Der Goldpreis erholt sich am Dienstagmorgen leicht auf 4.030 US-Dollar. Im Fokus stehen die US-Inflationsdaten, steigende Ölpreise und höhere US-Renditen.
Goldpreis heute
Der Goldpreis startet erholt in den Dienstagshandel. Um 8:15 Uhr kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt 4.030 US-Dollar beziehungsweise 3.540 Euro. Damit stieg der Kurs im Rahmen einer technischen Gegenbewegung um jeweils rund 0,7 Prozent. Silber legte um 0,9 Prozent auf 58,20 US-Dollar beziehungsweise 51,10 Euro zu.
Goldpreis unternimmt Stabilisierungsvesuch bei 4.000 US-Dollar – US-Inflationsdaten können am Nachmittag für neue Bewegung sorgen.
Währenddessen hat sich die Lage rund um die Straße von Hormus nicht entspannt. Die USA griffen erneut Ziele im Iran an und blockieren iranische Schiffe. Der Ölpreis stieg am Vormittag weiter auf 84 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über 4,6 Prozent.
Mehr dazu: Ölpreisschub treibt Anleiherenditen – neuer Zinsdruck für Gold
Vortag
Der Goldpreis weitete seine Verluste am Montag deutlich aus und rutschte bis zum Handelsschluss auf 4.001 US-Dollar je Feinunze ab. Das entsprach einem Tagesverlust von 2,9 Prozent. Die 4.000-Dollar-Marke ist charttechnisch von großer Bedeutung für das kurzfristige Momentum.
Auf Eurobasis sank Gold um 2,6 Prozent auf 3.516 Euro. Noch stärker geriet Silber unter Druck: Der Preis fiel um 3,7 Prozent auf 57,65 US-Dollar beziehungsweise um 3,4 Prozent auf 50,66 Euro. Auslöser waren die neuen Aussagen von US-Präsident Donald Trump zur Kontrolle der Straße von Hormus, die gleichzeitig den Ölpreis kräftig antrieben.
Ausblick
Am Dienstag richtet sich der Blick vor allem auf die US-Inflationsdaten um 14:30 Uhr (MESZ). Erwartet werden eine Jahresrate von 4,2 Prozent sowie eine Kerninflation von 2,9 Prozent. Sollte die Juni-Inflation höher ausfallen als erwartet, könnte dies den Zinsdruck verstärken und dem Goldpreis erneut Gegenwind bescheren.
Bereits um 14:15 Uhr erscheint der wöchentliche ADP-Arbeitsmarktbericht.
Weitere Impulse könnten um 16 Uhr von der ersten Anhörung des Fed-Vorsitzenden Warsh vor dem US-Kongress ausgehen. Am späten Nachmittag folgen öffentliche Auftritte mehrerer US-Geldpolitiker, darunter Fed-Gouverneur Barr.
Mehr zum laufenden Marktgeschehen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten
Die tatsächliche oder die „schöngerechnete“ Inflation, damit man die Zinsen (= täglich anfallende Kosten für die Schulden) so niedrig lassen kann, wie sie sind? Der Ölpreis steigt wieder, Anzeichen von einkehrendem Realismus am Markt? Dass Russland inzwischen über 30% seiner gesamten Raffinerie-Kapazität verloren hat und nun kein Diesel mehr exportiert, sollte auch nicht vergessen werden.
Nachdem Schrödingers-Straße nun wohl eher lange im Zustand „zu“ verweilt (und nie „offen“ war, wenn man den Durchsatz seit März betrachtet) und Saudi Arabien gestern noch den Yemen (Flughafen Sanaa) angreifen musste, droht die dortige Bewegung mit Angriffen auf das rote Meer und Saudi Arabien. Was die schöne, restaurierte saudische Pipeline zur Umgehung der Straße durchaus gefährden kann.
Der Iran schoss heute Nacht zig Raketen auf Bahrain ab, zusätzlich Raketen auf Jordanien und Kuwait und hat zwei große Tanker lahmgelegt, die ohne Genehmigung der iran. Behörde passieren wollten (die USA hatten ja gesagt, das ist ok). Schadensmeldungen sind in den westlichen Medien bisher kaum vorhanden, auch keine Angeberei, wie viel abgefangen worden wäre. Könnte also gut getroffen haben. So was in Bahrain zu filmen reicht ja schon, um auf lange Zeit im Gefängnis zu verschwinden.
Grundsätzlich ist die Idee der USA an sich so haarsträubend, dass einem die Worte fehlen:
Iran darf (angeblich) keine Gebühren erheben, aber die USA als Fremdlinge, die da rechtlich gar nix zu melden hätten, wollen ein mehrfaches der Gebühren (basierend auf dem Recht des Stärkeren). Und das man ihnen für die Sicherung auch noch dankt.
Das ist Schutzgelderpressung auf einer ganz neuen Ebene. Nur, dass die USA keinen Schutz mehr bieten können …