Der China-Spread fällt auf minus 16 US-Dollar. Der Goldpreis steigt im Westen stärker als in Shanghai. Was das für den Goldmarkt bedeutet.

China-Spread fällt deutlich ins Minus
Der Preisabstand zwischen China und dem westlichen Goldmarkt hat sich weiter zulasten des chinesischen Handels verschoben. Gold notierte an der Shanghai Gold Exchange am Montag rund 16 US-Dollar je Unze unter dem europäischen Spotpreis. In der Vorwoche hatte der Abschlag lediglich 3 US-Dollar betragen.
Während Chinas staatliche Goldnachfrage hoch bleibt, liefert die Konsumentennachfrage derzeit keine zusätzlichen Preisimpulse.
Goldpreis steigt im Westen stärker
Seit unserem letzten Vergleich legte der Goldpreis in beiden Märkten kräftig zu. Allerdings fiel der Anstieg am europäischen Spotmarkt stärker aus als an der Shanghai Gold Exchange.
- China: +281 USD/oz
- Europa: +294 USD/oz
Dadurch weitete sich der negative China-Spread um weitere 13 US-Dollar je Unze aus. Nach Goldreporter-Berechnung notierte Gold an der Shanghai Gold Exchange zuletzt 16 US-Dollar je Unze unter dem europäischen Spotpreis.
Messzeit: [Mo. 10.08.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MESZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: -16 USD/oz (03.08.26: -3 USD); Δ: -13 USD
| Markt / Kennzahl | 10.08.26 | 03.08.26 | Δ |
|---|---|---|---|
| Gold China SGE Fix (CNY/Gramm) | 945 | 884 | +6,9 % |
| Gold China SGE (USD/Gramm) | 139,50 | 130,46 | +6,9 % |
| Goldpreis China SGE (USD/oz) |
4.339 | 4.058 | +281 |
| Goldpreis Europa (USD/oz) |
4.355 | 4.061 | +294 |
| Aufschlag/Abschlag China → Europa (USD/oz) |
-16 | -3 | -13 |
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten
Was der negative China-Spread bedeutet
Der sogenannte China-Spread gilt als wichtiger Indikator für die Preisverhältnisse zwischen dem chinesischen Goldmarkt und dem westlichen Spotmarkt. Ein positiver Wert zeigt, dass Gold in Shanghai höher bewertet wird als im Westen. Ein negativer Wert bedeutet dagegen, dass vom chinesischen Kassamarkt derzeit keine zusätzlichen Aufwärtsimpulse ausgehen.
Mit einem Abschlag von 16 US-Dollar je Unze hat sich dieser Effekt gegenüber der Vorwoche deutlich verstärkt. Bemerkenswert ist dabei, dass der Goldpreis gleichzeitig kräftig gestiegen ist. Die Notierungen in Shanghai konnten mit dem stärkeren Preisanstieg im Westen nicht ganz Schritt halten.
Das spricht dafür, dass die chinesische Konsumentennachfrage bei den höheren Goldpreisen derzeit keine zusätzlichen Impulse liefert. Gleichzeitig bleibt die strategische Goldnachfrage Chinas hoch: Die offiziellen Goldreserven wurden im Juli um knapp 20 Tonnen erhöht. Das war der stärkste monatliche Zuwachs seit Oktober 2023.
Mehr zum internationalen Marktgeschehen: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse


