Goldpreis unter Druck: Experten erklären Abverkauf

Starker Abverkauf bei Gold und Silber: Auf dem ZukunftsForum Edelmetalle lieferten Branchenexperten Erklärungen für die jüngsten Kursausschläge.

Auf der Branchenkonferenz ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt war auch der Goldpreis-Crash Thema.
Auf der Branchenkonferenz ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt wurde auch der Goldpreis-Crash thematisiert.

Goldpreis extrem volatil

Der Goldpreis ist mit einem deutlichen Rückschlag in die neue Woche gestartet. Am Montagmorgen fiel die Feinunze zeitweise unter 4.200 US-Dollar (-6,5 %). Auch Silber geriet massiv unter Druck. Im Tagesverlauf kam es jedoch zu einer Gegenbewegung, nachdem sich die geopolitische Lage im Nahe Osten zeitweise wieder entspannte.

Der Goldpreis fällt – aber die Experten sehen keinen Bruch des Trends, sondern einen marktgetriebenen Stresstest.

Der Kurseinbruch jüngsten Kurseinbruch bei den Edelmetalle wurde am Montag auf dem ZukunftsForum Edelmetalle (ZFE) in Frankfurt intensiv diskutiert.

Philipp Vorndran von Flossbach und Storch auf dem ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt
Philipp Vorndran von Flossbach und Storch auf dem ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt.

Vorndran: Rebalancing und Verkaufsdruck großer Akteure

Philipp Vorndran, Partner beim Vermögensberater Flossbach von Storch, sieht unter anderem klassische Portfolioeffekte als Treiber für die Goldpreis-Schwäche der vergangenen Wochen:

  • Fonds hätten nach den Rekordständen Goldpositionen reduziert.
  • Ziel sei es, strategische Gold-Quoten (z. B. 10 %) wiederherzustellen.
  • Auch große staatliche Akteure könnten zu den Verkäufern gehören. Womöglich sogar der Iran, um kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken.

Damit wird ein Teil des Abverkaufs durch systematisches Rebalancing erklärt – nicht zwingend durch eine fundamentale Trendwende.

Reade: Investmentströme dominieren – Volatilität bleibt

John Reade, World Gold Council
John Reade vom World Gold Council erläuterte die Strukturen und Preistreiber auf dem Goldmarkt.

Auch John Reade, Senior Market Strategist beim World Gold Council betonte die Rolle der Kapitalströme:

  • Investmentnachfrage, nicht die Zentrakbank-Naxchfrage sei der wichtigste Preistreiber in der Rally gewesen.
  • Gewinnmitnahmen und Momentum-Verkäufe verstärkten die Bewegung.
  • Teilweise könnten auch Zentralbanken opportunistisch verkaufen.

Seine zentrale Einschätzung: Die Phase extremer Ausschläge sei noch nicht vorbei.

Zudem verwies er auf die hohe Profitabilität der Minen: Bei Förderkosten von rund 1.600–1.700 USD je Unze arbeiteten viele Produzenten aktuell auf Rekordniveau.

Kuhltbrodt: Liquiditätsschocks und Margin Calls

Sven Kuhltbrodt von Baker Steel Capital Managers ordnete den Einbruch in das Gesamtmarktgeschehen ein:

  • Steigende Inflations- und Zinserwartungen durch geopolitische Risiken.
  • Verkäufe bei Risikoanlagen führten zu breiter Marktbelastung.
  • Margin Calls hätten Anleger gezwungen, auch Gold zu liquidieren.

Damit erscheine der Rückgang weniger als isoliertes Edelmetall-Phänomen, sondern als Teil eines liquiditätsgetriebenen Marktschocks.

Strukturelle Faktoren bleiben intakt

Trotz der aktuellen Turbulenzen verwiesen mehrere Referenten auf langfristige Trends bei den Edelmetallen:

  • Silber bleibe strukturell im Defizit, so Junlu Liang, von Marktforscher Metals Focus.
    Neue Nachfrage aus Solar, E-Mobilität und KI treibe den Markt. Gleichzeitig könnten Substitutionseffekte bei hohen Preisen entstehen.
  • Auch Themen wie Tokenisierung von Gold (Dr. Reisert) oder alternative Sachwerte (z. B. Waldinvestments von Sal-Salm-Vermögensvewaltung) zeigten, dass Kapital weiterhin nach realen Assets sucht.

Fazit: Goldpreis-Rückgang als Mischung aus Technik, Liquidität und Geopolitik

Der Kursrutsch bei Gold und Silber lässt sich laut den ZFE-Teilnehmern nicht auf eine einzelne Ursache reduzieren. Vielmehr wirken mehrere Faktoren zusammen:

  • Rebalancing großer Portfolios
  • Gewinnmitnahmen nach Rekordständen
  • Liquiditätsdruck und Margin Calls
  • Geopolitische Eskalation im Iran-Konflikt wirkt auf Zinserwartungen
  • Kurzfristig dürfte die Volatilität hoch bleiben.

Langfristig sehen viele Marktteilnehmer jedoch weiterhin ein unterstützendes Umfeld für Edelmetalle.

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10 Kommentare

  1. Die extremen Kursbewegungen lassen sich ganz leicht erklären: INSIDERHANDEL
    Gewisse Kreise um die Trumpmarionette wissen schon vorher, was er wann sagen/twittern wird. Sie positionieren sich dementsprechend gehebelt und machen dann beim Kurssturz als auch bei der Erholung Milliardengewinne an einem Tag.
    Woher diese Kreise wissen, was Trump wann raushaut? Nun, sie sind es, die Trump befehligen.
    Alles weitere ist nur Show und Blendwerk.

    • @RV
      Es wäre sehr sehr einfach: die Börsenaufsicht müsste nur nachsehen, wer ab Dezember 2025 massiv long auf Öl und Gas gegangen ist.
      Dürfte (wenn man eine Untergrenze z.B. bei 100 Mio. zieht) eine recht kurze Liste sein.
      Aber dazu hat das System ja keine Zeit, man muß ja Hausdurchsuchungen bei Rentnern machen, die sich einen Witz über Politiker erlauben.
      Das ist ohne Frage wichtiger.

      Jetzt kommt nur die Frage: wann wird Goldlocke zum Kriegsende gezwungen, weil die finanziellen Schäden in den Portfolien der Marionettenspieler zu grpß werden ?
      Antwort: gar nicht. Die sind Long auf Öl und Gas und Short auf Aktien.
      Bis zu einem bestimmten Moment….., dann wird das Spiel wieder umgedreht.

      Schade, daß wir so kleine arme Geldanleger sind und nicht vorher bestimmen können, auf welche Zahl der Würfel fallen darf.
      Noch ein Grund für eine Geldanlage (so weit wie möglich) außerhalb des Marionettensystems:

  2. Die Frage ist,was passiert mit denen,die ihr Gold verkauft haben in Fiatgeld gewandelt haben?
    Haben sie ihre Verluste glatt gestellt,haben sie ihre kreditfinanzierung Aktien bezahlt?Was ist,wenn der Markt noch weiter schwächelt,was hat man ?Billige Aktien oder Geld um zu pokern,tiefer einzusteigen?Man hat einen Vermögenswert aufgegeben…mag jetzt nicht so schlimm sein oder?Gold fällt weiter,wollen die Zentralbanken den Kurs flach halten?Wollen sie das erworbene Geld in Haushaltslöcher stecken oder in die Märkte pulvern zur Stabilisierung?
    Es bleibt in meinen Augen spannend,was dieser Kursrutsch in der Historie bedeuten wird?Mann schreibt aktuell ,das die Unzengoldförderung etwa 1600 Dollar kosten soll…ob da schon die neuen Ölpreise berücksichtigt sind…glaube ich kaum…
    Es sind soviele Fragen offen ,bezüglich der jetzigen Situation.In meinen Augen hat sich doch nichts verbessert,eher wird doch jeden Tag die Finanzsituation weltweit prikärer.
    Auch andere Rohstoffe lassen nach,aber werden nicht mehr.Man könnte jetzt Reserven von Rohstoffen sichern,denn ohne diese geht doch sowieso nichts!Und der Ölpreis steigt wieder,alles sehr negativ!

    • @Bastei
      Physisches Gold verkauft nur ein völlig Ahnungsloser und Blauäugiger und sicher nicht das selbst ersrbeitete Gold. Möglich das geerbte.
      Aber die anderen, mit den ETF, Bullion Vault und ähnlichem Papier, die dürfen nun weiterzocken und das Wieder Anlage Risiko tragen. Vielleicht geht diesmal nichts schief und man kann sich wieder einen Urlaub in Malle leisten.
      Die Goldanleger jedoch haben ungemein profitiert, bekamen den Krügerrand um über 1.000 Euro günstiger, bis jetzt schon und die Chance auf weitere Rabatte besteht. Nur so werden grosse Goldvermögen gemacht und nicht anders.
      Das ist übrigens mit anderen Dingen, Immobilien in etwa auch so.

