Goldmarkt: Spekulanten bauen Long-Positionen weiter aus

Spekulanten setzen stärker auf Gold. Der Open Interest steigt laut den aktuellen CoT-Daten weiter, während der Goldpreis die Woche bei 4.376 USD beendet.

Goldpreis behauptet Erholung

Gold beendete die Handelswoche am Freitag bei 4.376 USD bzw. 3.782 EUR pro Unze. Damit konnte sich der Goldpreis nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Wochen auf erhöhtem Niveau behaupten.

Die jüngsten Daten vom US-Terminmarkt zeigen, dass dieser Anstieg weiterhin von einem zunehmenden Engagement spekulativer Marktteilnehmer begleitet wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Große Spekulanten bauten ihre Netto-Long-Position um 10 Prozent auf 217.940 Kontrakte aus.
  • Der Open Interest stieg bis zum CoT-Stichtag um 7,7 Prozent auf 400.309 Kontrakte und danach weiter auf 406.848.
  • Die COMEX-Goldbestände sanken auf 26,64 Millionen Unzen, während die August-Lieferanträge auf 17.626 stiegen.

Spekulanten bauen Goldmarkt-Positionen aus

Goldreporter analysiert die aktuellen CoT-Daten der CFTC mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 11. August 2026. Dabei stieg der Open Interest gegenüber der Vorwoche um 7,7 Prozent auf 400.309 Kontrakte. Gleichzeitig erhöhten die großen Spekulanten ihre Netto-Long-Position um 10 Prozent auf 217.940 Kontrakte.

Die aktuellen CoT-Daten zeigen einen weiteren Aufbau spekulativer Goldpositionen. Gleichzeitig stieg der Open Interest deutlich an (Quelle: CFTC).
Die aktuellen CoT-Daten zeigen einen weiteren Aufbau spekulativer Goldpositionen. Gleichzeitig stieg der Open Interest deutlich an (Quelle: CFTC).

Besonders deutlich fiel der Anstieg beim Managed Money aus. Hier wuchs die Netto-Long-Position um 5 Prozent auf 137.662 Kontrakte. Die „Other Reportables“ stockten ihre Netto-Long-Position sogar um 20 Prozent auf 80.278 Kontrakte auf.

Auf der Gegenseite erhöhte sich die Netto-Short-Position der Commercials um knapp 12 Prozent auf 252.640 Kontrakte. Bei den Swap Dealers (darunter Banken) stieg der Netto-Short-Bestand um 8 Prozent auf 224.705 Kontrakte.

Damit stieg der Anteil der großen Spekulanten am gesamten Open Interest auf 63 Prozent – im Rahmen der seit 2011 von uns geführten Datenreihen entspricht dies einem neuen Rekord.

Open Interest steigt weiter

Auch nach dem CoT-Stichtag nahm die Aktivität am Gold-Terminmarkt weiter zu. Bis Freitag stieg der Open Interest auf 406.848 Kontrakte. Gegenüber der Vorwoche entspricht dies einem Plus von 2,6 Prozent.

Damit bestätigt sich die Entwicklung der vergangenen Wochen: Der Goldpreisanstieg wird von einem wachsenden Engagement am Terminmarkt begleitet.

Auch bei den Goldoptionen nahm die Aktivität zu. Der Open Interest stieg innerhalb einer Woche um 6,8 Prozent auf 800.517.

Dabei erhöhte sich die Put/Call-Ratio von 0,353 auf 0,379. Auf 100 Put-Optionen entfielen damit zuletzt 264 Call-Optionen, nach 283 Calls in der Vorwoche. Die Zahl der Puts nahm mit 12 Prozent stärker zu als die Zahl der Calls mit 5 Prozent.

COMEX-Goldbestände sinken

Währenddessen sind die an der COMEX gemeldeten Goldbestände erneut zurückgegangen. Das Gesamtinventar sank innerhalb einer Woche um rund 60.000 Unzen auf 26,64 Millionen Unzen.

Gleichzeitig erhöhte sich der Open Interest, sodass die rechnerische physische Deckung des Gold-Futures-Handels von 67 Prozent auf 65 Prozent zurückging. Im historischen Vergleich bleibt die Deckung damit weiterhin auf hohem Niveau.

Mehr Anträge auf physische Auslieferung

Weiter gestiegen ist auch die Zahl der Anträge auf physische Goldlieferung. Für den Liefermonat August lagen bis zuletzt 17.626 Anträge vor. Das waren 2.210 mehr als in der Vorwoche. Umgerechnet entsprechen die aktuellen Lieferanträge rund 55 Tonnen Gold.

