Am Gold-Terminmarkt zeigen Banken keine aggressive Neu-Positionierung. Die Short-Positionen stiegen in den vergangenen Wochen nur moderat.

Banken short auf Gold
Die jüngsten CoT-Daten signalisierten bereits eine abwartende Haltung vieler Marktteilnehmer am Goldmarkt. Der aktuelle Bank Participation Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC bestätigt dieses Bild nun auch auf Ebene der Bankenpositionierung.
Der Terminmarkt zeigt derzeit keine aggressive Neu-Positionierung. Banken und Spekulanten agieren weiterhin auffallend vorsichtig.
Per 5. Mai 2026 hielten die an der COMEX aktiven Banken eine Netto-Short-Position von 159.649 Gold-Futures-Kontrakten. Das entsprach Vorwärtsverkäufen von rund 496 Tonnen Gold. Im Vormonat lag der Wert noch bei etwa 482 Tonnen.

Damit stieg die aggregierte Netto-Short-Position lediglich moderat um rund 3 Prozent beziehungsweise 14 Tonnen.
Ausländische Banken dominieren die Short-Seite
Der Anstieg verteilte sich nahezu gleichmäßig auf die beteiligten Bankengruppen. Die fünf erfassten US-Banken hielten Anfang Mai netto 63.678 Short-Kontrakte, was rund 198 Tonnen Gold entsprach. Gleichzeitig lagen die 23 erfassten Nicht-US-Banken mit 95.971 Kontrakten beziehungsweise 298 Tonnen netto-short.
In beiden Gruppen erhöhte sich die Position gegenüber dem Vormonat um jeweils rund 3 Prozent.
Auffällig bleibt jedoch die längerfristige Entwicklung. Denn seit rund einem Jahr liegt die Netto-Short-Position der ausländischen Banken regelmäßig über jener der US-Institute. Amerikanische Banken agierten am Goldmarkt zuletzt also deutlich zurückhaltender als internationale Bullionbanken.
Der Goldpreis hatte im April gleichzeitig eine Schwächephase durchlaufen. Im Monatsdurchschnitt lag der Kurs am CME-Spotmarkt bei 4.723 US-Dollar pro Unze und damit rund 2,7 Prozent unter dem Durchschnitt des Vormonats.
Banken prägen weiter die Struktur am Terminmarkt
Auch nach dem jüngsten Positionsabbau bleibt der Einfluss der Banken am Gold-Terminmarkt außergewöhnlich hoch. Anfang Mai entfielen weiterhin rund 51 Prozent des gesamten Open Interest auf Short-Positionen der Banken. Im Vormonat lag der Anteil noch bei etwa 52 Prozent. Der Rekord stammt vom August 2025 mit knapp 61 Prozent.
Damit stellen die Institute nach wie vor einen wesentlichen Teil der Angebotsseite im Gold-Futures-Handel. Gleichzeitig sichern sie einen großen Teil der Marktliquidität an der COMEX ab.
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Banken erfüllen mehrere Funktionen zugleich
Die Rolle der Banken im Goldmarkt geht weit über reine Spekulation hinaus. Denn viele Institute treten gleichzeitig als Market Maker, Liquiditätsanbieter und Gegenpartei großer Finanzinvestoren auf. Darüber hinaus handeln einige Banken auch auf eigene Rechnung.
Historisch zeigt sich dabei ein klares Muster: Banken sind im Gold-Futures-Handel meist netto-short positioniert. Nur im Jahr 2013 kam es zeitweise zu einer deutlichen Ausnahme von dieser Struktur.
Steigt der Goldpreis kräftig an, erhöht sich entsprechend auch das Risiko auf der Short-Seite. Allerdings werden diese Positionen häufig über andere Marktinstrumente abgesichert.
Goldmarkt sucht nach neuer Orientierung
Die zuletzt vergleichsweise kleinen Veränderungen bei den Positionierungen sprechen weiterhin für eine Phase der Neuordnung am Goldmarkt. Nach der starken Rally und der anschließenden Korrektur fehlt bislang eine klare neue Richtung.
Dabei gewinnen derzeit vor allem Liquiditätsmanagement, Absicherungsgeschäfte und taktische Marktpositionierungen an Bedeutung. Der Terminmarkt wirkt damit deutlich defensiver als noch zu Beginn der Rally.
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