Donnerstag,18.Juli 2024
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Goldreserven: Bundesbank verpasst ihrem Gold Co2-Stempel

Klimaschutz oder Greenwashing? Die Deutsche Bundesbank bewertet erstmals den CO₂-Fußabdruck ihrer historischen Goldreserven.

Goldreserven der Bundesbank

Erstmals hat die Deutsche Bundesbank die Nachhaltigkeitsaspekte ihrer Goldreserven im Rahmen ihrer jährlichen Klimaberichterstattung unter die Lupe genommen. Aber wie sinnvoll ist es, den CO₂-Fußabdruck von jahrzehntealten Goldbeständen zu analysieren?

Gold, Goldbarren, Klima (Bild: Goldreporter)
Gold, das schon lange in den Tresoren liegt und keine laufenden Emissionen verursacht, wird nun von der Bundesbank unter dem Blickwinkel einer modernen CO₂-Bilanzierung bewertet (Bild: Goldreporter).

Die Goldreserven der Bundesbank, die hauptsächlich zwischen 1951 und 1973 angehäuft wurden, stammen aus einer Zeit, als Nachhaltigkeit kein Thema war. Die durchschnittliche Haltedauer dieser Bestände beträgt 61 Jahre. Die Bundesbank räumt selbst ein, dass die genauen Produktionsbedingungen und damit der historische CO₂-Fußabdruck dieser Bestände nicht nachvollziehbar sind. Dennoch wurde eine hypothetische Berechnung angestellt, die den aktuellen globalen Mix der Goldproduktion simuliert.

Die Klimabilanz – Eine hypothetische Übung

Nach dieser Simulation beläuft sich der CO₂-Fußabdruck des Goldes auf zwischen 52,8 und 90,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Diese Zahl basiert auf Studien zur heutigen Goldproduktion, die feststellen, dass der industrielle Goldbergau – der angeblich 74 % der Produktion ausmacht – besonders emissionsintensiv ist. Recycling, das nur einen Bruchteil der heutigen Goldproduktion ausmacht, erscheint als die klimafreundlichere Alternative. Diese Betrachtung führt zu einem Fußabdruck von 262 bis 451 Tonnen CO₂ pro Million Euro Investition.

Nachhaltigkeit von Gold – Ein Widerspruch?

Unsere Einordnung: Die Bundesbank betont, dass die Emissionen einmalig sind und im Gegensatz zu den kontinuierlichen Emissionen bei Wertpapierinvestitionen stehen. Dies führt zur Frage, ob die Fixierung auf die THG-Intensität von Gold in einem historischen Kontext tatsächlich sinnvoll ist. Gold, das schon lange in den Tresoren liegt und keine laufenden Emissionen verursacht, wird nun unter dem Blickwinkel einer modernen CO₂-Bilanzierung bewertet. Diese Herangehensweise wirkt wie ein nachträgliches Greenwashing einer Anlageklasse, die ihre Daseinsberechtigung aus anderen Faktoren zieht: Vertrauen, Sicherheit und Krisenresistenz.

Der klimapolitische Kontext – Realität oder Ideologie?

Gold als Anlageklasse ist vor allem durch seine physische Stabilität und Wertbeständigkeit attraktiv, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Diese Eigenschaften stehen in direktem Widerspruch zu den fluktuierenden und oft spekulativen Wertpapiermärkten. Die Klimabilanzierung eines solch statischen Gutes mag politisch opportun erscheinen. Sie scheint jedoch wenig Relevanz für die tatsächliche Nutzung des Goldes zu haben.

Betriebsbedingte Emissionen durch Lagerung und Bewachung fallen im Vergleich zur Produktion gering aus und rechtfertigen kaum eine umfassende klimapolitische Betrachtung. Nachhaltigkeitsaspekte wie die Herkunft des Goldes und die Produktionsmethoden mögen für neue Investitionen von Interesse sein. Aber diese erscheinen im Kontext historischer Bestände überzogen.

