Die indische Zentralbank hat 104 Tonnen Gold aus London zurückgeführt. Hintergrund sind geopolitische Risiken und der Wunsch nach mehr Kontrolle über die eigenen Reserven.

Indien holt Gold heim
Indien setzt die Rückführung seiner Goldreserven konsequent fort. Denn die Reserve Bank of India (RBI) transportierte im zweiten Halbjahr des Fiskaljahres 2025/26 weitere 104,23 Tonnen Gold aus Großbritannien in heimische Tresore. Das berichtet das indische Newsportal Republic. Damit lagerten Ende März bereits rund 77 Prozent der gesamten indischen Goldreserven im eigenen Land.
Indien reduziert seine Abhängigkeit von London und bringt immer mehr Goldreserven unter eigene Kontrolle.
Insgesamt verfügte Indien zuletzt über 880,50 Tonnen Gold. Davon befanden sich laut RBI bereits 680,05 Tonnen in Hochsicherheitslagern in Mumbai und Nagpur. Nur noch rund 197 Tonnen lagerten im Ausland – vor allem bei der Bank of England.
Mehr dazu: Goldreserven weltweit: Aktuelle Zahlen, Länder-Ranking und Entwicklungen
Reaktion auf geopolitische Risiken
Die Entwicklung folgt einem Trends unter Zentralbanken. Denn spätestens seit dem Einfrieren russischer Währungsreserven im Jahr 2022 hinterfragen viele Staaten die Lagerung strategischer Vermögenswerte im Ausland.
Das zeigen auch die von Goldreporter regelmäßig dokumentieren Abgänge aus dem Goldvault der Fed in Manhattan. In diesem Kontext steht auch die jüngste Rückführung französischer Goldreserven: Nach 129 Tonnen: Neuer Gold-Abzug aus New York wirft Fragen auf
Auch im Falle von Indien soll die Gold-Rückführung sicherstellen, dass im Krisenfall uneingeschränkten Zugriff auf seine Reserven behält. Außerdem sinkt die Abhängigkeit von westlichen Finanzzentren und möglichen Sanktionen.
Symbolischer Wandel seit 1991
Der Schritt besitzt auch historische Bedeutung. Denn während der Zahlungsbilanzkrise 1991 hatte Indien Gold nach London transportieren müssen, um internationale Kredite abzusichern. Nun kehrt das Edelmetall zurück.
Außerdem gewinnt Gold innerhalb der indischen Währungsreserven weiter an Bedeutung. Der Gold-Anteil stieg laut Bericht innerhalb von sechs Monaten von 13,9 Prozent auf 16,7 Prozent. Dazu hätten sowohl zusätzliche Goldkäufe als auch der stark gestiegene Goldpreis beigetragen.
Goldlagerung kostet Geld
Man setzt bei dere RBI auch auf Kosteneinsparung. Denn die Lagerung bei ausländischen Zentralbanken verursacht laufende Gebühren. Gleichzeitig bleibt ein Teil der Bestände im Ausland, um internationale Handels- und Liquiditätsgeschäfte flexibel abwickeln zu können.
Die Rückführung der Goldbestände passt zum globalen Trend steigender Zentralbank-Nachfrage. Viele Staaten bauen ihre physischen Goldreserven aus oder holen Bestände zurück ins eigene Land.
Mehr dazu: Goldreserven: Wo Staaten ihr Gold lagern – und warum sie es heimholen



Soll das heissen, man traut den Angelsachsen nicht mehr über den Weg ?
Da ist man relativ spät draufgekommen.
Es scheint sich das Spiel „ Reise nach Jerusalem“ aufzubauen. Wer zuletzt heimholen will, holt nichts mehr heim, da dann nichts mehr da ist, was heimzuholen wäre.
Auch gut, dann spart man sich die Transport und Lagerkosten im eigenen Land.
Ich wette,genau so wird man es den Bürgern hierzulande erklären.
Und ich wette, die werden es auch so glauben.