Yen-Krise: Japan unterstützt schnellere Zinserhöhung

Nach der gemeinsamen Yen-Stützung durch Japan und die USA wächst der Druck auf die Bank of Japan. Die Regierung unterstützt offenbar eine baldige Zinserhöhung.

Die Yen-Krise zieht weitere geldpolitische Konsequenzen nach sich. Nachdem Japan und die USA zuletzt gemeinsam am Devisenmarkt interveniert hatten, unterstützt die japanische Regierung nun offenbar auch eine schnellere Zinserhöhung durch die Bank of Japan (BOJ).

Wie Bloomberg berichtet, könnte die Notenbank ihren Leitzins bereits im September oder Oktober erneut anheben. Hintergrund ist die anhaltende Yen-Schwäche, die über höhere Importpreise den Inflationsdruck verstärkt. Zugleich soll eine straffere Geldpolitik die Wirkung der jüngsten Devisenmarktinterventionen unterstützen.

Damit zeichnet sich genau jene geldpolitische Reaktion ab, die nach den Interventionen zunehmend erwartet worden war. US-Finanzminister Scott Bessent hatte bereits darauf hingewiesen, dass Eingriffe am Devisenmarkt allein den Yen nicht dauerhaft stabilisieren können.

Die Entwicklung ist auch für die USA von Bedeutung. Japan ist mit zuletzt rund 1,14 Billionen US-Dollar der größte ausländische Halter von US-Staatsanleihen. Eine Stabilisierung des Yen reduziert das Risiko, dass Tokio zur Stützung seiner Währung umfangreich Dollarreserven beziehungsweise US-Treasuries mobilisieren muss.

Goldreporter-Kommentar: Für den Goldmarkt ist die Entwicklung vor allem perspektivisch relevant. Sie zeigt erneut, wie stark Zins- und Währungsgefälle internationale Kapitalströme beeinflussen können. Gold spielt dabei eine besondere Rolle: Es wird nicht nur physisch gehandelt, sondern auch am Devisenmarkt als Währung bewertet. Langfristig zeigt die Goldpreis-Entwicklung deutlich, dass das Edelmetall gegenüber Papierwährungen erheblich an Wert gewonnen hat.

Mehr dazu: Yen unter Druck – warum die USA eingreifen und was das für Gold bedeutet

Gold richtig lagern und schützen

Mit Gold durch den Zoll
Gold ins Ausland bringen oder zurückholen? Der Report erklärt die wichtigsten Regeln zur privaten Ein- und Ausfuhr von Gold und Silber.
→ Jetzt ansehen!

Gold vergraben, aber richtig! 
Praxisanleitung für ein nicht ortbares Edelmetall-Depot.
Jetzt in umfangreicher Neuauflage!
→ Jetzt ansehen!

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?

Anzeige

2 Kommentare

  1. Das könnte aber auch andere Auswirkungen haben. So mache haben sich in billige Jen verschuldet, auch um damit Dollars oder Euro zu kaufen und dort die Zinsen zu kassieren. Ich glaube, das nennt man Carry Trade ?
    Und nun, was nun ?
    Plötzlich nix mehr mit Zinsgeschäften.
    Man muss die Dollars verkaufen, samt Zinsen um damit die Jen Schulden zu begleichen.
    Tolle Geschäfte, kann man nur sagen.
    Ausser Spesen nix gewesen.

    • @Maruti
      Kommt auf das richtige Timing an:
      Vor 5 Jahren hat man für 1 Mio. Yen Kredit rd. 9.000 Dollar bekommen, die man dann anlegen konnte.
      Den Kredit kann man heute mit 6.300 Dollar zurückbezahlen und hatte mind. 2,5 % Zinsgewinn obendrauf.
      Bombengeschäft, ist nun halt vorbei.

      Tja, wer vor 5 Jahren stattdessen Gold gekauft hat, hatte die Zigfache Performance dieser Profis.
      Das Dorf ist UNSCHLAGBAR !

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige