Indien attackiert Goldmarkt: Gold-Zölle verdoppelt, Bürger sollen nicht mehr kaufen

Indien verschärft den Kampf gegen Goldimporte. Die Regierung verdoppelt die Gold-Zölle und fordert Bürger auf, möglichst kein Gold mehr zu kaufen.

Goldschmuck und Goldmünzen vor indischer Flagge als Symbol für höhere Gold-Zölle in Indien
Indien erhöht die Importzölle auf Gold drastisch und appelliert an die Bevölkerung, Goldkäufe einzuschränken.

Indien erhöht Gold-Zölle drastisch

Angriff auf den heimischen Goldmarkt: Indien hat die Importzölle auf Gold und Silber mehr als verdoppelt – das berichtet unter anderem Bloomberg am Mittwoch. Künftig werden auf Edelmetall-Einfuhren rund 15 Prozent Abgaben erhoben – zuvor waren es etwa 6 Prozent. Die Maßnahme soll die schwache Rupie stabilisieren und den Abfluss von Devisen bremsen.

Indien greift massiv in den Goldmarkt ein. Höhere Importzölle sollen die Rupie stützen – treffen aber vor allem Schmuckkäufer und Händler.

Denn Indien zählt nach China zu den größten Goldverbrauchern der Welt. Gleichzeitig importiert das Land nahezu seinen gesamten Bedarf aus dem Ausland. Gold ist nach Rohöl einer der wichtigsten Posten auf der indischen Importrechnung.

Modi appelliert an Bevölkerung

Bereits zuvor hatte Premierminister Narendra Modi die Bevölkerung ungewöhnlich direkt aufgefordert, Goldkäufe möglichst für ein Jahr auszusetzen. Auch unnötige Auslandsreisen sollten vermieden werden. Hintergrund sind die wirtschaftlichen Belastungen durch den Nahost-Krieg und die stark gestiegenen Energiepreise.

Denn Indien gilt als besonders abhängig von Öl- und Gaslieferungen aus dem Persischen Golf. Die Sorge vor Störungen rund um die Straße von Hormus hat den Druck auf die Landeswährung zuletzt verstärkt.

Gold bleibt Teil der indischen Kultur

Allerdings dürfte sich die Nachfrage nicht einfach abschalten lassen. Gold gilt in Indien traditionell als zentrale Form der Vermögenssicherung. Vor allem bei Hochzeiten, religiösen Festen und in ländlichen Regionen spielt das Edelmetall eine wichtige Rolle.

Nach neuesten Schätzungen halten indische Haushalte rund 34.600 Tonnen Gold. Damit ist der dortigen Goldbesitz in den vergangenen Jahren weiter stark gestiegen. Denn 2014 hatte man die privat gehaltende Goldmenge in Indien noch auf rund 22.000 Tonnen geschätzt.

Der Wert dieses privaten Goldbestands liegt bei einem aktuellen Goldpreis von rund 4.700 USD pro Unze bei mehr rund 5,2 Billionen US-Dollar.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Regierung fürchtet Devisenabfluss

Das Land importiert pro Jahr zwischen 600 und 800 Tonnen Gold. Dafür benötigt man US-Dollar.

Die Regierung hofft nun, dass geringere Goldimporte den Druck auf die Rupie mindern. Zuletzt war die indische Währung auf Rekordtiefs gefallen. Gleichzeitig schrumpften die Währungsreserven der Zentralbank auf rund 690 Milliarden US-Dollar.

Analysten zweifeln jedoch daran, dass die höheren Zölle die Währung nachhaltig stabilisieren können. Denn entscheidender bleibt der hohe Ölpreis. Zudem könnte der starke Preisanstieg bei Gold dazu führen, dass viele Käufer trotz höherer Abgaben weiter investieren.

Außerdem warnen Marktbeobachter vor einem bekannten Nebeneffekt: Höhere Importzölle erhöhen traditionell den Anreiz für Goldschmuggel nach Indien.

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

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7 Kommentare

  1. Das ist wie eine Mücke auf dem Elefanten. Damit zeigt die Regierung, dass die Währung Schrottwert hat und das wird noch mehr zum Goldkauf drängen und damit Gold zur 2. Währung im Lande machen. Zudem der Schmuggel enorme Formen annehmen wird. Drogen, Alkohol und Gold schmuggel, gegen diese Kontrrbanden war bisher jede Regierung machtlos. Die USA und Schweden beim Alkohol,
    sndere bei den Drogen. Zuletzt blieb jeder Regierung nur die Kapitulation.
    Was meint einer, wenn Herr Merz die Bürger hier auffordert, kein Gold zu kaufen, um damit den Euro zu stützen und die Staatsschulden abzubauen ?

  2. Der Germoney würde dem Rat des Herrn Kanzlers folgen. Der Herr Modi enteignete 2016 die Witwen und Bauern indem er die 2000/1000/500:Rupien für ungültig erklärte.
    Ein Sprichwort aus Arabien
    Eine Jungfrau kann zur …. werden,aber eine …..nicht zur Jungfrau.
    So ist es auch mit der Politik und der Demokratie.

  3. Ein Staat hat viele Möglichkeiten in der Werkzeugkiste.
    So könnte Gold zwar Mehrwertsteuer frei bleiben, aber beim Verkauf wird eine Abgabe fällig. Dadurch erhöht sich lediglich der Spread.
    So kann einer ein Krügerli um 4.000 kaufen, aber beim Verkauf bekommt er beim Händler nur 3.100.
    Dann stehen die Leute Schlange, um noch vor Inkrafttreten ihre Krügerli loszuwerden. Und Privatverkauf würde damit auch sinnlos, denn wer kauft einen Rand zu 4.000, wenn er den nur zu 3.100 wieder los wird.
    Wie gesagt, es braucht kein Goldverbot, keine Inder mit Aufrufen. Einzig und alleine eine Verkaufs Abgabe oder Steuer. Natürlich ist das auch bei Silber und anderem möglich.
    Also, munter bleiben !

    • @Maruti
      In dem Szenario habe ich immer noch lieber einen Krüger, den ich für 3.100 verkaufen kann, als eine Staatsanleihe, die noch genau NULL wert ist.
      Oder einen Neu-Euro, der zur einfacheren Rechnung im Kurs 1 zu 100 den heutigen Pleite-Euro abgelöst hat.
      5.000 Jahre zeigen: die Unze überlebt JEDES politische System.
      Fritz und Lars schaffen es nicht mal mehr bis Weihnachten.

  4. Den Indern den Goldkauf zu vermiesen dürfte so
    erfolgreich sein, wie den Amis ihr Fast Food zu
    verbieten oder den Mate in Argentinien.

    • @Digger
      All diese Länder zittern nun um das, was man selbst aus der Büchse der Pandorra geholt hat, das Fiat Money, um mit Gelddrucken scheinbaren Wohlstand zu versprechen und letztlich nur eines im Sinne hatte: Wählerstimmen zu sammeln.
      Eine einzige kleine Krise und wie die Domino Steine fällt alles in sich zusammen.
      Und durch das Gehabe des Herrn Modri zeigt sich wieder mal, Gold ist das einzige wahre Geld.
      Da hat er die Katze aus dem Sack gelassen.
      Oder wozu rät er vom Goldkauf ab und nicht vom Autokauf oder anderem Firlefanz.
      Gold, davor haben diese Herren Angst wie Heu.
      Nicht vor Bomben und Kriegen, Hungersnöten oder Misshandlungen von Frauen wie in Indien, nein vor Gold ! haben die Angst.

    • @Digger
      der Subtext von Modis Statement könnte auch so verstanden werden: „Leute, kauft Gold, solange es noch geht. Am besten in den nächsten 12 Monaten, denn danach wird`s dann wohl sehr schwierig werden“.

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