Goldmarkt ohne China-Impuls: Spread fällt weiter ins Minus

Der Goldmarkt erhält aktuell keine zusätzlichen Impulse aus China. Der negative China-Spread weitet sich aus und passt zur schwächeren Gesamtmarktnachfrage.

Goldpreis-Spread zwischen China und Europa wieder deutlich negativ.
Der China-Spread ist weiter gesunken, ein Zeichen fĂĽr fehlende Impulse auf dem Goldmarkt.

China-Spread fällt weiter

Auf dem internationalen Goldmarkt gibt es nach wie vor erhebliche geografische Unterschiede beim Goldpreis. Dabei zeigt die wöchentliche Goldreporter-Analyse, dass sich die Kursabschläge an der Shanghai Gold Exchange gegenüber dem europäischen Spotmarkt weiter ausgeweitet haben.

In China wird die Goldunze unter dem Europa-Kurs gehandelt. Ein Zeichen fehlender Goldmarkt-Impulse aus China.

Konkret: Am Montag lag der Goldpreis in China rund 16 US-Dollar pro Unze unter dem FOREX-Kurs hierzulande. Vor einer Woche hatte der Abschlag 11 US-Dollar betragen.

China dominiert nicht mehr

Innerhalb der vergangenen fĂĽnf Handelstage sind die Notierungen an beiden Märkten gefallen, allerdings stärker in Shanghai: 

  • China: -66 USD/oz
  • Europa: -61 USD/oz

Am Montagmorgen betrug der FOREX-Kurs hierzulande 4.502 USD. Dagegen wurde der SGE-Nachmittagskurs mit umgerechnet 4.486 USD festgestellt.

Messzeit: [Mo. 01.06.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]

Aufschlag China → Europa Spot: -16 USD/oz (25.05.26: -11 USD); Δ: -5 USD

Mehr zum internationalen Marktgeschehen: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

Markt / Kennzahl 01.06.26 25.05.26 Δ 
Gold China SGE Fix (CNY/Gramm) 981 997 -1,7 %
Gold China SGE (USD/Gramm) 144,24 146,37 -1,5 %
Goldpreis China SGE
(USD/oz)
4.486 4.552 -66
Goldpreis Europa
(USD/oz)
4.502 4.563 -61
Aufschlag/Abschlag China
→ Europa (USD/oz)
-16 -11 -5

Was bedeutet das fĂĽr den Goldmarkt?

Die Goldhausse der vergangenen beiden Jahre wurde auch durch eine starke chinesische Goldnachfrage getrieben. Dies fĂĽhrte zeitweise zu einem deutlichen Aufschlag an der Shanghai Gold Exchange von bis zu 100 USD pro Unze. Im Zuge regen Arbitragehandels flossen erhebliche physische Goldmengen nach China. Das fĂĽhrte teilweise zu Angebotsengpässen und zog den internationalen Goldpreis nach oben. 

Doch der negative China-Spread zeigt, dass solche Impulse derzeit fehlen. Der Goldmarkt ist stärker durch den schwachen Handel im Westen geprägt. Davei zeigen de jüngsten CoT-Daten bei Gold, dass der Open Interest im amerikanischen Gold-Futures-Handel historische Tiefststände erreicht hat. Das heißt, Gold ist derzeit vor allem unter Investoren weniger gefragt.

Methodik: SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 01.06.26; Umrechnung über 6,803 CNY/USD (Vorwoche: 6,817 CNY/USD). Vergleich mit zeitgleichem Spot-Goldpreis (FOREX). Angaben ohne Gewähr.

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1 Kommentar

  1. Das ist gut. Je langweiliger Gold, desto uninteressanter für Spekulanten und besser für heimliche Käufer.
    Doch so ganz ist das nicht, die Volatilität innerhalb von nur 2 Tagen zeichnet ein anderes Bild.
    Wenn Gold billiger in China ist, mĂĽsste doch Gold von China nach Europa wandern. Das geschieht aber nicht.

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