Der Gold-Terminmarkt zeigt wachsenden Druck. Open Interest steigt, während neue Short-Positionen aufgebaut werden. Was bedeutet das für den Goldpreis?

Open Interest steigt trotz fallendem Goldpreis
Der Terminmarkt für Gold zieht weiter leicht an. Laut aktuellen CoT-Daten ist der Open Interest die dritte Woche in Folge gestiegen. Per 28. April lag er bei 369.530 Kontrakten (+1 %). Bis Freitag erhöhte sich die Zahl weiter auf 376.346 (+1,9 %).
Der Goldpreis fällt, während das Open Interest steigt – ein klassisches Signal für zunehmenden Verkaufsdruck im Terminmarkt.
Marktstruktur kippt in Richtung Short
Gleichzeitig gab der Goldpreis im Wochenverlauf um rund 2 % nach auf 4.613 US-Dollar je Unze.
Das Muster ist eindeutig: Mehr Kontrakte bei fallenden Kursen deuten auf neue Wetten gegen den Markt hin – nicht auf frisches Kaufinteresse.
Auch innerhalb der Händlergruppen kam es zu Verschiebungen:
- Commercials: Netto-Short -4 % auf 194.813
- Große Spekulanten: Netto-Long -1,7 % auf 159.571
Auffällig ist der Aufbau neuer Short-Positionen im Bereich „Managed Money“. Gleichzeitig ist der Anteil spekulativer Positionen am Open Interest um 3 Prozentpunkte auf 52 Prozent gesunken.
Das deutet darauf hin, dass die jüngste Marktbewegung nicht ausschließlich von Spekulanten getragen wird. Dennoch bleibt das Niveau am US-Goldmarkt im historischen Vergleich hoch (Rekord: 62 Prozent im September 2024).

Optionen senden gegenteiliges Goldmarkt-Signal
Am Optionsmarkt zeigt sich ein anderes Bild. Nach dem Verfall sank der Open Interest um 16 % auf 690.691 Kontrakte.
Gleichzeitig fiel die Put/Call-Ratio deutlich auf 0,486. Das bedeutet: Auf 100 Puts kommen rund 206 Calls.
Die Optionshändler setzen damit klar auf steigende Preise – ein Gegensatz zur Entwicklung im Futures-Markt.
Physische Deckung bleibt hoch
Die Lagerbestände an der COMEX legten leicht zu:
- Gesamt: 29,32 Mio. Unzen (+80.000)
- Registered: 15,76 Mio. Unzen (+100.000)
Die physische Deckung liegt mit 78 % weiterhin auf hohem Niveau.
Trotz des jüngsten Anstiegs bleibt der übergeordnete Trend klar: Seit Jahresbeginn sind die Bestände um 19 % gesunken.
Zur Einordnung: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung
Nachfrage nach physischer Lieferung zieht an
Auch die Auslieferungsdaten bestätigen die Entwicklung. Denn im vergangenen Monat wurden 22.750 Lieferanträge gestellt – rund 71 Tonnen Gold. Das entspricht einem Plus von 56 % gegenüber dem Vormonat.
Fazit: Uneinheitliches Bild im Goldmarkt
Der Terminmarkt signalisiert Druck durch neue Short-Positionen. Gleichzeitig bleibt der Optionsmarkt optimistisch und die physische Nachfrage hoch.
Ein klarer Trend lässt sich daraus nicht ableiten.
Der Markt wirkt aktuell wie in einer Übergangsphase – mit erhöhter Anfälligkeit für schnelle Richtungswechsel.
Mehr zur aktuellen Entwicklung: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten



Hier ein Artikel von den Goldseiten:
„Ein weiteres wichtiges Thema ist die unterschiedliche Entwicklung bei Privatanlegern und institutionellen Anlegern. Maharrey wies darauf hin, dass der Goldpreis häufig während der asiatischen und europäischen Handelszeiten steigt und dann bei Eröffnung der US-Märkte wieder fällt. Diese Beobachtung deckt sich mit ETF-Daten, die für März anhaltende Zuflüsse in Goldfonds in Asien belegen.
Newman bestätigte, dass die Nachfrage von Privatanlegern weiterhin stark ist, insbesondere bei Münzen und Barren in verschiedenen Regionen.“
Dass die US Börsen gerne den Goldpreis senken, ist seit langem bekannt. Dass aber private Anleger vermehr Münzen und Barren kaufen, das schreibt auch GR.
Und damit kommt es zur Abkoppelung der Tafelpreise von den physischen Preisen bei Händlern. Letztere sind die wahren Märkte.
Auch das wussten wir schon seit zig Jahren.
Der scheinbare Markt der Comex und der wahre Markt der Händler vor Ort.
Obwohl der Goldpreis an den Tafeln seit Wochen immer nur Minus zeigt, kostet meine Referenzmünze, der Krügerrand des aktuellen Jahrganges, immer noch deutlich über 4.000 Euro, etwa 800 Euro unter dem ATH.
Das zeigt, dass die Händler wenig Lust haben, das Preisgefüge anzupassen. Es ist wie an der Tankstelle, der Tankrabatt musste her, um ein Benzin paar Cent zu senken.
Ein Goldrabatt wurde erst gar nicht dikutiert.
Auch gut, denn der Tankrabatt, Millionen, ist schon verpufft und die Steuergelder flossen den Öl Multis in die Tasche.
Und so wandert Gold weiter von den zittrigen Händen hier im Westen zu den starken Händen dort im Osten.
Derweil Trump und seine Regierung herumeiert und herumschleicht, wie eine Katze um den heissen Brei.
Und ausser miauen nicht viel bringt und auf Zeit schindet.
Verliert er die Wahl im November, ist die USA handlungsunfähig. Darauf wetten so einige in dieser Welt.