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Interventions-Automatismus: Der nächste Schritt zur Hyperinflation

Bereiten die Notenbanken den dauerhaften Geldsegen vor?

Brechen die Zentralbanken das nächste Tabu? Unter Notenbankern kursieren Vorschläge, die Geldpolitik auf der Basis von Wirtschaftszahlen und Anleihen-Renditen zu automatisieren. Was sind die Konsequenzen?

Sowohl innerhalb der Fed als auch in Kreisen der Europäischen Zentralbank werden derzeit Maßnahmen zu einer Automatisierung geldpolitischer Maßnahmen diskutiert.

Gelddrucken auf Basis von Wirtschaftindikatoren: Wenn die US-Arbeitslosenquote unter 7 Prozent fällt, könnte der Leitzins automatisch erhöht werden. Oder umgekehrt. So der Vorschlag von Charles Evans, Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago.

„Zu wissen, dass die Zinsen niedrig bleiben, bis tatsächlich ein signifikanter Fortschritt in Sachen Arbeitsmarktentwicklung erreicht wurde, würde den Märkten und der Öffentlichkeit versichern, dass die Fed ihre lockere Geldpolitik nicht frühzeitig einstellt“, so Evans während einem Vortrag in Hongkong.

Seit geraumer Zeit gibt es zudem Hinweise darauf, dass die Europäische Zentralbank über ähnliche Mechanismen bei der Offenmarktpolitik diskutiert. Mehrfach war in der Presse zu lesen, dass die EZB erwägt, Obergrenzen für die Renditen europäischer Staatsanleihen festzusetzen. Dass könnte beispielsweise bedeuten, dass man solange am Markt 10-jährige italienische Anleihen kauft, bis deren Rendite unter 6 Prozent gefallen ist.

Welche Konsequenzen hätte ein solcher Interventionsautomatismus? Es würden erneute Tabus gebrochen.

  • Staatensolvenz als Notenbankziel?  Die Zentralbanken werden zum dauerhaften Financier von Staatshaushalten.
  • Eine solche Politik wäre für die Märkte berechenbar, dabei gehörte die Unberechenbarkeit bislang zu einer der wichtigsten Eigenschaften neutraler Geldpolitik. Einzelmaßnahmen der Zentralbanken verlören insgesamt an Schlagkraft.
  • Es kommt endgültig zu einer Gewöhnung an billiges Zentralbankgeld.
  • Die Geldwertstabilität als Kern einer gesunden Zentralbankpolitik geriete weiter in den Hintergrund.
  • Die Inflationsgefahren würden weiter steigen.
  • Der Goldpreis wäre im gleichen Maße auf Anstieg programmiert.

Aber was sind die „richtigen“ Anleihen-Renditen? Welche Arbeitslosenquote ist genehm? Bestimmen die Zentralbanken künftig, wie viel einen Staat die Kreditaufnahme kostet?

So könnte die Zukunft also aussehen: Permanenter Rettungsschirm mit unbegrenzter Nachschusspflicht für die Geberländer, Interventionsgarantien von Notenbanken. Der Weg wäre gänzlich frei für unlimitierte Geldmengenausweitung. Am Ende droht die komplette Geldwertvernichtung durch Hyperinflation oder ein vorzeitiger Euro-Gesamtwährungsschnitt. Ein kompletter Neustart des weltweiten Geld- und Finanzsystems ist ohnehin unvermeidlich.

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Eingetragen von am 28. Aug. 2012. gespeichert unter EZB, Fed, Hintergrund, Inflation, News, Politik. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

2 Kommentare für “Interventions-Automatismus: Der nächste Schritt zur Hyperinflation”

  1. Noch nie konnte ein Staat oder eine ZB durch Gelddrucken irgendetwas an Arbeitslosigkeit ändern. Vielleicht sollten die Bänkster zu HANDGEMALTEN Banknoten übergehen, dann gibt es nirgendwo auf dem Planeten mehr Arbeitslose. Kinder wären doch auch prima für das Malen der Blüten einsetzbar. Ja ich weiss, Kinderarbeit ist natürlich verpöhnt, aber hey, die hätten sogar noch Spass daran.

  2. …“Ein kompletter Neustart des weltweiten Geld- und Finanzsystems ist ohnehin unvermeidlich.“ <— ist FALSCH, und würde nicht viel ändern!

    …"Eine komplette Änderung unserer jetzigen, jahrhundert laufenden und fehlerhaften Geld- und Finanzsystems." <— ist RICHTIG (siehe: http://www.wissensmanufaktur.net/)

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