Donnerstag,18.Juli 2024
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Goldpreis: Steigende Volatilität ein Warnsignal?

Wir erleben jetzt steigende Kursschwankungen bei Gold und rückläufige chinesische Kursaufschläge auf den internationalen Goldpreis. 

Goldpreis und Geldpolitik

Der Juni verhält sich bislang, wie die saisonalen Vorgaben es hätten vermuten lassen. Der Goldpreis läuft seit einigen Wochen seitwärts, allerdings bei stärkerer Volatilität. Die Fed-Sitzung am Mittwoch brachte zunächst keine neuen Erkenntnisse. Außer, dass es in diesem Jahr wohl maximal eine Zinssenkung in den USA geben wird, natürlich abhängig von der weiteren Konjunktur- und Inflationsentwicklung. Unterdessen lagen die jüngsten US-Inflationsdaten unter den Erwartungen. Das ist für die Aussichten auf sinkenden US-Zinsen (und damit auch für den Goldpreis) sicherlich von kurzfristigem Vorteil. Gleichzeitig wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar ab, wovon die Euro-Notierung von Gold profitierte.

Gold, Goldbarren, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Der Aufschläge auf den internationalen Goldpreis sind in China etwas zurückgekommen. In der Vorwoche waren es gemäß unserer Recherche noch bis zu 85 Dollar, zuletzt rund 10 Dollar weniger (Bild: Goldreporter)

CoT-Daten

Was geschah vergangene Woche am US-Terminmarkt? Dazu betrachten wir zunächst die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 11. Juni 2024. Hier nahm die Netto-Short-Position der „Commercials“ um 2 Prozent ab auf 260.511 Kontrakte. Auf der Gegenseite fiel die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 1,4 Prozent auf 233.926 Kontrakte. Dabei blieben die Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) fast unverändert mit 152.965 Kontrakte (-0,4 %).

Open Interest

Währenddessen sehen wir nun den dritten wöchentlichen Rückgang des Open Interests in Folge. Denn die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX sank im Vorwochenvergleich noch einmal um 2,3 Prozent auf 436.857 Kontrakte. Allerdings ging es zum Handelsschluss am Freitag wieder um 1,4 Prozent rauf auf 443.177 Kontrakte. Im Vorwochenvergleich (Freitag bis Freitag) stieg der Open Interest um 0,15 Prozent.

Gold-Optionen

Gleichzeitig nahm auch der Open Interest im Gold-Optionshandel zu. Denn gegenüber ging es rauf um 3,7 Prozent auf 1.036.570 Optionen. Dabei stieg die Put/Call-Ratio auf 0,602. Das heißt, 100 Put-Optionen kamen zuletzt 166 Call-Optionen. In der Vorwoche waren es 168. Damit ist der übergeordnete Goldpreis-Optimismus leicht gefallen.

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Goldpreis-Entwicklung

Der Kursknick vom Freitag der Vorwoche wurde im Wochenverlauf wieder kompensiert. Denn der Goldpreis ging am Freitag mit 2.349,10 US-Dollar aus dem US-Futures-Handel (2.194,60 Euro). Damit ergibt sich gegenüber Vorwoche ein Kursanstieg von 1,6 Prozent. Der Wochenchart unten zeigt aber, wie sehr der Goldpreis zuletzt schwankte. Denn am Mittwoch erreichte Gold noch 2.357 US-Dollar, während der Wochentiefstkurs bei 2.310 US-Dollar lag.

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Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (August-Kontrakt), 1 Woche: Der Goldpreis zeigte in der vergangenen Woche steigende Volatilität (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren innerhalb einer Woche um weitere 20.000 Unzen auf 17,64 Millionen Unzen (Vorwoche: -10.000). Dabei nahmen auch die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 180.000 Unzen ab auf 9,49 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 443.177 Kontrakten handelten Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 44.317.700 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war am Freitag unverändert zu knapp 40 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt.

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat Juni nun insgesamt 29.950 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche 1.376 hinzu. Im gesamten Vormonat waren es lediglich 2.750 „delivery notices“. Um im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bestanden Händler 55.102-mal auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Gold in China

Betrachten wir die Preisentwicklung in China. Am Donnerstagnachmittag um 14:30 Uhr (8:30 Uhr Berlin; 2:30 Uhr New York) notierte der Goldpreis an der Shanghai Gold Exchange mit 545,90 Yuan pro Gramm. Zu diesem Zeitpunkt entsprach der Goldpreis in Shanghai umgerechnet 76,93 US-Dollar oder 2.392 US-Dollar pro Unze.

Gleichzeitig wurde Gold an der COMEX (August-Kontrakt) mit 2.329 US-Dollar pro Unze gehandelt. Währenddessen kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt (FOREX) 2.316 US-Dollar. Das heißt, Gold wurde in China mit Aufschlägen von bis zu 76 Dollar (Vorwoche: 85 Dollar) auf den internationalen Kurs gehandelt.

Goldpreis-Ausblick

Zuletzt nutzten Short-Seller wiederholt ihre Chance, bei fallendem Goldpreis Positionen glattzustellen. Die erhöhte Volatilität kann man als Auswirkungen eines Tauziehens zwischen westlichen Kapitalriesen und chinesischen Goldkäufern um die Vormachtstellung auf dem internationalen Goldmarkt interpretieren. Nun gilt es abzuwarten, ob wir tatsächlich eine Tendenz zu fallenden Aufschlägen in China erleben werden. Dies könnte auch auf eine nachlassende Goldnachfrage in Fernost hinweisen. Und das könnte sich kurzfristig belastend auf den Goldpreis auswirken. Steigende Volatilität ist oft ein Zeichen für bevorstehende Kursausschläge. Warten wir ab, was der Juni in dieser Hinsicht noch zu bieten hat. 

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17 Kommentare

  1. Umso besser. Steigende Volatilität bedeutet immer einen Bullenmarkt und damit einen weiter steigenden Goldpreis.
    Die kurzen und heftigen Rücksetzer kann man dann für Läufe nutzen. Wer verkaufen will, kann die Ausschläge nach oben nutzen und den Shortsellern Konkurrenz machen. Denn, die müssen glatt stellen, ob sie wollen oder nicht, denn sonst kommen die in einen short squeeze.
    Und dann wird es richtig teuer,

  2. Weiter steigende Goldpreise sind zu erwarten.
    Nachrichten wie diese tragen dazu bei:
    „IG Metall fordert ordentlichen Schluck aus der Pulle
    Die IG Metall will in der anstehenden Tarifrunde für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eine Lohnerhöhung von sieben Prozent.“
    Die 13% SPD fordert Nägel mi Köpfen, wie die Kinder Grundsicherung, Rentenreform und Schuldenprogramme
    ( Investitionen).
    Maruti geht investieren, aber anders als die denken.
    (Es handelt sich um schweres, gelbes Metall.)

    • @ Maruti
      7% sind eine absolute Lachnummer.
      Wenn man die Entwicklung der Löhne gegen die offiziell ausgewiesene Inflation rechnet, hat sich innerhalb der letzten 5 Jahre ein Reallohnverlust von fast 15% ergeben. Danke!
      Darüber hinaus muss aber auch berücksichtigt werden, dass Einmalzahlungen wie die tolle Inflationsausgleichsprämie wohl wegfallen. Ergo einem Bruttoverdienst von 50k kommt was am Ende raus?
      Vielleicht werden es 4%. Der Schluck entpuppt sich als Schlückle!
      Ein jeder, bei dem die IGM auf der Betriebsversammlung vom Gendern, Brückenstrom und anderen Bullshit-Themen singt, sollte der IGM mal die Fakten ins Gesicht sagen!
      Und damit der Beitrag nicht wieder zensiert wird noch die Kehrtwende zum Gold. Man sollte mit dem Arbeitgeber das Gehalt in Unzen (Gold) vereinbaren direkt auf die Hand!

      • noch eine kleine Korrektur. Für einen Produktionsmitarbeiter mit einem Jahresgehalt von ca. 50k führt der Wegfall der Inflationsausgleichsprämie von 1500 netto zu einem Bruttoverlust von ca. 5.5%. Von einer „Lohnsteigerung“ von 7% bleiben somit nur noch 1.5% übrig. Tritt der Produktionsmitarbeiter jetzt noch aufgrund dessen, dass er sich hat blenden lassen in die IGM ein, bleiben ihm noch satte 0.5% (Null Komma Fünf Prozent) übrig. Kann man hier noch von einem Schluck sprechen?

        Und nicht vergessen, mit den 7% geht man in die Verhandlungen!

        • Familienvater:
          Das Volk will Armut, Unordnung und Niedergang. Dies bestätigen die Wahlergebnisse seit vielen Jahren. Jetzt bekommt es seinen Willen.

          • @Racew
            Richtig, so wie es aussieht muß unser kleines rebellisches Dorf irgendwann umziehen.
            In den Freistaat Sachsen, nach Ungarn, Texas (das dann unabhängig sein müsste) ….

            Dann wird aus der ganzen BRD die DDR 2.0, ausgeschrieben: Der Dumme Rest.
            Ich darf mir gar nicht vorstellen, wie „stolz“ ich vor 20 Jahren noch war, Germane zu sein und in diesem Land leben zu können.
            Hilft nix, Game over.
            Wie ich schon schrieb: keine Chance, daß die nächste Wahl ein produktives Ergebnis bringen wird. Die wursteln einfach weiter, notfalls in einer 5er-Koalition.
            Außerdem sind die Beschlüsse zur Deindustrialisierung in den Konzernen schon gefallen, das ist nicht mehr umkehrbar.
            Kann sich jeder hier selbst überlegen: würde ich als Unternehmer z.B. 500 Mio. in Debilistan investieren ?
            Allenfalls einige 100 kg Gold in einem tiefen See versenken.
            Sonst fällt mir nix ein.

          • @racew
            nicht das ganze Volk, nicht das ganze!
            Aber die Mehrheit will es nicht verstehen.
            … und wie ich mir immer sage, es gibt drei Wege des Lernens.

            solange am Monatsende noch ein Plus rauskommt, kann ich es hier noch aushalten. Sonst aber …

  3. @ maruti
    Maruti geht investieren, aber anders als die denken.
    (Es handelt sich um schweres, gelbes Metall.)

    möglicherweise noch etwas zu früh …

    • @DerSchrauber
      Ich vermute, Maruti kauft sich gerade eine neue Schiffschraube aus Bronze für sei Boot (ist auch schwer und gelb und bringt einen auch vorwärts).
      Spaß off: warten oder nicht warten, das ist derzeit für mich die zentrale Frage.
      Trage mich wirklich mit dem Gedanken , schrittweise in kleinen Dosen vorzugehen.
      Enddatum für „All In“ ist m.E. Ende Oktober.

  4. @Maruti Ergänzend dazu steht dem Schuldenbaron in Paris finanziell die K…. auch bis Oberkante Unterlippe.Die altbekannten Kandidaten unten im Süden machen natürlich auch solide weiter wie gehabt. Im Grunde ist Europa im Moment der grösste Krisenherd der Welt ,sowohl ökonomisch wie militärisch.Wohl dem der flexibel ist und eine gute Versicherung hat.

  5. @ Racew Man sieht es doch heut ganz klar ,wrnn D.gegen Ungarn verlieren würde gäbe es unendliche Trauer. Wenn ein Land in Ruin und Chaos abgleitet,kümmert es nicht mal 20% der Bevölkerung.Meine Meinung ist klar,da sich dieses Volk keine andere Regierung wählt wähle ich sixher ein andetes Volk.Ungarn ,Slowakei,Polen,Niederlande?

    • Materialist:
      In den Niederlanden ist es m.E. nicht viel anders als hier. Polen setzt mit seinen Ambitionen in der Westukraine auf die amerikanische Karte und wird enttäuscht werden. Ungarn wäre interessant, wenn es für mich als Nordlicht nicht so weit entfernt wäre. Auf yt gibt es eine Menge von Videos zu bezahlbaren Immobilien auf dem Land.

      • @Materialist/RACEW
        Wir müssen es realistisch so sehen, daß es noch nie anders war.
        Und das genau das unsere Chance ist.

        Es gibt nie „die Rettung“ für die Masse.
        Die Masse wird immer verlieren. Wenn sie Glück hat nur ihr Geld, wenn sie Pech hat (Krieg) auch ihr Leben.

        Gut durch Krisen kommt immer nur eine clevere und gut vorbereitete Minderheit.
        Ganz Gallien ist von den Römern besetzt, nur ein kleines rebellisches Dorf….
        Sind wir froh, daß wir es kapiert haben und uns vorbereiten.
        Letztlich ist es auch unser Vorteil, daß die Masse so doof ist.
        Auch auf der Titanic gab es nicht genug Rettungsboote für alle.
        Bei Gold gäbe auch nur eine Münze pro Nase, wenn die Masse nicht so doof wäre.

        Glück Auf !

  6. Hallo zusammen
    Israel will den Libanon großflächig angreifen, eventuell mit Bodentruppen um die Hisbollah Miliz zu erledigen. Es ist noch nicht passiert, aber es braut sich was zusammen.
    Fazit: Silber und Goldpreise ziehen an heute.
    Das ist doch gut für Euch. Ihr habt ja Gold bis unters Dach. Ich mags Euch gönnen.
    In diesem Sinne
    Grüsse aus der Schweiz

  7. Meister Eder:
    Die eigene Vorsorge habe ich in der Hand. Gleichsam muss ich zusehen, wie wir immer tiefer in die Gefahr eines Krieges gegen Russland geraten. Ein Irrsinn in Echtzeit, den man vor einigen Jahren noch für undenkbar gehalten hätte. Vielleicht werden wir uns noch einmal sagen, dass es besser gewesen wäre, Gold und Geld auf den Kopf gehauen zu haben, als es noch ging.

    • @Racew
      Das ist auch meine größte Sorge.
      Ich halte die Handelnden auf der westlichen Seite für noch blöder als damals 1914.
      Lesenswert: https://www.amazon.de/Sommer-1914-Zwischen-Begeisterung-Kriegsbeginn/dp/3570101223

      Dazu kommen die ganzen Kriegstreiber, die sich Jobs und Geld von der Rüstungsindustrie erhoffen.
      Ich nenn jetzt keine Namen, aber jeder hier…..
      Die sind echt zu blöd zu erkennen, daß es einen Unterschied zwischen 1914 und 2024 gibt: heute machen die verantwortlichen Regierenden zuerst Bekanntschaft mit der Erfindung von Herrn Oppenheimer.

      Vielleicht ein Trost: sollten die Olivgrünen wirklich das Kriegsspiel auf die Tagesordnung setzen, dann hat die Bundeswehr wohl binnen 12. Stunden nur noch 30.000 Mitarbeiter, der Rest ist klug genug in zivil Richtung Westen zu rennen. Und die Munition reicht eh nur 2 Tage. Das kann Putin abwarten.
      Ich würde aus Berlin, Frankfurt, der Gegend um Ramstein etc. wegziehen. DAs sind wohl die Primärziele.

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