Goldmarkt unter Druck: Chinas Banken verschärfen den Goldhandel

Chinesische Banken verschärfen ihre Risikokontrollen im Silber- und Gold-Handel. Nun erhöht auch die Guangfa Bank die Margin-Anforderungen deutlich.

China verschärft die Regeln für den Gold- und Silberhandel.
Chinesische Banken verschärfen ihre Vorgaben für Gold- und Silbergeschäfte angesichts hoher Marktvolatilität.

Margin-Erhöhung in Chinas Goldhandel

Chinesische Banken haben ihre Sicherheitsanforderungen im Gold- und Silberhandel in den vergangenen Wochen schrittweise erhöht. Nachdem mehrere große Staatsbanken die Margin-Anforderungen für Edelmetall-Geschäfte Anfang Juni auf 120 Prozent des Kontraktwerts angehoben hatten, folgt laut Presseberichten nun mit der Guangfa Bank ein weiteres Institut. Die Bank verlangt künftig Sicherheitsleistungen von 140 Prozent für Gold- und Silber-Termingeschäfte und setzt damit einen neuen Höchstwert unter den Banken des Landes.

Die restriktiven Maßnahmen im chinesischen Goldhandel dämpfen zusätzliche Impulse für den Goldpreis aus Fernost.

Reaktion auf starke Goldpreis-Schwankungen

Als Grund nennt die Bank die erhöhte Volatilität an den Edelmetall-Märkten. Der Goldpreis war Anfang Juni innerhalb weniger Handelstage von rund 4.500 US-Dollar auf zeitweise knapp über 4.000 US-Dollar pro Unze gefallen. Zwar erholten sich die Kurse anschließend wieder. Allerdings blieben die täglichen Schwankungen hoch.

Marktbeobachter sehen die höheren Margin-Anforderungen als klassische Maßnahme zur Begrenzung von Risiken. Anleger müssen für bestehende und neue Positionen mehr Eigenkapital hinterlegen. Dadurch sinkt der mögliche Hebeleinsatz.

Spekulative Nachfrage könnte zurückgehen

Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Maßnahmen vor allem kurzfristig orientierte Marktteilnehmer treffen. Höhere Sicherheitsleistungen reduzieren die Kapitaleffizienz und erschweren spekulative Engagements im sogenannten Deferred-Handel der Shanghai Gold Exchange. Deferred-Kontrakte ähneln Futures, haben jedoch keinen festen Fälligkeitstermin und können bei ausreichender Sicherheitsleistung fortlaufend gehalten werden.

Bereits Anfang Juni hatten mehrere chinesische Großbanken ihre Vorgaben verschärft und teilweise die Eröffnung neuer Positionen eingeschränkt. Die aktuelle Entscheidung der Guangfa Bank deutet darauf hin, dass sich die Risikokontrollen im chinesischen Edelmetall-Handel weiter verschärfen könnten. Sollte die Volatilität am Goldmarkt anhalten, rechnen Beobachter mit ähnlichen Schritten weiterer Institute.

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

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4 Kommentare

  1. Wer weiß ob das dem Goldpreis langfristig eher zugute kommt. Dieses ganze Hedging gedöns kann doch den Langfristanlegern gestohlen bleiben

  2. @Goldreporter

    Warum gibt es keine aktuellen Cot-Daten mehr ? würde gerne die Auslieferungsdaten sehen und wie sich die Comex-Bestände geändert haben . Danke

  3. Gold und Silber befindet sich seit Monaten auf Talfahrt und weit unterhalb der 200 Tage Linien.
    Diese lange Talfahrt erinnert an 2013, wo die Metalle 47% am Dollarwert verloren. Das wäre an und für sich nicht schlimm, nur dauerte dann das Tief quälende 5 Jahre und erst dann kam es zum Ausbruch, als niemand sich mehr um Gold kümmerte und es keinen mehr interssierte.
    Alle wurden rausgeschüttelt und hatten verkauft.
    Man verpasste den Anstieg und stieg erst wieder bei Höchstkursen ein. Trotz der Warnungen.
    Das ist gelebte Börsenpsychologie. Man geht immer in überfülltes Lokal. Massenpsychose.
    Gehen wir diesmal von 50% aus, wird Gold auf 2.800 Dollar fallen und bei Silber muss man mit 75% und mehr rechnen, was durchaus 40 Dollar sein können.
    Trotzdem, eine Unze bleibt eine Unze, geändert hat sich nur das Papier und dieses hat keinen intrinsischen Wert und wird weiter inflationiert.
    Trotzdem werden Gold und Silber ihre ATH wieder erreichen und darüber hinaus springen.
    Weil es immer so war, ohne Ausnahme.
    Man nutze wenigstens diesmal die Chancen.

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