Fazit

Der Ansatz der Bundesbank, den CO₂-Fußabdruck ihrer Goldreserven zu berechnen, mag im aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurs Beachtung finden, hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeitsfragen zunehmend an Bedeutung gewinnen, sollte die Diskussion um die Klimabilanz von Gold auf aktuellen und zukünftigen Investitionen basieren. Die historische Klimabilanzierung von bestehenden Goldreserven wirkt dagegen wie eine nachträgliche Rechtfertigung, die den eigentlichen Wert und Nutzen dieser Anlageklasse kaum beeinflusst.

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7 Kommentare

  1. Moin,
    meine Bilanz. Die spinnen die Röm ähhh die Bundesbänker.
    Wenn die jetzt auch schon auf den Klimawandel Zug aufspringen, dann mache ich mir jetzt aber ernsthaft Sorgen um unser Land. Grönemeyer: Kinder an die Macht. Dessen Traum hat sich erfüllt siehe Hofnarr, Bockbier und Habenix nicht mal Ahnung von Wirtschaft. Aber doch bitte nicht jetzt auch noch die Bänkster.

    Gruß in die Runde
    barmbekbasch

  2. Moin,
    und noch was zu dem Irrsinn. Das meiste Gold der Bundesbank lagert bei der FED und das haben wir für gelieferte Güter bekommen. Dann sollte man doch wohl lieber die produzierten und gelieferten Güter CO² mässig bilanzieren. Na dann können wir uns gleich den Strick nehmen.

  3. Nachhaltigkeit hat mit Co2 einfach mal gar nichts zu tun. Jetzt darf aber auf jeden Fall kein Gramm Gold verkauft werden, weil ja da so schön das böse Gas gebunden ist wie in einer Co2-Senke.

  4. Also sollte man schonmal eine CO2 Steuer beim An- und Verkauf einkalkulieren? Das Gold auf kurz oder lang besteuert wird, war hier schon öfters Thema, warum also nicht mit der Massenverblödungswaffe CO2? Zuzutrauen wäre dieser Regierung mittlerweile eh alles.

  5. anderes Thema, aber sehr interessant:
    Schauen Sie sich mal diese herausragende Expo-Kurve des Goldpreises in der Währung an, dessen hoch entwickeltes Industrie- Land mit 300% des BIP verschuldet ist, dem japan. YEN:

    https://www.goldseiten.de/kurse/Goldcharts-JPY.php
    (auf „maximal“ klicken).

    Da gibt es eine Korrellation zum Verschuldungsgrad. Allerdings ist die Besonderheit beim YEN, dessen Binnenwährung in einem kleinem Gebiet. In dem Chart sehen wir auch die Zukunft von Dollar und Euro, aber erst in etwa 20 bis 30 Jahren.

    • @Commander
      Verschuldung korreliert immer mit Gold.
      Mit was sollen denn sonst Schulden korrelieren ?
      In früheren Kulturen allerdings korrelierten diese mit Menschenleben.
      Wer Schulden hatte, kam in den Schuldner Turm und dann Kopf ab und Kleinschuldner an den Pranger.

  6. Nix als die übliche unendlich dumme Bürokratie, die uns Brüssel aufzwingt.
    Wieviel Co2 könnte man einsparen, wenn man die unnötigen 95 % der 45.000 Bürokraten in Brüssel (und die regelmäßigen Umzüge nach Straßburg und zurück) einsparen würde.

    Zwei Vorschläge:
    1.) Bei jeder neuen EU-Bürokratie-Orgie muß der CO-2 Fußabdruck der zur Erfüllung nötigen Bürokratie mit rein, aber genau bis incl. anteiliger Baukosten des Büros.
    2.) Co2-Fußabdruck der theoretisch nötigen Menge an Geldscheinen um eine Goldmünze zu ersetzen, bitte zurück bis 2.000 vor Christus, solange wird Gold ja schon genutzt. Incl. Prognose des Energieverbrauchs für die CBDC für die nächsten 2000 Jahre. So lange halten meine Krüger mindestens.

    Und dann ?

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