen um 0,3 Prozentpunkte auf 26,80 Prozent zurück. Der durchschnittliche Ankaufspreis für einen Kilobarren Silber beträgt aktuell 1.802,22 Euro.
Geschäftsbelebung im Edelmetall-Handel
Wie haben sich die Geschäfte im Edelmetall-Handel entwickelt? „Der Kursanstieg hat sowohl auf der Kauf- als auch auf der Verkaufsseite zu einer sofortigen Mengensteigerung geführt, wobei von einem richtigen Run noch keine Rede sein kann“, erklärte Dominik Lochmann, Geschäftsführer ESG Edelmetall-Service am Donnerstag gegenüber Goldreporter.
Auch Henry Schwarz, Geschäftsführer der GfM GmbH (Anlagegold24), meldet eine deutliche Geschäftsbelebung. „Die Nachfrage nach Edelmetallen steigt weiterhin massiv an, gekauft wird einfach alles, was nah am Spotpreis ist. Der Unterschied zwischen Neu- und Gebrauchtware ist immer noch zu groß, weshalb sich viele Kunden für Gebrauchtware oder Goldbarren entscheiden“, so der Händler.
Angebotslage im Goldhandel noch stabil
Das Problem, weitere gebrauchte Silberunzen am Markt zu kaufen, habe sich noch weiter verschärft. Es werde kaum Ware angeboten, während die Nachfrage sehr groß sei. Bei Goldbarren habe sich der Markt etwas verändert: Während früher hauptsächlich Stückelungen von einer Unze sowie 50 und 100 Gramm verkauft worden seien, würden nun auch die kleineren Größen in großen Mengen gekauft.
Wie ist die Angebotslage? „Noch sieht die Liefersituation der Barrenhersteller ganz gut aus, was sich aber bei noch weiter steigender Nachfrage schnell ändern kann. Wir rechnen hier ab Spätherbst auf jeden Fall mit steigenden Lieferzeiten“, so Schwarz. Und er erinnert daran, dass im September die ersten 2027er-Jahrgänge vieler Anlagemünzen ausgegeben werden. Hier erwarte man erfahrungsgemäß einen weiteren Nachfrageschub.
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