Fazit

Die aktuellen Terminmarktdaten bestätigen die zunehmende Stärke am Goldmarkt. Die großen Spekulanten haben ihre Netto-Long-Positionen erneut deutlich ausgebaut, während gleichzeitig der Open Interest gestiegen ist.

Damit fließt weiterhin neues Kapital in den Gold-Futures-Handel. Bemerkenswert ist, dass der Open Interest auch nach dem CoT-Stichtag weiter zunahm und zuletzt 406.848 Kontrakte erreichte.

Allerdings hat sich damit auch die spekulative Positionierung weiter erhöht. Mit einem Anteil von rund 63 Prozent am Open Interest bewegt sich das Engagement der großen Spekulanten inzwischen auf einem hohen Niveau. Das unterstützt derzeit das positive Momentum, erhöht bei einem Stimmungsumschwung aber gleichzeitig das kurzfristige Rückschlagpotenzial.

Mehr dazu: CoT-Daten Gold – aktuelle Daten und Einordnung

Gold richtig lagern und schützen

Mit Gold durch den Zoll
Gold ins Ausland bringen oder zurückholen? Der Report erklärt die wichtigsten Regeln zur privaten Ein- und Ausfuhr von Gold und Silber.
→ Jetzt ansehen!

Gold vergraben, aber richtig! 
Praxisanleitung für ein nicht ortbares Edelmetall-Depot.
Jetzt in umfangreicher Neuauflage!
→ Jetzt ansehen!

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?

Anzeige

8 Kommentare

  1. Mehr Anträge aus physische Auslieferung – hoffentlich haben diese Spekulanten immer genug im Tresor. Irgendwo sind ja zur Not auch noch Billyboys Wolfram-Rohlinge.

  2. Wir wissen nicht genau, wer sich physisches Gold ausliefern lässt und ob dieses dann in Tresoren gehortet wird. Es ist durchaus möglich, dass es später den Markt geworfen wird.
    Wozu ? Um den physischen Goldpreis nach unten zu manipulieren etwa.
    Man handelt mit Papier, wandelt dann in Physisches und wirft letzteres auf den Markt
    Wie im Casino, Man spielt, gewinnt Jetons und wandelt diese in Banknoten und wirft selbige in der nächsten Kneipe unters Volk als Freibier, worauf die Bierpreise den Nachbarkneipen sinken.
    Es könnte so laufen, muss aber nicht.
    Eines ist aber sicher, so oder so, der Goldpreis fängt früher oder später die Inflation der Notenbanken ein.
    Und damit bin ich schon mal zufrieden.
    Sollte man dabei auch noch etwas zuverdienen, umso besser. Und die Versicherung gibt es ohnehin gratis oben drauf. Mehr sollte man nicht verlangen.

  3. Hallo Zusammen
    Wenn man sieht ,was alles für Krisen an den Finanzmärkten schlummern, dann müssen die Edelmetalle langsam wieder steigen!
    Trump macht immer mehr Schulden, das 40 Billionen Defizit schert ihn einen Dreck.
    Die Lebensmittelpreise und der Benzinpreis sind in den USA stark gestiegen!
    Den Japaner steht das Wasser auch bis zum Hals mit ihrem fast werlosen Yen. Die Inflation wird weiter steigen! Aber auch die Aktienmärkte ignorieren all diese Krisen!
    Na dann. Was rief Jesus am Kreuz?
    Herrgott vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!
    Grüsse aus der Schweiz
    Wir trocknen langsam aus!!!!

  4. @Geronimo, das die doe Preise für Benzin und Kost in den USA stark gestiegen sind ist lächerlich im Vergleich zu Germoney. Die Gallone in Liter umgerechnet beträgt keinen Euro/Liter. Und echte Lebensmittel waren immer relativ teurer wie der Füllstoff für die Massen!

    • Tresorfritze:
      Die Preise für einfache Lebensmittel in den USA sind im Vergleich zu Deutschland keinesfalls lächerlich. Im Gegenteil. Wenn Sie sich z.B. einmal auf der Internetseite von Walmart umsehen, werden Sie feststellen, dass die Preise aus deutscher Sicht extrem hoch sind. Nicht wenige Amis kaufen ihre Lebensmittel per Kreditkartenschulden.

