In künstliche Intelligenz fließen gewaltige Summen. Ein großer Teil davon hängt am Kapitalmarkt. Was passiert mit Gold, wenn Technologieaktien abstürzen und aus dem Börsencrash eine Kreditkrise wird?

KI-Boom und Gold
Künstliche Intelligenz ist derzeit eines der großen Themen an den Börsen. Milliarden fließen in Prozessoren, Speicher, Rechenzentren und neue Stromversorgung. Gleichzeitig notiert Gold auf historisch hohem Niveau. Das passt auf den ersten Blick nicht recht zusammen.
KI steht für Wachstum, neue Technik und hohe Erwartungen an die Zukunft. Gold kauft man eher, wenn man diesen Erwartungen nicht ganz traut. Oder wenn man sich gegen Inflation, Krisen und Probleme im Finanzsystem absichern will. Trotzdem können beide gleichzeitig steigen.
Niedrige Zinsen helfen – aber aus unterschiedlichen Gründen
Ein Grund dafür sind die Zinsen. Bei Wachstumsaktien spielt ein großer Teil der erwarteten Gewinne erst in der Zukunft. Niedrige Zinsen machen diese Gewinne heute rechnerisch wertvoller. Außerdem lässt sich der Bau neuer Rechenzentren günstiger finanzieren.
Auch Gold kommt mit niedrigen Zinsen gut zurecht. Entscheidend sind hier vor allem die Realzinsen, also die Verzinsung nach Abzug der Inflation. Je weniger eine sichere Geldanlage real abwirft, desto weniger fällt ins Gewicht, dass Gold selbst keine Zinsen zahlt.
Das erklärt einen Teil der Entwicklung. Mehr aber auch nicht. Denn der KI-Boom bringt ein Problem mit sich: Er kostet ungeheuer viel Geld.
Die KI braucht Kapital. Sehr viel Kapital.
Für künstliche Intelligenz reichen ein paar neue Server nicht aus. Gebraucht werden Chips, Speicher, Rechenzentren, Kühlsysteme, Glasfasernetze, Kraftwerke und Stromleitungen. Und Strom.
Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren von rund 415 Terawattstunden im Jahr 2024 auf etwa 945 Terawattstunden im Jahr 2030 steigt. Mehr als doppelt so viel. Das alles muss erst einmal gebaut und bezahlt werden.
Selbst Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta können hohe Investitionen teilweise nicht mehr aus ihrem laufenden Geschäft finanzieren. Aber die KI-Welt besteht nicht nur aus diesen vier Konzernen. Rundherum hängen Rechenzentrumsbetreiber, Energieunternehmen, Leasingfirmen, Infrastrukturgesellschaften und private Kreditgeber mit im Geschäft.
Ein Teil des Risikos steckt deshalb dort, wo man es an der Börse zunächst gar nicht sieht.
Staaten brauchen das Geld ebenfalls
Gleichzeitig haben die Staaten einen hohen Finanzbedarf. Alte Schulden laufen aus, neue Haushaltsdefizite kommen hinzu. Dazu Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Soziales. Also wollen alle Geld.
Der Staat verkauft Anleihen. Unternehmen nehmen Kredite auf oder geben ebenfalls Anleihen aus. KI-Firmen suchen frisches Eigenkapital. Rechenzentren müssen finanziert werden. Das kann die Zinsen nach oben treiben.
Für Gold wäre das zunächst schlecht. Vor allem steigende Realzinsen erhöhen die Konkurrenz durch verzinsliche Anlagen.
Nur gibt es einen Punkt, an dem hohe Zinsen selbst zum Problem werden. Wenn Unternehmen ihre Kredite nicht mehr vernünftig refinanzieren können und Staaten immer größere Teile ihrer Einnahmen für Zinsen aufbringen müssen, sieht die Sache anders aus. Dann steht nicht mehr die Rendite im Vordergrund. Dann geht es um die Frage, ob alle Schuldner ihre Verpflichtungen überhaupt noch tragen können.
Für Gold wäre das eine völlig andere Lage.
Ohne Börse wird der KI-Boom schwieriger
Die hohen Aktienkurse sind nicht nur eine Folge der KI-Euphorie. Sie helfen, den Boom zu finanzieren. Mit einer hohen Bewertung lässt sich leichter neues Eigenkapital aufnehmen. Übernahmen können mit eigenen Aktien bezahlt werden. Auch bei Kreditgebern sieht ein Unternehmen mit einer hohen Börsenbewertung besser aus.
