Gold kaufen: Preisrückgang belebt den Edelmetall-Handel

Nach dem deutlichen Preisrückgang bei Gold und Silber meldet der Edelmetall-Handel eine spürbar höhere Nachfrage. Aufgelder und Verfügbarkeit bleiben stabil.

Goldmünzen und Goldbarren im Edelmetall-Handel nach einem Preisrückgang
Sinkende Edelmetall-Preise haben zuletzt zu einer höheren Nachfrage nach Gold und Silber geführt.

Edelmetall-Handel: Kundennachfrage zieht nach Preisrutsch an

Nach dem kräftigen Preisrückgang bei Gold und Silber kehrt spürbar mehr Bewegung in den Edelmetall-Handel ein. Lange Zeit blieben Anleger zurückhaltend. Nach dem jüngsten Abverkauf melden Händler nun ein deutlich gestiegenes Kaufinteresse. So berichtet Henry Schwarz, Geschäftsführer GfM GmbH (Anlagegold24) am Freitag gegenüber Goldreporter:

Der Preisrutsch bei Gold und Silber wird von vielen Anlegern offenbar nicht als Warnsignal, sondern als Kaufchance verstanden.

„Früher ging ein deutlicher Rückgang der Gold- und Silberpreise meist mit einer spürbar schwächeren Nachfrage einher. Diesmal zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Die Nachfrage nach günstigen Gold- und Silbermünzen sowie Barren ist sogar gestiegen. Während viele Kunden in der Vergangenheit zunächst abwarteten, bis sich die Kurse stabilisierten, nutzen sie die aktuellen Preisrückgänge häufiger für Nachkäufe. Genau dieses Vorgehen empfehlen wir seit jeher, denn den absoluten Tiefpunkt trifft man beim Kauf von Edelmetallen in der Regel ohnehin nicht.“

Dominik Lochmann, Geschäftsführer ESG Edelmetall-Service, schildert ähnliche Erfahrungen: „Die Nachfrage nach Barren und Münzen hat  bei dem Kursrückgang stark angezogen. Viele Investoren haben auf einen Rücksetzer gewartet.“ Dagegen seien viele Kunden, die Verkäufe geplant hätten, nun erst einmal enttäuscht. Edelmetall-Händler betrachteten die starken Kursbewegungen, nach oben wie unten, deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge. 

Entspannte Angebotslage

Beide Anbieter sprechen von einer entspannten Angebotslage. „Während wir in den letzten Monaten von bis zu zwölf Wochen Lieferzeit ausgingen, sind die Standardgrößen oft gleich lieferbar“, so Henry Schwarz. Er erklärt, dies liege auch daran, dass die Nachfrage nach günstigen gebrauchten Gold- und Silberunzen enorm gestiegen sei. Dem stehe ein vergleichsweise knappes Angebot gegenüber, da viele Kunden auf höhere Ankaufspreise warteten.

Wir betrachten in diesem Zusammenhang die aktuelle Preisentwicklung im Edelmetall-Handel mit unserer wöchentlichen Datenerhebung bei sechs deutschen Anbietern.

Überblick über die aktuellen Preise, Aufgelder und Spreads im deutschen Edelmetall-Handel.
Überblick über die aktuellen Preise, Aufgelder und Spreads im deutschen Edelmetall-Handel.

Gold kaufen: Aufgelder relativ stabil

Eine aktuelle Krügerrand-Goldmünze zu einer Unze kostete am Freitagvormittag durchschnittlich 3.782 Euro und damit 192 Euro weniger als vor einer Woche. Das Aufgeld stieg leicht auf 3,81 Prozent.

Ältere Stücke waren im Mittel 70 Euro günstiger als Neuware (Vorwoche: 76 Euro).

Goldbarren zu 100 Gramm wurden für durchschnittlich 11.994 Euro angeboten, womit die Kosten um 637 Euro gesunken sind. Währenddessen sank das Aufgeld auf 2,38 Prozent.

Die Spreads stiegen bei Münzen und Barren nur leicht auf 6,5 Prozent (Krügerrand) und 5,50 Prozent (100-Gramm-Barren). 

Mehr dazu: Die besten Goldmünzen zur Kapitalanlage

Silber kaufen: Münzen und Barren variieren

Im Silberbereich sehen wir eine unterschiedliche Entwicklung bei den Preiskomponenten.

Das Aufgeld für prägefrische Maple-Leaf-Silbermünzen ist auf 35,65 Prozent gestiegen. Auch der Spread hat sich etwas ausgeweitet. Dagegen sanken die Aufschläge bei 1-kg-Silberbarren auf 28,61 Prozent (Aufgeld) bzw. 38 Prozent (Spread). 

Fazit

Der deutliche Preisrückgang bei Gold und Silber hat zuletzt wieder mehr Käufer in den Markt gelockt. Während die Verfügbarkeit von Münzen und Barren überwiegend als gut beschrieben wird, bewegen sich Aufgelder und Handelsspannen weiterhin in einem vergleichsweise normalen Rahmen. Derzeit gibt es bei Neuware keine Versorgungsengpässe. Viele Anleger nutzen die niedrigeren Kurse jetzt offenbar gezielt für den Ausbau ihrer Edelmetall-Bestände.

Mehr dazu: Edelmetall-Händler im Porträt – Empfehlenswerte Anbieter von Gold und Silber

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9 Kommentare

  1. Bin gespannt, ob man es heute ab 14:00 schafft, den Goldpreis zum WE auf 4.100 Dollar, aber zumindest auf 4.140 zu drücken. Man braucht ja bloss 50 Tonnen geliehen bekommen und einfach runter vom Balkon schubsen.
    Als Begründung könnte man sagen, dass der Donald nichts von den Angeboten des Iran annimt, schon gar nicht die 300 Mrd Dollar Wiedergutmachung, Also das ist die Höhe des Blutgeldes für die ermordeten Religionsführer. Und die müssen gezahlt werden, sonst geht nämlich nix in diesem, nun auch eurem Lande

  2. Mal eine Wasserstandsmeldung aus meinem Exponential-Keller:
    Nach meiner, vor drei Jahren aufgelegten Expo-Kurve mit 8% p.a. seit 1971, müsste Gold Mitte 2026 aktuell wenigstens bei 2500 € / oz. liegen.
    Leider liegen wir dort nicht, sondern weit darüber bei 3.600 €. Das ist schon der Stand im Jahr 2031; oder der vom Oktober 2025. Ziemlicher Mist ist das, oder? Kein Verlass auf die Brüder.
    Die Spitze von 4660 € / oz. vom 29.1.2026 ist übrigens auf der „Acht-Prozentigen“ im Jahr 2035. Letzteres sind also bereits 9 Jahre Vorsprung gewesen. Ich denke, wenn wir 2035 wieder bei 4660 € sind, wie Ende Januar 26 ist alles in Butter . Spassige Grüße ins Dorf. Legt Euch wieder hin. In y = ( e hoch x ) we trust!
    Der Commander.

    • @Commander
      Dss ist völlig richtig ind danke dafür.
      Mun sollte es auch der Letzte wissen, wann man Gold kaufen soll und wann nicht oder umgekehrt, wenn einer will, wann verkaufen.
      Er braucht bloss die 8% Kurve zeichnen.
      Da oder darunter lohnt sich ein Kauf, darüber ein Verkauf.
      Sinkt also Gold Mitte 2026, also demnächst, auf 2.500 Euro, dann den Händler aufsuchen ind den Krügerrand zu 2.600 Euronen mitnehmen.
      Ich persönlich werde schon bei 3.000 Euro den Krügerrand kaufen. Vielleicht dann zu 400 Euro zu teuer.
      Aber 2.800 ginge auch.
      Fazit, an dem Graphen zu kaufen schafft man ohnehin nicht.

    • @commander
      ich habe gestern nachgerechnet.
      Meine ( leider) nur 10 Stück Krügerrand von Anfang 2024 sind nun, trotz der leichten Erholung, immer noch weit über 60% teurer im Kauf.
      Innerhalb von 2.5 Jahren. Das zeigt die gewaltige Übertreibung, abweichend von der 8% Regel.
      Das beieutet, dass die Inflation und damit die Geldmenge
      überproportional ausgeufert ist und zwar seit 2000 schon.
      Man wird also den Exponenten anpassen müssen oder die Regel von 2000 an oder 2008 an messen und nicht von 1971 beginnend.
      Ich fürchte, das wird so kommen und zeigt damit auch den Untergang der Währung im Dollar und an den an ihn mehr oder weniger gekoppelten Euro, SF oder Pfund.

        • @GoldII
          Mehrere Analysten, auch goldkritische, haben gerechnet und stimmen mit der Meinung des @Commander überein, dass die jährliche, durchschnittliche Inflation über all die Jahre gerechnet ca 8% beträgt. Damit (Inflation), ist nicht die Teuerung gemeint, das wird oft verwechselt, sondern die Geldvermehrung durch die Druckerpresse ( Inflare = aufblähen, vermehren). Selbstredend führte aber bisher immer eine Inflation des Geldes auch zur Teuerung, mal mehr, mal weniger, mal früher, mal später.
          Da jedermann seine eigene „Konsum“ Teuerung hat, kann man also die Teuerung nicht so ohne weitres als Grundlage nehmen. Die Papiergeld Vermehrung jedoch ist für alle gleich.
          Für arm oder reich ob Vegetarier, Asket oder Hedonist.
          Tatsasche ist, dass der Goldpreis, wenn auch manchmal mit Verspätung, die Geldvermehrung (Inflation), nicht aber unbedingt auch gleich die Teuerung mit, wiederspiegelt.

          • @Maruti In welcher Währung haben diese Analysten gerechnet? In der Türkei zum Beispiel passen die acht Prozent nicht.
            Kannst du da eine Quelle zu den Analysen auf die du dich beziehst verlinken, klingt interessant.

    • Diese 8% gelten nur in sicheren Zeiten. In Zeiten der Papiergeld vernichtung (siehe 1922-23) wird dies bei weitem übertroffen.

  3. Schreibt heute Finanzen.net
    „ Gold tritt in Bärenmarkt ein und
    Goldpreis erholt sich nach Bärenmarkt: Darauf sollten Anleger jetzt achten“
    Der Goldpreis rutschte kürzlich unter seinen 200-Tage-Durchschnitt und auch 20 Prozent unter sein 52-Wochen-Hoch vom Januar bei 5.416,40 USD.( Bärenmarkt).
    Trotzdem soll man Gold halten, da es da es als „Katastrophenversicherung“ fungiere.“
    Als ob sich Katastrophen vorher zeitgerecht anmelden, damit man noch schnell so eine Versicherung abschliessen könne.
    Da nun Gold wieder steigt, sind wohl weit und breit keine Katastrophen mehr am Horizont sichtbar ind da Gold in den Bärenmarkt eintrat, waren wohl auch zuletzt keine sichtbar.
    Der Analyst hier lebt wohl seine „Vogel Strauss Lebensweisheit aus. Einfach nichts sehen, hören oder fühlen wollen, dann passiert auch nichts Unangenehmes.
    Ich werde mich dem anschliessen.

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