Goldreserven der Türkei brechen ein: 127 Tonnen verkauft oder verliehen

Die Goldreserven der Türkei sind im März um 127 Tonnen gefallen. Die Zentralbank verkaufte oder verlieh Gold, um die Lira zu stabilisieren. 

Goldbarren vor Türkei-Flagge und geöffnetem Tresor symbolisieren Einbruch der Goldreserven
Die Türkei hat im März große Mengen Gold verkauft oder verliehen, um die Lira zu stabilisieren.

Goldreserven der Türkei brechen ein

Die Goldreserven der Türkei sind im März massiv eingebrochen. Die Bestände der Zentralbank sanken auf 22,3 Millionen Unzen beziehungsweise rund 693 Tonnen. Innerhalb eines Monats verschwanden damit rund 127 Tonnen aus den offiziellen Büchern.

127 Tonnen Gold in einem Monat mobilisiert – die Türkei greift tief in ihre Reserven ein und verändert damit die Dynamik am Goldmarkt..

Verkäufe und Verleih zur Stabilisierung der Lira

Hintergrund sind umfangreiche Maßnahmen zur Stützung der Landeswährung. Wie die Financial Times berichtet, habe die Türkei Gold im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verkauft oder verliehen. Demnach seien etwa 52 Tonnen direkt abgestoßen worden. Weitere 79 Tonnen habe die Zentralbank verliehen, um Dollar-Liquidität zu sichern.

Damit greift die Türkei auf Notinstrumente zurück. Denn Gold kann kurzfristig als Sicherheitenquelle dienen, ohne die Bestände vollständig aufzugeben.

Reserven verlieren deutlich an Wert

Der Wert der verbleibenden Goldreserven wird aktuell mit 101,5 Milliarden US-Dollar angegeben. Das entspricht einem Rückgang von rund 24 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Auch die gesamten Währungsreserven sind deutlich gesunken. Sie gingen um rund 20 Prozent zurück auf 150,8 Milliarden US-Dollar. Der Goldanteil an den Reserven fiel damit von 71 Prozent auf 67 Prozent.

Noch im Februar hatten die Goldreserven mit rund 134 Milliarden US-Dollar ein Rekordniveau erreicht.

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Goldreserven der Türkei: Entwicklung seit 2010
Entwicklung Goldreserven Türkei seit 2010 in Tonnen. Stand: März 2026 (Quelle: TCMB; Grafik: Goldreporter).

Signalwirkung für den Goldmarkt?

Die Entwicklung wirft eine zentrale Frage auf: Werden Zentralbanken künftig häufiger als Verkäufer auftreten?

Zwar gelangt Zentralbank-Gold nicht zwingend direkt an den Terminmarkt. Dennoch können solche Transaktionen indirekt Druck erzeugen. Denn zusätzliche Liquidität und Sicherheiten verändern die Marktstruktur.

Kritische Analysten sehen darin sogar einen möglichen Wendepunkt. Zentralbanken gelten bislang als stabiler Nachfragefaktor. Doch in Krisenzeiten könnten sie zunehmend auch als Anbieter auftreten.

Mehr zum Thema: Goldverkäufe im Staatsnotstand: Droht ein weltweiter Trend bei den Zentralbanken?

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