Und die Börse liefert die Vergleichswerte für Firmen, die noch gar nicht notiert sind. Das funktioniert gut, solange die Kurse steigen. Was aber, wenn sie fallen?
Dann wird neues Kapital teurer. Private Firmen müssen womöglich niedrigere Bewertungen akzeptieren. Banken und andere Geldgeber werden vorsichtiger. Manche Projekte rechnen sich plötzlich nicht mehr. Aus einem Börsenproblem kann so ein Finanzierungsproblem werden.

OpenAI und Anthropic werden zum Test
Interessant werden deshalb auch die erwarteten Börsengänge von OpenAI (u.a. ChatGPT) und Anthropic (u.a. Claude). Beide Unternehmen könnten mit sehr hohen Bewertungen an den Markt kommen. Dann zählt nicht mehr nur, welchen Wert private Investoren den Unternehmen zuletzt zugestanden haben. An der Börse muss sich jeden Tag ein Käufer finden. Und Anleger werden rechnen.
Wie hoch sind die Umsätze? Wann entstehen Gewinne? Wie viel Geld wird noch benötigt? Welche Verpflichtungen bestehen für Rechenleistung und Energie?
Hinzu kommt die schiere Größe möglicher Börsengänge. Das Geld dafür muss irgendwo herkommen. Fonds könnten beispielsweise bestehende Technologieaktien verkaufen, um die neuen Aktien ins Portfolio aufzunehmen.
Das muss keinen Crash auslösen. Aber schwache Börsengänge wären ein Warnsignal. Erst recht, wenn die Aktien kurz danach deutlich fallen. Eine Technologie kann schließlich die Welt verändern und ihre Aktie trotzdem zu teuer sein.
Was könnte die KI-Blase zum Platzen bringen?
Der Anlass muss nicht einmal aus der KI-Branche kommen. Eine Rezession wäre denkbar. Ein neuer Inflationsschub ebenfalls. Dazu stark steigende Anleiherenditen, eine Staatsschuldenkrise, ein Konflikt um Taiwan, strengere Regulierung oder ein großer Cyberangriff. Vielleicht reicht sogar eine schlechte Bilanz eines großen Technologiekonzerns.
Es gibt noch eine andere Möglichkeit. Was geschieht, wenn neue Chips oder Programme plötzlich mit deutlich weniger Rechenleistung auskommen? Dann könnten einige der heute mit Milliardenaufwand gebauten Anlagen schneller altern als gedacht. Das wäre eine ziemlich unangenehme Überraschung für ihre Geldgeber.
Eine KI-Krise muss deshalb nicht bedeuten, dass künstliche Intelligenz scheitert. Es reicht, wenn Anleger irgendwann weniger für die erwarteten Gewinne bezahlen wollen.
Was passiert mit Gold im Crash?
Hier wird es für Goldanleger interessant.
Wenn die großen Technologieaktien kräftig fallen, verschwinden zunächst enorme Vermögenswerte. Wegen des hohen Gewichts einiger weniger Konzerne in den großen Indizes trifft das nicht nur deren Aktionäre. ETFs, Fonds und Altersvorsorgevermögen hängen mit drin.
Steigt Gold dann sofort? Nicht unbedingt. In einem echten Börsencrash wird oft das verkauft, was sich noch verkaufen lässt. Fonds brauchen Geld für Rückgaben oder Nachschüsse. Anleger wollen Cash. Andere müssen Verluste ausgleichen. Dann kann auch Gold unter die Räder kommen.
Das ist kein Widerspruch. Gold wird in einer solchen Situation nicht unbedingt verkauft, weil plötzlich niemand mehr Gold haben will. Es wird verkauft, weil es liquide ist. 2008 konnte man das beobachten.
Gefährlicher wird die zweite Runde
Ein Kurssturz bei Nvidia, Microsoft oder anderen KI-Aktien allein wäre noch keine Finanzkrise. Entscheidend wäre, was danach passiert.
Werden Börsengänge abgesagt? Bekommen Rechenzentrumsprojekte noch Kredite? Müssen private KI-Unternehmen ihre Bewertung senken? Was geschieht mit Firmen, die noch keinen Gewinn machen und trotzdem hohe Rechnungen für Chips, Rechenleistung und Strom bezahlen müssen? Hier liegt das größere Risiko.
Denn an den Investitionen verdienen viele andere mit: Chiphersteller, Bauunternehmen, Stromversorger, Netzbetreiber und Rechenzentren. Werden Projekte gestrichen, trifft es die ganze Kette.
Irgendwann geht es dann nicht mehr um Aktienkurse. Es geht um Kredite.
Wenn der Staat einspringt
KI, Halbleiter und Rechenzentren gelten inzwischen als strategisch wichtig. Deshalb ist kaum vorstellbar, dass Regierungen bei einer schweren Krise einfach zusehen würden. Denkbar wären Garantien, neue Förderprogramme oder staatliche Beteiligungen. Die Rechnung verschwindet dadurch allerdings nicht. Ein Teil davon landet nur beim Staat.
Gleichzeitig würde eine Rezession die Steuereinnahmen drücken und die Sozialausgaben erhöhen. Bleiben die Zinsen hoch, wird die Finanzierung noch teurer. Fallen sie, dürften die Notenbanken wieder stärker ins Spiel kommen.
Genau hier könnte Gold seine eigentliche Stärke zeigen.
Sinkende Realzinsen, zusätzliche Staatsschulden und neue Zweifel an der Stabilität des Finanzsystems wären ein deutlich anderes Umfeld als der erste hektische Ausverkauf an der Börse.
Gold und Silber stecken auch in der KI
Es gibt noch eine ganz andere Verbindung. Gold wird in Prozessoren, Speicherchips, Sensoren und hochwertigen Steckverbindungen eingesetzt. Laut World Gold Council stieg der Goldverbrauch im Elektroniksektor im zweiten Quartal 2026 um 2 Prozent auf 80 Tonnen. Die wachsende KI-Infrastruktur spielte dabei ebenfalls eine Rolle.
Für den Goldmarkt ist diese Nachfrage aber nicht groß genug, um allein den Preis zu bestimmen.
Bei Silber sieht es interessanter aus. Das Metall leitet Strom und Wärme besser als jedes andere Metall. Es steckt deshalb in Kontakten, Leiterplatten, Leistungselektronik und Teilen der Stromversorgung. Mehr Rechenzentren bedeuten schließlich auch mehr Stromnetze.
Mehr dazu: Weltweite Goldnachfrage in Q2: Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick
Was bleibt für Gold?
Die KI muss keine Blase sein. Produktivitätsgewinne können gewaltig ausfallen, neue Geschäftsmodelle entstehen und viele der heutigen Investitionen könnten sich bezahlt machen. Dann wäre ein anderes Szenario denkbar: kräftiges Wachstum, vergleichsweise hohe Realzinsen und wenig Angst an den Finanzmärkten. Das wäre für Gold eher Gegenwind.
Problematisch wird es, wenn die Erwartungen schneller gestiegen sind als die späteren Erträge. Denn die Rechenzentren werden heute gebaut. Die Kredite werden heute aufgenommen. Die Gewinne müssen erst noch kommen.
Platzt die KI-Blase, könnte Gold deshalb zunächst ebenfalls fallen. Ein Run auf Cash macht vor sicheren Anlagen nicht unbedingt halt. Danach kommt es darauf an, was aus dem Börsencrash wird.
Bleibt es bei Kursverlusten, muss Gold nicht profitieren. Werden daraus aber Kreditausfälle, Probleme bei der Refinanzierung und schließlich neue staatliche oder geldpolitische Rettungsmaßnahmen, ändert sich die Lage.
Dann schlägt die Stunde des Goldes.
Mehr zum Thema: Neue KI-Gefahr für Finanzsysteme – warum physisches Gold wichtiger wird



Eines weiss ich 100%, wenn alles crasht und zu Bruch geht, verbrennt auch alles Papier und niemand verkauft seine Schätze um Verpflichtungen zu erfüllen.
Man meldet völlig legal den bankrott an, wartet ab und beginnt neu. Mit dem Gold.
Gold wird nich verkauft, es wird versteckt.
Das war noch immer so, wenn es brannte.
