Trotz erheblicher Goldverkäufe einiger Länder steigen die weltweiten Reserven weiter. Neue Daten zeigen eine klare Verschiebung im Goldmarkt.
Große Goldverkäufe bei einzelnen Staaten – Türkei führt
Zentralbanken stoßen Gold ab – und bauen ihre Reserven gleichzeitig weiter aus. Dieser scheinbare Widerspruch zeigt sich aktuell besonders deutlich in den Daten des World Gold Council (WGC).

Große Verkäufe täuschen: Die globalen Goldreserven wachsen weiter.
Mehrere Länder haben zuletzt erhebliche Mengen Gold abgegeben. Besonders stark fällt der Rückgang in der Türkei aus. Dort wurden weitere 60,2 Tonnen abgestoßen.
Auch Aserbaidschan reduzierte seine Bestände deutlich um 21,9 Tonnen. Russland meldete ein Minus von 6,2 Tonnen.
Insgesamt summieren sich diese Verkäufe auf 88,3 Tonnen.
Lesen Sie zu den Hintergründen: Goldverkäufe im Staatsnotstand: Droht ein weltweiter Trend bei den Zentralbanken?
Gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch
Während einzelne Staaten verkaufen, bauen andere ihre Bestände gezielt aus.
China erhöhte seine Goldreserven um 5 Tonnen. Kasachstan kaufte 13,7 Tonnen zu. Polen stockte um 11,2 Tonnen auf. Auch Usbekistan meldete einen Zuwachs von 8,7 Tonnen.
Entscheidend ist die Gesamtbilanz.
Denn laut World Gold Council stiegen die weltweiten Goldreserven im Monatsvergleich um 45 Tonnen auf 36.660,8 Tonnen.
Polen baut Goldreserven massiv aus und überholt Türkei
Besonders auffällig ist die Entwicklung in Polen.
Das Land hat seine Goldbestände in den vergangenen sechs Monaten deutlich ausgeweitet. Insgesamt kamen 66,3 Tonnen hinzu. Damit liegen die Reserven nun bei 581,6 Tonnen.
Dabei hatte es im März Berichte gegeben, wonach die polnische Zentralbank einen Verkauf von Goldreserven prüfen könnte, um zusätzliche Mittel für Verteidigungsausgaben bereitzustellen. Aktuell zeigt sich jedoch ein anderes Bild.
Polen hat in der Rangliste der weltweiten Goldreserven inzwischen die Türkei überholt. Deren Bestände sind nach den jüngsten Verkäufen auf 534,9 Tonnen gesunken.
Die türkische Zentralbank nutzte Goldverkäufe und Verleihgeschäfte, um die eigene Währung zu stabilisieren.
Ranglistenspitze bleibt stabil
An der Spitze der größten Goldhalter hat sich nichts verändert.
Die USA führen weiterhin mit 8.133,5 Tonnen. Es folgen Deutschland mit 3.350,3 Tonnen, Italien mit 2.451,8 Tonnen und Frankreich mit 2.437 Tonnen. Russland liegt bei 2.304,7 Tonnen.
Nicht alle Gold-Daten sind vollständig
Allerdings ist die Datenlage nicht vollständig.
Denn einige Staaten veröffentlichen ihre Goldbestände nur unregelmäßig. Dazu zählen unter anderem Iran, Israel oder Nordkorea.
Die Zahlen des World Gold Council basieren auf offiziellen Angaben sowie Daten des International Monetary Fund.
Alle aktuellen Bestände finden Sie in der vollständige WGC-Tabelle
Fazit: Der Trend zeigt nach oben
Einzelne Verkäufe ändern nichts am Gesamtbild.
Zentralbanken setzen weiter auf Gold als strategische Reserve – und bauen ihre Bestände weltweit aus.
Mehr dazu: Internationale Goldbestände – neueste Entwicklungen, aktuelle Übersicht nach Ländern.


