Gold verliert im Juli erneut. Doch die historische August-Statistik fällt positiv aus und liefert saisonalen Rückenwind für den Goldpreis.

Gold erneut mit Monatsverlust
Der Goldpreis verzeichnete im Juli den fünften Monatsverlust in Folge und schloss 0,1 Prozent tiefer bei 3.508 EUR (CME Spot). Gestiegene Zinserwartungen, der Iran-Konflikt und das anhaltend negative Momentum im Kampf um die Marken von 4.000 USD bzw. 3.500 EUR prägten im vergangenen Monat den Handel.
Da die Feinunze Gold vor einem Jahr noch 2.891 Euro kostete, hat sich das Edelmetall innerhalb von zwölf Monaten dennoch um 21 Prozent verteuert. Damit erzielten Anleger mit Gold deutlich mehr als einen reinen Inflationsausgleich. Die deutsche Inflationsrate lag im Juli bei 2,8 Prozent.

Goldpreis im August
Wie sind die saisonalen Vorgaben für den August? Dazu betrachten wir unsere bis ins Jahr 1970 zurückreichende Goldpreis-Statistik. Für diesen Monat ergibt sich ein durchschnittlicher Kursanstieg von 1,6 Prozent. Damit rangiert der August immerhin auf Platz vier der besten Goldmonate des Jahres – hinter November, Mai und Januar.
Im Zeitraum der vergangenen 56 Jahre endete der August 33-mal mit einem Monatsgewinn. Das entspricht einer Erfolgsquote von knapp 59 Prozent. In den vergangenen drei Jahren gab es jeweils Kursgewinne.
2019 lieferte Gold mit knapp 8 Prozent Kursgewinn eines seiner besten August-Ergebnisse. Damals erreichte der Goldpreis ein neues Allzeithoch bei 1.385 Euro. Während in Großbritannien über einen Brexit-Vertrag verhandelt wurde, herrschte zwischen den USA und China bereits Handelskrieg – während Donald Trumps erster Amtszeit als US-Präsident. Gleichzeitig erlebte Italien eine Regierungskrise.
Auch 2020 erreichte der Goldpreis im August eine Rekordmarke. Am 6. August stieg die Feinunze während der damaligen Corona-Krise auf 1.741 Euro.
Im vergangenen Jahr stand der internationale Zollstreit mit den USA im Zentrum des Marktgeschehens. Damals scheiterte der Goldpreis immer wieder an der Marke von 3.000 EUR. Im folgenden Monat gelang schließlich der Ausbruch. Seither wurde diese Marke nicht mehr unterschritten.
Mehr dazu: Goldpreis langfristig: Welche Muster sich seit den 1970ern wiederholen
Beste August-Jahre
Die beste August-Performance (Top-5)
- 1982: +20,92 %
- 2011: +10,86 %
- 2010: +9,04 %
- 2003: +8,79 %
- 2019: +7,97 %
Die schlechteste August-Performance (Top-5)
- 1993: -12,14 %
- 1976: -9,65 %
- 1992: -9,42 %
- 1973: -5,71 %
- 1999: -5,10 %
Hinweis: Alle Angaben beziehen sich auf den Goldpreis in Euro jeweils am Monatsende, basierend auf dem LBMA-Kurs beziehungsweise CME Spot (seit 2026). Für die Datensätze vor Einführung des Euro wurden die DM-Kurse auf Basis des offiziellen Umrechnungskurses von 1 Euro = 1,95583 D-Mark sowie die Londoner Fixing-Kurse zugrunde gelegt.
Goldpreis-Ausblick August 2026
Die kommenden Wochen dürften weiterhin von den Inflations- und Zinserwartungen geprägt sein, die derzeit maßgeblich vom Iran-Konflikt und dessen Auswirkungen auf die Energiepreise beeinflusst werden. Die saisonale Statistik liefert dabei zumindest Rückenwind: Historisch betrachtet gehört der August wie gesehen zu den stärkeren Goldmonaten. Für eine nachhaltige Trendwende müsste der Goldpreis allerdings zunächst die wichtigen Marken von 4.100 USD bzw. 3.600 EUR zurückerobern.
Außerdem steht im August das jährliche Jackson Hole Economic Policy Symposium auf dem Programm. In dem abgelegenen Bergresort im US-Bundesstaat Wyoming kommen führende westliche Notenbanker zusammen, häufig begleitet von Vertretern aus Finanz- und Wirtschaftsministerien. Das diesjährige Forum steht unter dem Motto „Financial Innovation: Implications for Payments and Policy“ („Finanzielle Innovationen: Auswirkungen auf Zahlungsverkehr und Politik“). In der Vergangenheit gingen von Jackson Hole immer wieder wichtige geldpolitische Signale aus – mit entsprechenden Folgen für die Finanzmärkte und den Goldpreis.
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten