Sonntag,26.September 2021
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Goldpreis: Spannende Daten vom US-Terminmarkt

Gold, Goldpreis, Futures (Foto: Goldreporter)
Der Goldpreis ist weiter gestiegen. Allerdings ist der Open Interest bei den US-Futures gefallen und deutlich mehr Händler bestehen wieder auf physische Lieferung von Gold (Foto: Goldreporter).

Long-Spekulanten haben bei steigendem Goldpreis weiter zugekauft. Es gibt jedoch erneut Anzeichen einer Abkehr von Händlern bei den Gold-Futures. Das zeigen die aktuellen CoT-Daten.

Goldpreis fest

In der vergangenen Woche war Verfallstermin bei den Gold-Futures. Am Mittwoch war letzter Handelstag der Mai-Kontrakte. Und die Woche endete für Gold- und Silber-Investoren versöhnlich. Der Goldpreis schaffte es am Ende wieder über die Marke von 1.900 US-Dollar pro Unze.

CoT-Daten

Was geschah am US-Terminmarkt? Wir betrachten die Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures an der US-Warenterminbörse COMEX per 25. Mai 2021. Und hier gab es diese Woche einige interessante Entwicklungen.

„Smart Money“ reduziert Terminverkäufe

So stieg die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche noch einmal kräftig um 7,7 Prozent auf 250.869 Kontrakte. Dabei stockte das „Smart Money“ („Prod/Merch/Proc/User“; also die eigentlichen Goldverwender) ihre Terminkäufe um 20 Prozent auf und waren mit netto 78.460 Kontrakten auf der Short-Seite positioniert. Diese Händler nutzen Futures vor allem als Hedging, also zur Absicherung der Abnahmepreise. Somit ist innerhalb dieser Gruppe steigender Goldpreis-Optimismus abzulesen.

Spekulanten legen nach

Auf der Gegenseite stieg die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um knapp 8 Prozent auf 214.643 Kontrakte. Einmal mehr stockte hier die Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) ihre Terminkäufe am stärksten auf. Denn deren Netto-Long-Position stieg gegenüber Vorwoche noch einmal um 16 Prozent auf 107.255 Kontrakte. Somit wurde erneut auch ein neuer Höchstwert seit 9. Februar 2021 erreicht.

CoT, Gold, COMEX, Futures

CoT-Daten, Gold

Open Interest

Der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX, ist dagegen per 25.05.21 gefallen. Hier ging es um knapp 2 Prozent nach unten auf 510.164 Kontrakte. Und auch bis zum Handelsschluss am gestrigen Freitag ergab sich weiterer Rückgang um 2,5 Prozent auf 497.102 Kontrakte.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis auf Basis der US-Futures beendete die Handelswoche mit 1.906,30 US-Dollar pro Unze (August-Kontrakt). Damit schloss der Goldkurs 1,3 Prozent höher als vor einer Woche. Wie ist diese Entwicklung einzuordnen? Ein fallender Open Interest, bei gleichzeitig steigendem Goldpreis signalisiert eigentlich einen nachlassende Marktstärke beziehungsweise Top-Bildung. Denn in dieser Situation nutzen Händler den höheren Goldpreis, um sich von Futures-Kontrakten zu verabschieden.

COMEX-Lager

Währenddessen summierten sich die Gold-Bestände in den COMEX-Vaults per 27. Mai 2021 auf 34,56 Millionen Unzen. Damit ergibt sich eine leichte Abnahme des Inventars um rund 10.000 Unzen. Dagegen gingen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Bestände („eligible“) kräftig zurück um gut 880.000 auf 16,22 Millionen Unzen.

Auslieferungsanträge

Im Rahmen des Juni-Kontrakts lagen in dieser Woche bereits 16.185 Anträge auf physische Auslieferung vor. Zur Erinnerung: Am Mittwoch war Verfallstermin der Mai-Kontrakte. Hier ergaben sich für den Gesamtmonat nur 1.793 „Delivery Notes“. Die Papier-Gold-Skepsis unter Futures-Händler ist also nun erneut stark gestiegen. Zum Vergleich: Im April waren es 9.711 Anträge. Im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 nahm die COMEX 55.102 Auslieferungsanträge von Händlern entgegen – als Alternative zum reinen Barausgleich am Vertragsende.

Goldreporter

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21 KOMMENTARE

  1. Nun ja, Händler verabschieden sich von den Futures.Ich bin nicht mal sicher, ob diese Händler den Unterschied zwischen Gold, Messing und Kupfer kennen. Gold haben diese nach meinen Recherchen noch niemals in ihrem Leben in der Hand gehabt.
    Diesen Future Händlern geht es auch nicht um Nachhaltigkeit, sondern lediglich um die schnelle Rendite. Die könnte man auch in jedem Spielcasino haben. Nur dahin gehen die meisten der Händler nicht. Die trauen sich einfach nicht.
    Warum ? Wegen ihres Aussehens.
    Dem PC in der dunklen Stube ist dies allerdings egal. Da gibt es keinen Türsteher, welcher penibel auf Äusserlichkeiten achtet. Mit Recht.

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  3. Das GR-Feature zum Wochenausklang

    Auf unserem Info-Portal für Edelmetallanleger[Kunstpause]Innen + LGBATIQQP* tauchen immer wieder Begriffe auf wie ‚Bruttoinlandsprodukt‘ [BIP] oder die Messung des gesellschaftlichen „Reichtums“ in Geldgrößen. Woran aber liegt es, das bei [interessengeleiteter] Betrachtung die Bilanz des herrschenden Wirtschafts- und Finanzsystems [fast] immer positiv ausfällt [Fragezeichen!]. ~~ Meine Güte, immer diese Klammern [Anm. d. Red.]!

    Das liegt vor allem daran, dass die vermeintliche Effizienz von Produktion und Reproduktion vor allem darauf beruht, dass alle negativen Effekte wohlfeil externalisiert werden. Die wirklichen Kosten für Natur, Menschen und Gesellschaft werden dadurch systematisch verschleiert. Quasi outgecourst in systemische Bad Banks. Bereits bekannt aus Film und Fernsehen: Die Privatisierung von Profiten, während Verluste jovial vergesellschaftet werden.

    In der Externalisierungslogik gilt nur als monetärer Wert, was sich auch in Waren- und Geldeinheiten ausdrücken lässt. Das BIP, welches den Wert aller Waren und Dienstleistungen abbilden soll, schließt schon qua definitionem alle nicht-monetären Aktivitäten aus – beispielsweise die leidige Hausarbeit [claro, die erledigt meine Frau].

    Richtig spannend wird es aber, betrachtet man in diesem Kontext die volkswirtschaftlichen Schäden. So wird ein Autounfall als Steigerung des BIP gewertet – schließlich wird Umsatz generiert. Während auf der anderen Seite diverse Schäden und Negativeffekte der modernen Produktionsweise einfach ausgeblendet werden. Hier drängen sich u.a. der Verschleiß der natürlichen Ressourcen oder der Export der Wohlstandskosten in den globalen Süden auf .

    Fragt sich nur, ob mein Freund und Nachbar, der homo oeconomicus das wirklich so wollte.

    https://www.heise.de/tp/features/Die-wahren-Kosten-des-kapitalistischen-Reichtums-6050797.html

    *Das Akronym steht für lesbisch, schwul [gay], bisexuell, asexuell, trans, inter, queer, questioning und pansexuell – ist doch klar! Wenn keins davon zutrifft, bittet die [Red.] um Selbstkritik und Besserung!

    • @thanatos
      Zur Bemessung des BIP und ähnlicher Faktoren aus Gesundheit, Bilanzen und Wirtschaft fällt mir nur ein:
      „Wer mißt, mißt Mist.“

      • @Maruti

        Konfuzius sagt: Ein Bein im Kühlschrank, das andere auf der Herdplatte – und der Mittelwert beträgt 37 Grad.

        Mein Sehnsuchtsland der statistischen Schimären sind ja noch immer die USA: Wachstumsraten werden auf ein Jahr hochgerechnet – annualisiert -, damit die Zahlen größer werden, nur um dies bei den Inflationsraten zu unterlassen.

        Wirklich verblüffend ist die Verbuchung von Militärausgaben: Die USA verbuchen ihre stark wachsenden Ausgaben für Waffensysteme einfach als Investitionen. Der Vorteil: Die Ausgaben werden nicht nur einmal in das BIP eingerechnet, wenn ein Waffensystem gekauft wird, nein, sondern danach Jahr für Jahr noch einmal die Abschreibungen.

        Bessere Wachstums- und Produktivitätszahlen locken schließlich riesige Finanzströme an.

        Mission Accomplished

        • @thanatos
          Und es geht noch besser.
          Man rechnet auch die zukünftigen Songs von Madonna ins BIP, auch wenn die überhaupt noch gar nicht daran denkt, ein Album zu kreiern.Aber, es könnte ja sein, also rein damit ins BIP. Natürlich gehen auch Rosis zukünftige Dienste im Apartment 66 ins BIP. Selbstredend. Such wenn Rosi schon längst ausgestiegen ist, aus dem gewinnbringenden Gewerbe.
          Und so klammheimlich ging Gold mit einem dicken Plus ins WE. 1909 Dollar, trotz Drückereien zur üblichen Zeit. Verflixt….
          Und Hopf schweigt auch noch dazu.

          • @Maruti Es hat fast den Anschein als ob die Drueckerei nicht mehr viel bringt .Es geht immer planmässig zur gewohnten Zeit mal 10 Dollar runter aber abends sieht es wieder ganz anders aus.Ausser Spesen nichts gewesen.

    • @graf Zahl
      Interessantes Video.
      Von anfang an klar war mir jedoch, dass die allerseits bekannte verschworene Bruderschaft,
      massiven Widerstand leisten wird und versucht,
      korrupte Politiker und Medien ins Boot zu holen.
      Doch letztendlich wird denen das nichts nützen.
      Gold wird wieder eine Währung werden, ob jene wollen oder nicht.

    • @Graf Zahl
      Danke für den Link! Sehr anschaulich und verständlich erklärt!
      Bleibt abzuwarten, was bis oder ab Juni von den neuen Regelungen letztendlich umgesetzt wird.
      Der Druck der Lobby wird enorm sein, die Umsetzung eventuell schwierig.
      Gold müsste sich demnach vervielfachen, doch wird man das zulassen?
      Nein, natürlich nicht. Wie immer werden die Regelungen derart aufgeweicht/ verschoben oder zurückgenommen, das keine wesentlichen Änderungen zu erwarten sind.

    • Irgendwas passt da nicht in der Theorie, dass durch Basel III der Preis steigen wird. Die Banken wissen doch jetzt schon davon und könnten jetzt solange es noch billig ist schon anfangen sich einzudecken und der Preis müsste jetzt schon gestiegen sein. Also gehen wohl die meisten davon aus, dass das ganze so nicht kommen wird. Und die Banken sind sicher nicht dumm.

      • @ Koiram
        Du machst da einen Fehler. Du gehst davon aus was du machen würdest .
        Aber so Ticken die Banken nicht! Die Banken haben mehr Papiergold verkauft als Physisch da ist. Was sollen sie kaufen? Es funktioniert nur wenn der Preis steigt meiner Meinung.Mit Sicherheit gehen einige Banken davon aus das alles so bleibt wie bisher. Ich gehe davon aus, das es nicht so bleibt;0).

    • @michael
      So oder ähnlich werden uns auch andere Diagramme als Studien verkauft. Beispiel in letzter Zeit, die Corona Grippe und die daran Gestorbenen.
      Dummen kann man eben alles mögliche verkaufen, mit gefälschten, manipulierten oder witzigen Daten.Und damit die gestern hochgelobten bürgerlichen Freiheiten einzuschränken.
      Lügenmedien, Lügen Politiker, Lügen Staatenlenker und zuletzt aktuell die Corona Lügen.
      Und wie schützen wir und gegen solches
      Gebaren ?
      Ganz einfach, mit ehrlichem Gold.Daran beissen sich diese Bauernfänger die Zähne aus.

  4. Heute ist der ARD beim Presseclub nachgefragt ein „Malheur“ passiert. Da hat sich doch tatsächlich so ein fieser AfD Anhänger eingeschlichen.
    Auf die Frage wie das passieren konnte hat er gesagt dass er bei der Vorbefragung einfach angegeben hat eine kritische Frage zur AfD zu stellen. Bei seinen bisherigen Anrufversuchen hatte er die Erfahrung gemacht dass er regelmässig aussortiert wurde nachdem er angegeben hatte etwas positives zur AfD zu fragen.
    So etwas würde in China oder Nordkorea nicht vorkommen. Hier muss die ARD noch nachbessern.

    • @hd
      Das ist eben die gelebte deutsche Demokratie.
      Mittlerweile ist es jedoch so, dass Russland unter Putin die bessere und reinere Demokratie vorlebt, als die Deutschland GmbH.
      Studie im Auftrag der Unesco:
      „Putin ist ein lupenreiner Demokrat“
      Sagt doch alles über uns, in diesem unseren Lande.( Helmut Kohl).

  5. Aus aktuellem Anlass

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/goldmuenzen-diebstahl-aus-berliner-bode-museum-2-1-millionen-euro-entschaedigung-fuer-eigentuemer-des-big-maple-leaf/27222866.html

    der verspätete [Schadens-]Ersatz für die traditionelle Sonntagsumfrage des Postillon.

    https://www.der-postillon.com/2016/05/ratgeber-einbrecher.html

    Unser Mutterschiff GR hat ja einen artverwandten Ratgeber im Angebot. Aber das Sichselbsteinmauern könnte wirklich eine Option sein.

    • @Thanatos

      Mein heiser kläffender Chihuahua hat noch jeden Eindringling vergrault! Mein EM ist so sicher, wie in Fort Knox…Zwinkersmiley :)).

      • @Jasmin
        Goldlagerung in Fort Knox hätte einen wesentlichen Vorteil: kein denkender Einbrecher würde auf die Idee kommen, ausgerechnet dort nach Edelmetall zu suchen.
        Es sei denn, aus irgendeinem Grund würde der Wolframpreis durch die Decke gehen.

      • @Jasmin

        Pass aber bloß auf, womöglich ist Wolfgang®, äh, Wolfram schon längst bei Dir eingedrungen. Du solltest vielleicht Dein privates Fort Knox mal ‚auditieren‘ [lassen]!

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  7. Wer verkaufte (Spalte „Issued“, siehe folgender Link) und kaufte (Spalte „Stopped“)
    am 27.5.2021 an der Comex Goldunzen zu $1895,- ?
    und läßt sich (Käufer) diese laut Comex-Clearing-Tabelle am 1.6.2021 zu einem
    höheren Kurs (aktuell $1904,-) ausliefern?
    (Hinweis: 1 Goldfuture-Kontrakt = 100 Unzen)

    Wer kaufte?
    343900 Unzen: Goldman ?
    146600 Unzen Deutsche Bank ?
    86500 Unzen HSBC ?

    Wer verkaufte?
    400000 Unzen JP.Morgan ?
    295500 Unzen Barclays ?
    80000 Unzen Wells Fargo ?

    Quelle: Jessescrossroadcafe
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