    • Bastei:
      Kern Ihrer Darstellung ist die Frage, welche Alternativen es zu EM gibt.
      1. Bildung, Ausbildung, Fähig- und Fertigkeiten: die mit Abstand beste Anlage.
      2. Keine Schulden, denn diese schaffen Abhängigkeiten.
      3. Die selbstbewohnte, schuldenfreie Immobilie: gewährt Freiheit und zahlt sich insbesondere im
      Alter aus. So war es zumindest früher mal in Deutschland.
      4. Evtl. ein zweites Standbein im Ausland. Bedingt durch die Herkunft oder selbst geschaffen. Bietet
      einen Fluchtpunkt und ein Urlaubsdomizil.
      5. Wer jetzt auch noch EM hat, der ist fein raus und kann sich die Frage nach Alternativen stellen:
      a) Fiatgeld, Lebensversicherungen, Bausparverträge, etc.: m.E. indiskutabel, die Gründe sind bekannt.
      b) Vermietete Immobilien: bringen viel Arbeit und Ärger. Außerdem kam 2021 der Bruch ohne Aussicht
      auf eine Umkehr.
      c) Aktien: man sollte sich auskennen und muss ständig am Ball bleiben: für mich zu anstrengend.
      Außerdem ist der Aktienmarkt zu einer manipulierten Zockerbude geworden.
      d) Fonds, Etfs.: siehe c), hinzu kommen die erheblichen Kosten.
      e) Kunst, Antiquitäten, Autos: auch hier muss man sich auskennen. Man muss die Sachen in
      geeigneter Weise lagern und sichern. Das kostet Geld und man ist i.d.R. über Jahre gebunden.
      f) Edelsteine / Schmuck: Verlustgeschäft hoch drei.
      Letztlich bleibt der Lebensstil, also Urlaub, Kleidung, Wohnungseinrichtung, Auto, etc.: gut für den, der
      Gefallen daran findet.
      Ich lande im Ergebnis immer wieder bei EM. Wer die aktuellen und die zu erwartenden Schwankungen nicht aushält, der sollte sein Geld auf den Kopf hauen.

  3. Eines aber wird wieder mal ersichtlich. Auf Grund der schnellen Bewegung zeigt es sich wieder mal, dass sowohl der Anstieg, als auch der Abverkauf Papiergold war. Wenn der Abverkauf jetzt zum stehen kommt, sieht man sehr deutlich, dass diese 1000 Dollar rauf oder runter nahezu alles Papier war und eben kein Gold, auch wenn manche Händler die Bewegung mitmachten. Doch das ist deren Sache.Kettner beispielsweise tut das nicht, er bietet zur Zeit fast keine Goldmünzen an. Bei diesem Preisgefüge würde ich das auch nicht tun, sondern nur ankaufen oder Urlaub machen.

  4. @Racew
    Alles richtig beschrieben, an erste Stelle steht immer die Erweiterung der eigenen Fähigkeiten und Wissens. Damit ist nicht unbedingt akademisches Wissen gemeint, man kann sich ja in unendliche Büchern und Theorien verlieren.
    Danach kommt das Gold, jeder nach seine eigenen finanziellen Möglichkeiten. Eine überschaubaren Geldreserve, sowohl in bar wie auch Bankguthaben.
    Erst danach kommt eine eigene abbezahlte Immobilie, nach finanziellen Möglichkeiten auch mehrere in mindestens zwei Ländern aufgeteilt.
    Ein Aktiendepot ist kein Muß aber eine gute Möglichkeit sein Vermögen zu steigern, vorausgesetzt man leistet genug Vorarbeit, Recherche, entwickelt ein gutes Gespür über Marktbewegungen/Segmenten & Zyklen speziell bei Industriewerte.
    Das aller wichtigste ist aber die eigene Gesundheit, niemals sich fallen lassen, fit bleiben. Das Leben genießen, reisen und gutes Essen.

  5. Es kann in beide Richtungen gehen, aber ich setze darauf, dass wir in die Phase kommen, in der Gold lange deutlich unter dem Top bleibt. Das haben wir schon mehrmals gesehen. Ich habe bei den letzten Goldrückgängen auch einiges verloren, aber ich habe unten auch nachgekauft. Ich baue ein diversifiziertes Portfolio auf. Ich verbringe viel Zeit in den Freedom24 Analysen. Und bisher ist das Portfolio insgesamt immer noch im Gewinn.

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