Deutsche Goldreserven: Bundestag debattiert über komplette Rückholung

Die AfD will das deutsche Staatsgold komplett nach Deutschland holen – doch Bundesbank und Koalition sehen dafür bislang keinen Anlass.

Bundestag berät über die Rückholung deutscher Goldreserven aus dem Ausland
Im Bundestag steht ein Antrag zur Rückholung deutscher Goldreserven zur Debatte (Foto: Deutsche Bundesbank).

Debatte über Goldreserven

Der Bundestag befasst sich am Mittwochabend erstmals mit einem AfD-Antrag zur vollständigen Rückholung der deutschen Goldreserven aus dem Ausland. Nach Angaben des Parlaments ist für die erste Lesung eine 20-minütige Debatte vorgesehen. Anschließend soll der Vorgang zur weiteren Beratung an den Finanzausschuss überwiesen werden. Die Liveübertragung war für den heutigen Mittwoch, 18. März 2026 um 19:40 Uhr angekündigt.

AfD fordert vollständige Heimholung

In dem Antrag (21/4739) argumentiert die Fraktion, Deutschland verfüge mit rund 3.350 Tonnen über eine der größten Goldreserven weltweit. Gold sei ein wichtiger psychologischer und materieller Stabilitätsgarant des Euro.

Zudem verweist die AfD auf den stark gestiegenen Bilanzwert. Die Goldreserven hätten einen Wert von rund 460 Milliarden Euro erreicht. Gefordert wird ein konkreter Zeitplan, um sämtliche im Ausland gelagerten Bestände nach Deutschland zu holen.

Großteil der Goldreserven weiterhin im Ausland

Nach Angaben im Antrag lagern derzeit rund 51 Prozent des deutschen Staatsgoldes in Deutschland. Etwa 49 Prozent befinden sich weiterhin im Ausland – vor allem bei der Federal Reserve in New York sowie bei der Bank of England in London. Diese Bestände haben einen geschätzten Wert von rund 225 Milliarden Euro.

Die Bundesbank hatte bereits zwischen 2013 und 2017 große Teile des Goldes nach Deutschland zurückgeführt. Dennoch hält sie an der Lagerung im Ausland fest. Begründung: Gold soll im Bedarfsfall schnell an wichtigen Handelsplätzen verfügbar sein. Die geografische Streuung gilt als Teil der Krisenvorsorge.

Mehr dazu: Bundesbank: Gold-Überführung aus New York abgeschlossen

Politischer Widerstand erwartet

Der Vorstoß dürfte politisch umstritten bleiben. Vertreter von SPD und Union sehen keinen Handlungsbedarf. Kritiker argumentieren, die bestehende Lagerstrategie erhöhe die Flexibilität im Ernstfall. Eine vollständige Heimholung könne dagegen operative Nachteile mit sich bringen.

Mehr zum Thema: Goldreserven: Wo Staaten ihr Gold lagern – und warum sie es heimholen

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3 Kommentare

  1. Könnte auch das ein Grund für das Absenken des Goldpreises sein ?
    Was, wenn die USA oder London sich weigert ?
    Und darauf besteht, statt Goldbarren, Barausgleich anzunehmen, in Form von Schuldverschreibungen ?
    Was will Deutschland dann tun ?
    25% Zölle auf Harley Davidson, Levis Jeans oder den Fusel von dort erheben ?
    Oder vielleicht in die USA einmarschieren, stramm, stramm, mit dem Deutschland Lied in alle Strophen um den Regime Change dort zu erzwingen ?
    Trug Herr Merz deshalb vorige Tage schon Flecktarn ?
    Oder will man bloss vor der FED Entscheidung den Goldpreis runterklopfen, damit er bloss nicht danach zu hoch steht ?
    Was meinen die Foristen ?
    Viel mehr Möglichkeiten gibts ohnehin nicht.

  2. Schonmal an die 31t venezolanisches Gold gedacht? Das nicht unter dem Kopfkissen von Maduro lag, sondern in London. Und sich die BoE weigerte, dieses dem Sozialisten zur Kräftigung seines privaten Auslandskonto freizugeben.
    Das wird jetzt wohl wieder frei sein. Vielleicht wird es ja nicht (kursneutral) von ZB zu ZB transferiert, sondern benutzt, um die CRIMEX zu füllen. Damit die dann Ihre Spielchen machen können.
    Also nach dem Motto, „Wir kaufen Euch das Gold ab und Ihr bezahlt davon die Entschädigung der US-Ölkonzerne. Wenn Euch das nicht gefällt, kommen wir nachts nochmal vorbei“.

  3. Ich glaube nicht, dass Deutschland mit dieser Unverschämtheit durchkommt. Das Gold bleibt in London und in den USA und die Krauts dürfen die trockenen Kekse mümmeln.

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