      • @Racew/Tresorfritze
        Walmart ist ein schönes Beispiel für Gier/Größenwahn und den Gedanken unbesiegbar zu sein (wie die USA und andre Unternehmen/Länder).
        Das hat Jahrzehnte funktioniert.
        Shops in der Größe von Fußballfeldern und 30 Sorten Erdbeerjoghurt von 15 Herstellern (aber alles in echt mieser Qualität).
        Die riesen Läden haben irre hohe Fixkosten und die Kosten der Logistik explodieren.
        Bis irgendwann ….
        Das „Irgendwann“ ist jetzt im Beispiel ALDI- USA, die bei Walmart etc. für blanken Horror sorgen: aktuell 2.600 Filialen, 3-stellige Neueröffnungen pro Jahr, mehr US-Umsatz als in Dummland. Voller Generalangriff und die Kunden wandern in Scharen.
        Schneller, cleverer, bessere Qualität.

        So sind schon die Saurier ausgestorben.
        Und auch zu den bunten Papierzettelchen mit der Unterschrift irgendwelcher Politiker gibt es bessere und cleverere Alternativen.

        Kein Witz, nur zwei Beispiele:
        Die Hausmarke für Fleischprodukte bei Walmart ist Oscar Mayer (soll für die Qualität deutscher Metzger stehen, ist aber krasse Lüge).
        In USA müssen auf der Verpackung die Inhaltsstoffe angegeben werden, absteigend nach Gewichtsanteilen.
        Was ist der Hauptbestandteil einer Walmart-Mortadella ?
        Fleisch ?
        Quatsch !
        Wasser, gut über 30 %.
        Dann kommen Phosphate, Bindemittel, Farbstoffe, Konservierungsmittel….
        Ach ja, Fleisch ist auch drin, in der Luxusform von „mechanically separated….“.
        Klartext: das was vom Schwein übrig bleibt, wenn alle verkaufbaren Teile abgeschnitten sind, wird in einen riesen Mixer geworfen. Der aus dem Mixer laufende Brei wird dann wieder mit Phosphaten und viel Chemie und Farbstoffen eingedickt und……
        Jede gesunde Katze würde vor sowas davonlaufen.

        Florida ist das Land der Orangen und Erdbeeren.
        Wo kommt die Aldi-Konfitüre her ?
        Aus Europa.
        Kein US-Hersteller ist in der Lage, die Qualitätsanforderungen zu erfüllen.
        Das Obst besteht aus mehr Monsanto-Gilft als aus sonst was, statt Zucker wird ein Chemieprodukt aus Mais verwendet (weil billiger) …..

        Fazit: es gibt auch Dinge, die in Dummland vergleichsweise gut sind.
        Was man in USA an der Tanke und beim Strom spart, sollte man auf einem Bauernmarkt oder in einem Bioladen ausgeben.

        Eine Produktgruppe hat es in USA aber sehr viel besser: Gold und Silber kann man in unbegrenzter Menge anonym physisch kaufen.
        Der Staat vertraut seinen Bürgern.
        Auch bei Metall von Beretta.

        • @Tresorfritze, @RACEW und @BlackWood
          Der Durchschnittsamerikaner verdingt mehr Geld als ein durchschnittlicher Deutscher. Bis auf die Energiekosten, die in den USA gegenüber uns sehr günstig sind, braucht er auch mehr Geld für die Lebenshaltung. Für Nahrungsmittel in guter Qualität muss man auch tief in die Tasche greifen. Wie BlackWood geschrieben hat, sollte man den monetären Vorteil bei der Energie in die Lebensmittel stecken – der Gesundheit zuliebe. Denn ohne Gesundheit haben wir auch keinen Spaß mehr an unseren Metallen im Dorf.

  5. @Black Wood
    Servus, aus Greece! Die US Amerikaner sind schon ein besonderes Völkchen, vieles über pump zu finanzieren ist wohl bei denen etwas normales. Karten von American Express, Visa oder Mastercard, sind nicht ohne Grund mit 1/3 USA Anteil oder mehr vertreten.
    Meine Investition in Visa hat sich mehr als rentiert, einfach laufen lassen und ab und zu Gewinn rausnehmen und in Unternehmen mit Rabatt und guten Bilanz investieren.
    Wo wir bei Rabatt sind, der Preis von Walmart ist jenseits über gut und böse. Es gibt anscheinend immer noch genug Leute die glauben das geht ewig so weiter, das gleiche beim Öl. Investieren bei höchstpreise bloß nicht den Zug verpassen und wenn die Preise irgendwann wieder fallen alles in Panik verkaufen.
    Bin seit langem bei Canadian Natural Ressources investiert, würde ich aktuell noch dazu kaufen? Nein!
    Hier in Greece scheint die Sonne so schön golden, konkurriert mit dem Glanz von meine Sovereigns!

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige