Weltweite Goldnachfrage in Q2: Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick

Die weltweite Goldnachfrage blieb im zweiten Quartal 2026 stabil. Notenbanken kauften fast 289 Tonnen Gold, während ETF-Abflüsse und die schwache Schmucknachfrage belasteten.

Goldbarren vor Weltkarte als Symbol für die stabile Goldnachfrage im zweiten Quartal 2026.
Die weltweite Goldnachfrage blieb im zweiten Quartal 2026 stabil. Kräftige Käufe der Notenbanken und eine hohe OTC-Nachfrage glichen ETF-Abflüsse sowie die schwächere Schmucknachfrage weitgehend aus.

Stabile Goldnachfrage in Q2

Die globale Goldnachfrage einschließlich des außerbörslichen Handels (OTC) erreichte im zweiten Quartal 2026 insgesamt 1.269 Tonnen und lag damit praktisch auf dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig stieg der Wert der Nachfrage aufgrund des hohen Goldpreisniveaus auf den Rekordwert von 380 Milliarden US-Dollar. Das geht aus dem aktuellen Gold Demand Trends-Bericht des World Gold Council hervor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die weltweite Goldnachfrage blieb im zweiten Quartal 2026 mit 1.269 Tonnen auf Vorjahresniveau.
  • Notenbanken kauften 289 Tonnen Gold, während Gold-ETFs Netto-Abflüsse von rund 45 Tonnen verzeichneten.
  • Die Schmucknachfrage fiel auf den niedrigsten Quartalswert seit der Corona-Pandemie, das Angebotsniveau blieb dagegen stabil.

Notenbanken kehren als starke Käufer zurück

Besonders auffällig ist die Rückkehr der Zentralbanken an den Goldmarkt. Nach einer ungewöhnlich schwachen Kaufaktivität im ersten Quartal erhöhten sie ihre Bestände zwischen April und Juni um 288,9 Tonnen Gold. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 62 Prozent.

Damit bewegen sich die offiziellen Goldkäufe wieder auf dem hohen Niveau, das den Markt seit vier Jahren prägt. Der World Gold Council erwartet, dass die Notenbanken auch im zweiten Halbjahr wichtige Stützen der Goldnachfrage bleiben, wenngleich das Rekordniveau des Jahres 2025 wohl nicht ganz erreicht wird

ETF-Abflüsse nach Preisrückgang

Dagegen gerieten Gold-ETFs im zweiten Quartal unter Druck. Nach starken Zuflüssen zu Jahresbeginn verzeichneten die Fonds Netto-Abflüsse von 44,8 Tonnen.

Goldreporter verfolgt die Entwicklung des größten Gold-ETFs, der SPDR Gold Shares (GLD) wöchentlich.

Auslöser waren vor allem der um rund 8 Prozent niedrigere Goldpreis gegenüber dem ersten Quartal sowie gestiegene Inflationserwartungen und höhere Zinserwartungen in den USA. Gleichzeitig wertete der US-Dollar auf, wodurch Goldanlagen für viele Investoren weniger attraktiv erschienen.

Anlagegold auf normalem Niveau

Die private Investmentnachfrage nach Goldbarren und Anlagemünzen blieb mit 307 Tonnen nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (-3 %). Nach zwei außergewöhnlich starken Quartalen normalisierte sich das Kaufverhalten damit wieder.

Besonders in Asien sieht der World Gold Council jedoch weiterhin erhebliches Nachfragepotenzial für das zweite Halbjahr.

Schaubild zur weltweiten Goldnachfrage im zweiten Quartal 2026 nach Sektoren mit Vergleich zum Vorjahresquartal.
Goldnachfrage nach Sektoren im Vergleich (Quelle: WGC, Grafik: Goldreporter)

Schmucknachfrage bricht ein

Am stärksten litt erneut die Schmuckbranche. Der tatsächliche Goldverbrauch für Schmuck sank auf 278 Tonnen und erreichte damit den niedrigsten Quartalswert seit der Corona-Pandemie. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 17 Prozent.

Grund dafür bleiben die hohen Goldpreise und die vielerorts angespannte Kaufkraft der Verbraucher. Dennoch stiegen die weltweiten Ausgaben für Goldschmuck um 14 Prozent auf rund 40 Milliarden US-Dollar. Käufer erwerben also weniger Gold, geben dafür aber deutlich mehr Geld aus.

KI stützt industrielle Goldnachfrage

Die industrielle Goldnachfrage entwickelte sich dagegen robust. Insgesamt wurden 80,4 Tonnen Gold im Technologiesektor verarbeitet (+2 % gegenüber Vorjahr).

Während die klassische Unterhaltungselektronik weiterhin schwächelt, sorgt insbesondere die wachsende Nachfrage aus Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) für zusätzliche Impulse im Halbleiterbereich.

Goldangebot kaum verändert

Auf der Angebotsseite blieb der Markt ebenfalls weitgehend ausgeglichen. Die gesamte Goldversorgung lag mit 1.268,9 Tonnen praktisch auf Vorjahresniveau.

Die Minenproduktion stieg um 2 Prozent auf 965,6 Tonnen und erreichte damit einen neuen Höchstwert für ein zweites Quartal. Gleichzeitig sank das Goldrecycling um 6 Prozent auf 326,1 Tonnen, da der gegenüber dem Rekordquartal niedrigere Goldpreis weniger Anleger zum Verkauf von Altgold bewegte.

Einordnung von Goldreporter

Die Zahlen unterstreichen einmal mehr die unterschiedlichen Triebkräfte am Goldmarkt. Während private Schmuckkäufer unter den hohen Preisen leiden und ETF-Investoren kurzfristig auf Zins- und Dollar-Entwicklungen und das negative Goldpreis-Momentum reagierten, bleiben die strukturellen Käufer unverändert aktiv.

Insbesondere die Notenbanken setzen ihre langfristige Diversifizierungsstrategie fort und sorgen gemeinsam mit einer robusten asiatischen Investmentnachfrage für ein stabiles Fundament. Sollte sich die Investmentnachfrage im zweiten Halbjahr wie erwartet weiter beleben, dürfte der physische Goldmarkt trotz schwacher Schmuckumsätze insgesamt robust bleiben.

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

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2 Kommentare

  1. De facto haben fast alle Notenbanken dieser Welt über das gesunde Maß hinausgehende, aufgeblähte Bilanzen in den Büchern.
    Und da muss sich die Notenbank absichern und das geht eben nur mit physischem Gold und nicht mit Papier oder dessen Sonderling, dem Bitcoin auf einer Festplatte.
    Nicht mal Diamanten oder das sauteure Osmium funktioniert.

  2. @Maruti
    Die Notenbanken müssen sich mit physischen Gold absichern, hahaha. Der war gut!
    Intern denken und handeln die anders, extern versuchen die das Vertrauen in die jeweilige Währung aufrecht zu erhalten. Die vertrauen sich untereinander nicht und an deren System!
    Allein schon die jenigen die hohe Beträge auf der Bank haben und Gold als archaisches Relikt sehen, sollten sich Gedanken darüber machen warum Notenbanken physisches Gold kaufen? Wenn die Notenbanken das machen dann schadet auch nicht als private Person gleich zu tun, nicht unbedingt all in aber zumindest einen kleinen Bestand.

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