Edelmetall-Handel: Geschäftslage und Aufgelder normalisieren sich

Der Edelmetall-Handel zeigt sich nach turbulenzen Wochen wieder entspannter. Während die Spreads leicht erhöht bleiben, nähern sich die Aufgelder wieder dem üblichen Niveau.

Edelmetall-Handel mit stabileren Aufgeldern bei Gold und Silber
Die Versorgung mit Edelmetallen bleibt stabil. Aufgelder sinken, während die Spreads erhöht bleiben.

Entspannte Lage im Edelmetall-Handel

Nach den teils kräftigen Ausschlägen der vergangenen Monate kehrt im Edelmetall-Handel wieder mehr Normalität ein. Zwar suchen Gold und Silber nach der Frühjahrsrally weiter nach einer neuen Richtung. Im Geschäft mit Münzen und Barren hat sich die Dynamik zuletzt aber deutlich abgeschwächt.

Die Lage im Edelmetall-Handel entspannt sich, auch wenn die Spreads noch nicht auf Normalniveau zurückgekehrt sind.

„Das Geschäft hat sich auf gutem Niveau stabilisiert – sowohl im Ankauf als auch im Verkauf“, sagte Dominik Lochmann von ESG Edelmetalle am Freitag gegenüber Goldreporter. Auch bei der Verfügbarkeit gebe es derzeit kaum Einschränkungen. Über alle Produktgruppen hinweg sei die Versorgungslage entspannt. Aus Händlersicht entspreche der Markt damit aktuell weitgehend einem normalen Umfeld.

Die aktuelle Marktphase zeigt sich vor allem in den Margen: Während sich die Aufgelder je nach Produkt unterschiedlich entwickeln, sind die Spreads zuletzt vielerorts wieder gefallen.

Überblick über die aktuellen Preise, Aufgelder und Spreads im deutschen Edelmetall-Handel.
Überblick über die aktuellen Preise, Aufgelder und Spreads im deutschen Edelmetall-Handel.

Gold: Käufer zahlen etwas höhere Aufgelder

Die aktuelle Preisabfrage unter sechs deutschen Edelmetall-Händlern (Vergleich: 15. Mai 2026) zeigt im Goldbereich ein gemischtes Bild.

Für den neuen Krügerrand (1 Unze) wurden im Durchschnitt 4.039 Euro verlangt – rund 20 Euro weniger als in der Vorwoche. Dennoch stieg das durchschnittliche Aufgeld leicht auf 3,61 Prozent (Vorwoche: 3,48 Prozent).

Auch 100-Gramm-Goldbarren verbilligten sich auf durchschnittlich 12.812 Euro. Gleichzeitig erhöhte sich das Aufgeld leicht auf 2,21 Prozent nach zuvor 2,09 Prozent.

Interessant bleibt der Abstand zwischen neuer und älterer Ware. Ältere Krügerrand-Jahrgänge liegen im Durchschnitt weiterhin rund 64 Euro unter dem Preis aktueller Prägungen. Eine Woche zuvor betrug dieser Vorteil noch etwa 70 Euro.

Auf der Verkaufsseite zeigt sich gleichzeitig etwas mehr Entspannung. Die Spreads gingen gegenüber der Vorwoche zurück – obwohl Händler die niedrigeren Edelmetall-Kurse nicht vollständig an ihre Ankaufspreise weitergaben.

Im Überblick:

  • Krügerrand: Ø 6,32 Prozent
  • Goldbarren: Ø 5,41 Prozent

Mehr dazu: Die besten Goldmünzen zur Kapitalanlage

Silber: Mehr Bewegung bei Münzen als bei Barren

Deutlicher fallen die Veränderungen weiterhin im Silbermarkt aus. Besonders bei klassischen Anlagemünzen hat sich das Preisgefüge verschoben.

Der neue Maple Leaf (1 Unze) kostete zuletzt im Schnitt 87,67 Euro – ein Rückgang um 5,29 Euro gegenüber der Vorwoche. Das durchschnittliche Aufgeld sank gleichzeitig deutlich auf 34,11 Prozent nach zuvor 37,27 Prozent.

Anders entwickelte sich der Markt für Silberbarren: Der Preis eines 1-Kilogramm-Barrens fiel auf durchschnittlich 2.759 Euro. Dennoch erhöhte sich das Aufgeld auf 31,30 Prozent (Vorwoche: 29,70 Prozent).

Zusätzlichen Spielraum bieten weiterhin ältere Münzjahrgänge. Silber-Maple-Leafs aus dem Sekundärmarkt liegen derzeit im Durchschnitt rund 15 Euro unter dem Preis neuer Ware – sofern entsprechende Stücke verfügbar sind.

Bei den Spreads ergibt sich folgendes Bild:

  • Silbermünzen: Ø 33,28 Prozent (Vorwoche: 38,01 Prozent)
  • Silberbarren: Ø 39,98 Prozent (Vorwoche: 39,10 Prozent)

Die gesunkenen Spreads resultieren vor allem aus einem rückläufigen Verkaufspreisniveau. Das heißt, die Edelmetall-Händler haben die Preise für Silbermünzen stärker abgesenkt als der Kursrückgang bei Silber es erlaubt hätte.

Markt normalisiert sich

Der Edelmetall-Handel entfernt sich derzeit sichtbar von den Spannungen der vergangenen Monate. Allerdings bleiben die Spreads erhöht. Dagegen bewegen sich die Aufgelder bei vielen Edelmetall-Produkten wieder näher am üblichen Niveau.

Mehr dazu: Edelmetall-Händler im Porträt – Empfehlenswerte Anbieter von Gold und Silber

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