China hat seine Goldreserven im Juni kräftig ausgebaut. Der Zuwachs war der größte seit Oktober 2023. Offenbar nutzt die PBoC den gefallenen Goldpreis gezielt für Käufe.

China Goldreserven steigen kräftig
China hat seine offiziellen Goldreserven im Juni 2026 kräftig ausgebaut. Nach den aktuellen Daten der chinesischen Devisenbehörde SAFE stiegen die Bestände auf 75,44 Millionen Unzen, nach 74,96 Millionen Unzen im Vormonat. Das entspricht einem Zuwachs von 480.000 Unzen oder rund 14,9 Tonnen Gold. Insgesamt verfügt die People’s Bank of China (PBoC) damit nun über umgerechnet rund 2.346,5 Tonnen Gold.
China stockt seine Goldreserven im Juni um knapp 15 Tonnen auf – der stärkste monatliche Zuwachs seit Oktober 2023.
Damit meldete China den größten monatlichen Aufbau seiner Goldreserven seit Oktober 2023. Zugleich setzte sich die seit Herbst 2024 laufende Serie regelmäßiger Goldkäufe fort.
China bei Gold auf Schnäppchenjagd
Der aktuelle Zuwachs fällt deutlich höher aus als im Vormonat. Im Mai hatte die PBoC ihre Bestände um 320.000 Unzen beziehungsweise rund 9,95 Tonnen Gold erhöht.
Auffällig ist dabei der zeitliche Zusammenhang mit der jüngsten Goldpreis-Schwäche. Nachdem der Goldpreis in den vergangenen Monaten deutlich von seinem Rekordhoch zurückgekommen war, hat China seine Käufe nochmals ausgeweitet. Die PBoC tritt damit erneut als strategischer Käufer auf, der schwächere Marktphasen zum Aufbau seiner Reserven nutzt.
Alternative Betrachtung: Die PBoC investiert regelmäßig feste Beträge in Gold. Bei niedrigeren Kursen erhält sie schlichtweg mehr Metall.
Chinesische Goldreserven
Die Tabelle zeigt monatliche Goldzukäufe der chinesischen Zentralbank seit 2022. Datenquelle: SAFE / PBOC.| Monat | Zugang in t | Zugang in Uz |
|---|---|---|
| November 2022 | 32,03 | 1.030.000 |
| Dezember 2022 | 30,17 | 970.000 |
| Gesamt 2022 | 62,20 | 2.000.000 |
| Januar 2023 | 14,93 | 480.000 |
| Februar 2023 | 24,88 | 800.000 |
| März 2023 | 18,04 | 580.000 |
| April 2023 | 8,08 | 260.000 |
| Mai 2023 | 16,86 | 510.000 |
| Juni 2023 | 21,15 | 680.000 |
| Juli 2023 | 23,02 | 740.000 |
| August 2023 | 28,93 | 930.000 |
| September 2023 | 26,13 | 840.000 |
| Oktober 2023 | 23,02 | 740.000 |
| November 2023 | 11,82 | 380.000 |
| Dezember 2023 | 9,02 | 290.000 |
| Gesamt 2023 | 225,98 | 7.230.000 |
| Januar 2024 | 9,95 | 320.000 |
| Februar 2024 | 12,13 | 390.000 |
| März 2024 | 4,97 | 160.000 |
| April 2024 | 1,87 | 60.000 |
| November 2024 | 4,97 | 160.000 |
| Dezember 2024 | 10,26 | 330.000 |
| Gesamt 2024 | 44,15 | 1.420.000 |
| Januar 2025 | 4,97 | 160.000 |
| Februar 2025 | 4,97 | 160.000 |
| März 2025 | 2,80 | 90.000 |
| April 2025 | 2,17 | 70.000 |
| Mai 2025 | 1,90 | 60.000 |
| Juni 2025 | 2,15 | 70.000 |
| Juli 2025 | 1,90 | 60.000 |
| August 2025 | 1,90 | 60.000 |
| September 2025 | 1,24 | 40.000 |
| Oktober 2025 | 0,90 | 30.000 |
| November 2025 | 0,90 | 30.000 |
| Dezember 2025 | 0,90 | 30.000 |
| Gesamt 2025 | 25,87 | 860.000 |
| Januar 2026 | 1,24 | 40.000 |
| Februar 2026 | 0,93 | 30.000 |
| März 2026 | 4,98 | 160.000 |
| April 2026 | 8,09 | 230.000 |
| Mai 2026 | 9,95 | 320.000 |
| Juni 2026 | 14,9 | 480.000 |
| Gesamt seit 2022 | 395,95 | 12.730.000 |
Wert der Goldreserven sinkt deutlich
Trotz des kräftigen Anstiegs der Goldbestände ging der ausgewiesene Wert der chinesischen Goldreserven deutlich zurück. Er sank von 340,75 Milliarden US-Dollar auf 303,72 Milliarden US-Dollar. Ursache war der niedrigere Goldpreis zum Monatsende.
Auch die gesamten chinesischen Währungsreserven gingen zurück. Sie sanken von 3.859,05 Milliarden US-Dollar auf 3.786,32 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Rückgang von rund 72,7 Milliarden US-Dollar beziehungsweise knapp 1,9 Prozent.
Goldanteil fällt auf rund 8 Prozent
Der rechnerische Goldanteil an den gesamten chinesischen Währungsreserven lag Ende Juni bei rund 8,0 Prozent. Trotz der zusätzlichen Goldkäufe verringerte sich der Anteil gegenüber dem Vormonat, da der ausgewiesene Wert der Goldreserven deutlich stärker zurückging als die gesamten Reserven.
Strategische Diversifizierung
China baut seine Goldreserven damit weiterhin konsequent aus. Seit 2022 hat die Zentralbank ihre Bestände offiziell um rund 396 Tonnen ausgebaut.
Die regelmäßigen Käufe gelten als Teil der langfristigen Strategie, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren und die Reserven breiter aufzustellen. Gleichzeitig unterstreicht die anhaltende Nachfrage der PBoC die Bedeutung von Gold als strategischem Reservewert in einem zunehmend unsicheren geopolitischen Umfeld.
Gerade der starke Juni-Zuwachs zeigt, dass China Gold nicht nur in steigenden Märkten akkumuliert, sondern Preisrückgänge offenbar gezielt zum Nachkauf nutzt. Für den Goldmarkt bleibt die PBoC damit ein wichtiger langfristiger Nachfragefaktor.
Mehr dazu: Internationale Goldreserven – aktuelle Entwicklungen und Rangliste der Länder