Donnerstag,18.Juli 2024
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Goldpreis steigt, ETF-Investoren kehren zurück

Mit dem jüngsten Goldpreis-Anstieg verzeichnete auch der größte Gold-ETF wieder stärkeren Zulauf von Investoren.

Silber- und Goldpreis

Der Goldpreis präsentierte sich zuletzt weiter stabil über der Marke von 2.300 US-Dollar. Am morgigen Freitag warten Investoren auf die neuen Arbeitsmarktzahlen aus den USA. Zwischenzeitlich hat der Goldpreis bereits etwas Aufwind erhalten. So kostete eine Feinunze Gold auf Basis der US-Futures am gestrigen Mittwoch nach Börsenschluss 2.369,40 US-Dollar. Das entsprach 2.195,72 Euro. Damit stiegen die Gold-Notierungen gegenüber Vorwoche um 2,4 Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent (in Euro).

Gold, Goldpreis, Gold-ETF
Der Goldpreis hat gegenüber Vorwoche deutlich zugelegt. Und die Bestände des SPDR Gold Shares (GLD) sind auf den höchsten Stand seit Ende Mai gestiegen.

Auch der Silberpreis legte innerhalb der vergangenen fünf Handelstage wieder deutlich zu. So kostet die Silberunze gestern 30,84 US-Dollar oder 28,58 Euro. Das heißt, innerhalb einer Woche verzeichnete Silber einen Kursanstieg von statten 12,5 Prozent (11,5 Prozent in Euro). Allerdings sehen wir hier seit Wochen eine enorme Volatilität.

Edelmetall-ETFs

Dabei gab es erneut auch Mittelzuflüsse in den größten Gold-ETF. Denn der SPDR Gold Shares (GLD) meldet per 3. Juli 2024 Goldbestände von 834,81 Tonnen. Damit kamen innerhalb einer Woche 5,76 Tonnen hinzu. Die Inventarzunahme war begleitet von Netto-Investitionen in den Fonds im Umfang von 323 Millionen US-Dollar.

ETF-Eigenschaften

Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Fondsbetreiber eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Allerdings gibt es oft eine zeitliche Diskrepanz bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen. Auf dem Goldmarkt gibt es üblicherweise eine 2-Tages-Frist, in der physische Bestände nach einem Vertragsabschluss geliefert werden. Der GLD wurde eigentlich aufgelegt, um Investoren mit einem physische gedeckten Wertpapierprodukte eine Teilhabe an der Goldpreis-Entwicklung anzubieten. Seit Jahresbeginn liefen die beiden Assets aber deutlich auseinander.

Größter Silber-ETF

Währenddessen nahmen auch die Silberbestände des iShares Silver Trust (SLV) erneut zu. So meldet die Fondsgesellschaft nun 13.688,60 Tonnen an eingelagertem Metall. Damit stieg das Inventar gegenüber Vorwoche um 59,72 Tonnen. Dabei werden für diesen Zeitraum netto allerdings Kapitalzuflüsse in Höhe von 39,76 Millionen US-Dollar gemeldet. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser Edelmetall-Fonds offiziell mit einer Unze Silber physisch gedeckt.

Gold, Silber, ETF, GLD, SLV, Bestände

Edelmetall-ETFs und Goldpreis

Vergangene Bullenmärkte bei Silber- und Goldpreis waren regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Das war zuletzt nicht mehr der Fall, seit der Takt auf dem internationalen Goldmarkt wesentlich von China und deren physischer Goldnachfrage vorgegeben wird.

Generell sind die Fonds-Bestände eher Nachläufer, die einem steigenden Silber- und Goldpreis mit zunehmendem Inventar folgen. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. Abgesehen davon, erfreuten sich diese ETFs in den vergangenen Jahren steigender Beliebtheit unter jungen US-Anlegern, die Anteile über immer stärker verbreiteten Discount-Broker erwerben.

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8 Kommentare

  1. Also, da meldet so ein Anslyst, dass die Betriebskosten der Minen bei 1325 Dollar liegen ( was sicher untertrieben ist).
    Weiter rechnet er vor, dass der Goldpreis bei 2.325 Dollar liegt und die Minen deshalb phantasische Gewinne machen würden und die Anleger demnächst in Scharen in die Minenaktien strömen würden.
    Der hält die Leser wohl für total blöd oder ist es delber.
    Goldpreis minus Betriebskosten gleich Gewinn.
    Jeder Manager einer Firma würde ihm den Vogel zeigen.
    Selbst wenn es eine Mine gäbe, welche zu 1.325 Gold produziert, kommt noch eine Menge hinzu, bis die beim Lateiner hochglanzpoliert in Samt auf dem Ladentisch liegt und auf einen Käufer wartet.
    Ich behaupte, beim derzeitigen Goldpreis und den angegebenen Produktionskosten wird die Mine kaum etwas verdienen. Die Aktienkurse dieser sorechen ein deutliches Bild.
    https://www.goldseiten.de/artikel/624154–Rekordquartal-der-Goldbergbauunternehmen.html

    • Diese Diskrepanz ist mir auch schon seit Jahren aufgefallen. Als Unternehmer weis ich, dass normalerweise in den Produktionskosten ALLE Kosten includiert sind. Somit ergäbe es derzeit eine Spanne von 1000 $ pro Unze für das Bergbauunternehmen mit diesen Positionen, was ca. 70 % Aufschlag bedeutet.
      Okay, ziehen wir natürlich noch die Schmelzkosten der Schmelze und Vertrieb der Zwsichenhändler ab, dann würden sicherlich immer noch 800 $ Gewinn bleiben. Bei dieser Marge würde ich sofort den Laden (also die Aktie) kaufen, denn welches Unternehmen hat solch eine Spanne? Somit müssten auch schon seit Jahren die Minenaktien steigen, bei den Dividenden, die hier zu erwarten wären.

      Aber nichts dergleichen. Warum? Weil die Kosten von ca. 1325 $ /oz. offensichtlich nicht stimmen, eine Mogelpackung sind. Womöglich fehlen in diesen die Kredite und die Kosten für künftige Explorationen samt dessen Risikoaufschlägen. Anders ist das nicht zu erklären, dass die Minenaktien so dahin dümpeln.

      Ich vermute eher, dass die tatsächlichen, ehrlichen Produktionskosten incl. aller Nebenkosten sehr viel höher sind, sicher so um die 1.800 $/0z.

      Bislang konnte mir diese Diskrepanz zwischen der hohen Marge und den katastrophalen Bewertungen der Aktien keiner per Berechnung darstellen. Vielleicht gibts hier Insider, die das buchhalterisch/bilanziell belegen können?

      • @Commander
        Nein, ich bin kein Insider, aber durch meine Reisen und Tätigkeiten komme ich gelegentlich mit solchen zusammen. Und meist sind dann schöne Frauen, Alkohol und Segeljachten dabei. (Ich bin Anti Alkoholiker). Und so kommts, dass manche beim Plaudern etwas unvorsichtig sind.
        Und ja, die Kosten von 1800 $ kommen den Tatsachen sehr nahe.
        Natürlich kann man unter den Produktionskosten verkaufen. China tut es, Japan tat es und VW , Lufthansa tut es ständig, wenn, ja wenn man subventioniert wird. Direkt oder indirekt.
        Im Falle der Minen sind es die Banken mit Krediten zum Nulltarif und Abschreibungen.
        Was heisst, die schreiben die Kredite gleich ab.
        Verschleiert wird das ganze über Ketten von Short und Longsellern und Schattenbanken, wie es die BIZ der IWF oder Clearing Gesellschaften sind.
        Da kommt man nicht dahinter und einem Informanten geht es wahrscheinlich wie Assage und Wiki Leaks.
        Besser, man fragt gar nicht erst nach.

  2. @ Commander Kleiner Einspruch ,Minenaktien sind nicht alle so schlecht bei Gold Fields liege ich 240% Im Plus und bei Minas Buenventureära(Peru) immerhin 60%.Bei Minas Buenaventura ist letztes Jahr der Kupferproduzent Antafagasta eingestiegen wodurch der Kurs an einem Tag sich um 3 bis 4 Dollar erhöhte.Sogar der chronische Pflegefall Newmont steht so auf plus minus null.

    • Verehrter @Materialist. Leider sagen die %-Angaben ohne Zeitraum nichts brauchbares. Für mich sind wenigstens 10-, besser 20 -Jahreswerte zwecks Performancevergleich nützlich. Dennoch freue ich mich für Sie, dass Sie hier eine gute Auswahl getroffen haben.

      Mir geht es aber um den repräsentativen Durchschnittswert der Produktionskosten und dem daraus resultierenden Gewinn, aus dem sich die Dividenden ableiten lassen, die man zumindest, konservativ per Ertragswertverfahren, zur Firmenbewertung heranziehen kann. Die Spekulation an der Börse lasse ich da zunächst weitestgehend aussen vor.

      Warum ist mir der Produktionspreis so wichtig? Dieser stellt regelmäßig die Crash-Versicherung des Goldpreises dar, sozusagen der absolute Boden, auf den Gold (theoretisch) sinken könnte und ab dem die Minen nicht mehr (bzw. „gedrosselt“) produzieren würden, bis der Preis wieder angemessen steigt, ähnlich wie beim Ölpreis (kurzzeitige spekulative Panikabverkäufe mal unberücksichtigt gelassen).

      Ungeachtet dessen ist es natürlich eh wieder Lotto, aus den Minen das optimale Stock-Picking zu gestalten. Wer weiß, ob die angegebenen Reserven stimmen und das Management auch keine strategischen Fehler macht. Da wäre es egal für diese Aktie, wie hoch der Goldpreis ist. Wenn keines mehr da ist, oder der Laden schlecht wirtschaftete -pleite geht-ist die Aktie wertlos. Das passierte eben bei eine Unze Brit nicht.

  3. Minen Aktien finde ich am schwersten zu handeln, dennoch gibt’s da ein paar gute Kandidaten. Die Harmony Gold Mining Company z.B. die haben sehr gute Projekte in Süd Afrika, unglaubliche 11 und 13 Gramm pro Tonne. Das sind schon richtig starke Zahlen. Die Aktie hat in den letzten 12 Monaten über 120% zugelegt.

  4. Hallo Zusammen
    Bei Minenaktien muss noch etwas wichtiges beachtet werden. Die Minen sollten in politisch stabilen Staaten angesiedelt sein. Hat ein Goldminenbetreiber Minen in Afrika, kann Enteignung drohen. Ist schon passiert.
    Oder korrupte Länder wollen mehr Geld.
    Ich kenne drei Gesellschaften deren Minen in Australien oder Kanada produzieren.
    Agnico Eagles, Evolution Mining, Northern Star Resources. Aus meiner Sicht sind das gut geführte Unternehmen, die auch Dividende zahlen! Zwischen 2 und 3 Prozent.
    Diese Minen sind auch profitabel. Die Kurse sind aber schon wacker gestiegen
    Grüsse aus der Schweiz

  5. @Commander
    War ein Zeit lang bei Vale Brasil investiert, es mag zwar der größte Eisenerz Produzent sein, aber die starke Volatilität solcher Werte muss man sich damit abfinden. Das gilt für alle in dieser Branche, ob nun BHP, Rio Tinto, Vale, u.a. ist wie in Karussell, Aktienkurse rauf und runter und das gleiche auch bei der dividenden. Für ein Buy & Hold auf längerem Zeitraum völlig ungeeignet.
    Wenn schon Rohstoffe dann lieber Öl, Gas & Uran. KI wird in der Zukunft eine große Rolle spielen in vielen Segmenten, aber ausser die Big Player sind kleine Werte mit Vorsicht zu genießen. Teils Firmen die auf die KI Welle reiten, unbekannte kleine Werte. Welche von denen sich in Zukunft behaupten kann steht in den Sternen.
    Da die Medizin weiter voranschreitet, habe mich für ein kleines Unternehmen entschieden das mit Hilfe der KI Krebsforschung betreibt und Medikamente optimiert.
    Die klinischen Studien sind fast durch und existiert eine vertiefte Zusammenarbeit mit einigen großen Pharma Unternehmen.
    Puh, braucht alles viel Arbeit, Eigeninitiative und Zeit Investition. Das ist ja zum Vergleich der Goldkauf schon eine Art Entspannung!

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