Der Goldpreis-Abschlag in China gegenüber Europa hat sich stark verringert. Dabei zeigt sich eine Diskrepanz zwischen staatlicher und privater Goldnachfrage im Reich der Mitte.

China-Spread geschrumpft
Auf dem chineschen Goldmarkt wird die Goldunze weiter unter dem europäischen Spotpreis angeboten. Der negative China-Spread ist zuletzt aber geschrumpft, wie die wöchentliche Goldreporter-Analyse zeigt.
Der Goldpreis in Shanghai nähert sich dem europäischen Niveau an. Gleichzeitig treffen schwache Privatnachfrage und starke Zentralbankkäufe aufeinander.
Am Montag lag der Goldpreis in China rund 4 US-Dollar pro Unze unter dem FOREX-Kurs hierzulande. Dagegen hatte der Abschlag vor einer Woche noch 16 US-Dollar betragen.
Goldpreis rückläufig
Zwar sind die Gold-Notierungen zuletzt an beiden Märkten gefallen, in Europa aber stärker als in Shanghai. Hier der Vorwochenvergleich:
- China: -196 USD/oz
- Europa: -208 USD/oz
Am Montagvormittag notierte der Goldpreis hierzulande bei 4.294 USD pro Unze (FOREX). Zum gleichen Zeitpunkt betrug der SGE-Nachmittagskurs umgerechnet 4.290 USD.
Messzeit: [Mo. 08.06.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: -4 USD/oz (01.06.26: -16 USD); Δ: +12 USD
Mehr zum internationalen Marktgeschehen: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse
| Markt / Kennzahl | 08.06.26 | 01.06.26 | Δ |
|---|---|---|---|
| Gold China SGE Fix (CNY/Gramm) | 940 | 981 | -4,2 % |
| Gold China SGE (USD/Gramm) | 137,93 | 144,24 | -4,4 % |
| Goldpreis China SGE (USD/oz) |
4.290 | 4.486 | -196 |
| Goldpreis Europa (USD/oz) |
4.294 | 4.502 | -208 |
| Aufschlag/Abschlag China → Europa (USD/oz) |
-4 | –16 | +12 |
Geteilte Goldnachfrage in China
Schon die negativen China-Spreads der Vorwochen deuteten auf eine schwächere chinesische Goldnachfrage hin. Doch offensichtlich muss man stark zwischen institutioneller und privater Goldnachfrage unterscheiden.
Denn jüngste Berichte weisen trotz des schwächeren Goldpreises auf eine schwache private Goldnachfrage hin. Dagegen scheint es auf staatlicher bzw. institutioneller Ebene ein stärkeres Kaufinteresse zu geben. Denn die Schweiz lieferte im Mai mehr als 30 Tonnen Gold nach China. Außerdem tätigte die People’s Bank of China im Mai den größten Goldkauf seit Ende 2024.
Dennoch zeigt der negative China-Spread, dass Goldpreis-Impulse aus Fernost derzeit fehlen. In der letzten großen Rallyphase stützten starke Preisaufschläge in China via Arbitrage-Handel die internationalen Goldkurse.