Wer kann, wird Gold Derivate versuchen nich schnell in physisches Gold zu wandeln und dann zu verbergen.
Es ist problemlos möglich, eine Firma aufzulösen und mit einer neuen zu starten.
Papier brennt, Gold nicht.
Also, Vorsicht mit der Pflichterfüllung.Es gilt immer noch das Gesetz: Me first, than the others.
Kompliment an Herrn Fröhlich für diesen super Artikel.
Alles drin.
Das ganze Spiel (von Euphorie über den Wahnsinn zum Realismus zum Platzen der Blase) ist schon hundert mal passiert. Nach 1850 mit den US-Eisenbahnaktien bis 2007 mit den US-Immos.
Ich sehe nur 2 Unterschiede zu „früher“:
1.) Staats-Rettungsaktionen: geht das überhaupt noch, wenn den Staaten selbst das Schulden-Wasser bis zum Scheitel seht ?
Bei der Immo-/Finanzkrise 2007 hatten die Amis 9 (NEUN) Bio. Schulden.
NEUN. Da war noch Luft nach oben.
Weihnachten 2026 sind es 41 oder 42, nächsten Sommer 44/45 plus X.
Wer kann da noch wen retten ?
2.) Wenn die KI zum Erfolg wird (das kommt m.E. sicher, wie „damals“ bei PC, Internet, Mobilfunk etc.) , dann wird sie eine nie dagewesene Zahl an Arbeitslosen schaffen.
Das ist ja der Zweck der ganzen Aktion: die ganzen Kunden/Unternehmen zahlen ja nur für Nutzung der KI, wenn als Folge eine massive Rationalisierung rausspringt.
Das zerlegt nicht nur die Gesellschaften, sondern auch Staatsfinanzen und Sozialsysteme.
Und alle Arten von Anleihen.
Und: Arbeitslose verkaufen wohl auch ihre Aktien etc., um zu überleben.
Noch mal 5 bis 10 Mio. Germanen zusätzlich im Bürgergeld statt als Steuerzahler ?
Der technische KI-Boom (Chips, Rechenzentren, Software) geht an Rot-Grünland (und Uschis EU) ja sicher ganz vorbei (wie jetzt schon) .
Könnte man mal ausrechnen.
Macht garantiert schlechte Laune.
Buchtipp zur Vorbereitung auf 2030: „Die Weber“ von Gerhart Hauptmann.
Blackwood:
Jean-Luc Melenchon hatte jüngst vorgeschlagen, die französische Zentralbank könnte einen Teil der Staatsanleihen für nichtig erklären. D.h., man begleicht die Schulden, indem man sie streicht. Die Modern Money Theory ist für die Schuldenmajore aus der Politik das, was die 12.Armee Wenck für den Mann im Bunker war. Mit anderen Worten: wer so etwas raushaut, der muss verzweifelt sein und der hat nichts mehr in der Hand. Staaten mit französischen oder US-amerikanischen Schuldenquoten sind wohl nicht mehr in der Lage, Banken zu retten. Sie müssen eher selbst gerettet werden. Im Falle Frankreichs kann es wahrscheinlich nur so laufen, dass derjenige herhalten wird, dessen Schuldenquote noch Luft nach oben bietet. Also in erster Linie das spendierfreudige Deutschland und in zweiter Linie mit kleineren Anteilen vielleicht Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande. Das wird lustig werden.
Die Schweiz könnte auch Mal einen Beitrag leisten. Sonst gibt’s halt EU Zölle.
@Racew
Ehrlichkeitshalber würde ich ab jetzt alle französischen Staatsanleihen „Assignaten“ nennen und schon draufschreiben, daß sie jederzeit zu Nonvaleurs erklärt werden können.
Ist ja egal: wer den Schrott jetzt noch kauft, muß doch ohnehin wissen, daß das Zeug wertlos ist.
Die Phantasie, daß Dummland oder die EU (die faktisch auch nur von Dummland lebt) Fra retten kann, ist reine Verzweiflung:.
Aus der KI geholt:
https://tinyurl.com/yh4z96ct
Wenn es nicht klappt: 19,5 Billionen oder 454 % der Wirtschaftsleistung.
Das sind die echten Schulden.
Total pleite.
mit echten 17 Billionen Schulden und einer echten Schuldenquote
Nette Anmerkung zur KI: Jedesmal wenn man den Link öffnet, kommen andere Zahlen und auch andere Texte.
Habe es jetzt 4 x innerhalb von 5 Stunden probiert.
An Schuldenquote alles von 380 bis 454 % des BIP genannt.
Da ist noch Verbesserungspotential.
Herumraten können wir auch ohne KI.
Blackwood:
UvdL hatte kürzlich in einer Rede auf die Sparguthaben der Europäer hingewiesen, währenddessen F. Merz dieses Thema schon im vergangenen Herbst in Bezug auf die deutschen Guthaben angesprochen hatte. Wenn man diese Vorstösse als Tests auffassen möchte, dann muss man feststellen, dass es praktisch keine Widerrede gab.
Option 1 wäre, die Politik macht sich ehrlich, scheitert an dem Schulden und verliert ob ihres Versagens die Macht. Die Alternative besteht darin, dass man den schwarzen Peter weitergibt (Russland, die Rechten oder andere), dem Volk den Griff in dessen Taschen entsprechend erklärt, sich selbst – die Politik – als Problemlöser darstellt, um auf diese Weise an der Macht zu bleiben. In Deutschland geht es um 9 Billionen Euro. UvdL hatte die Zahl 10 Billionen Euro für Europa genannt. Die letztgenannte Zahl ist wohl zu niedrig. Auf jeden Fall bieten diese Gelder Spielräume. Und der Knall könnte hinausgezögert werden. Welche Möglichkeiten könnte es aus Sicht der Politik sonst noch geben?
@RACEW Das von Ihnen beschriebene Szenario ist durchaus denkbar. Der Weg dorthin könnte so aussehen, dass man ein Vermögensregister einführt und dabei die Freibeträge alle oberhalb der Besteuerungsgrenze belässt. Nachdem dann jeder seine Besitztümer gemeldet hat, fängt man an, die Freibeträge herunter zu setzen. Und siehe da, auf einmal wird jeder zur Kasse gebeten. Ein Vermögensregister in Kombination mit dem digitalen Euro wäre dann die Krönung. Island hat die Tage alles richtig gemacht.
@BigD Inflation wäre meine bevorzugte Lösung als Eigenheimbesitzer.
Massive finanzielle Repression die unangenehmere Lösung.
@Racew nicht @BigD
@Racew
Ich denke die machen das so:
Es gibt ein paar super „Infrastrukturanleihen“ oder „Sicherheitsanleihen““ (früher hieß das Zeug Kriegsanleihe).
Optisch gibt es 5 % Zinsen für 10 Jahre , davon zockt man über eine erhöhte KESt gleich wieder 2 % ab.
Nebenbei 10 % echte Inflation.
Macht netto 7 % Entschuldung pro Jahr.
Nach 14 Jahren ist der Schuldenberg weg.
Exakt so haben die USA es nach 1945 mit ihren WK 2 Schulden gemacht.
Ist also ein erprobter Weg.
Es wird genug Deppen geben, die das freiwillig kaufen oder sich von ihrem Bankbetrüger einreden lassen.
Per Aufsichtsrecht wird man Banken und Versicherungen zwingen das Zeug zu kaufen.
Auch die ganzen Vedsorgungswerke (Ärzte, Anwälte, Steuerberater) werden unfreiwillig Kunde.
@BlackWood Ihr Kommentar ist eine gute Ergänzung zu diesem Artikel. In Zukunft wird sich die KI durchsetzen und ganz viele Arbeitslose weltweit hervorrufen. Nur Jobs, die noch von Hand ausgeführt werden, gepaart mit einer gewissen Qualifikation, wird es darüber hinaus noch geben (sind auch noch halbwegs gut bezahlt). Industriemechaniker, Maurer, Elektriker usw. kann man (noch) nicht durch KI ersetzen. Im akademischen Bereich werden viele Dienstleistungsberufe ebenfalls durch KI ersetzt werden. Als Beispiele möchte ich hier mal Übersetzer, Statiker usw. anführen. In gewisser Hinsicht sägen gerade Informatiker an dem Ast, auf dem sie sitzen. Mittlerweile kann KI schon sehr gut programmieren und das viel schneller als ein Mensch. Wenn wir soweit sind, wird es Verteilungskämpfe ungeahnten Ausmaßes geben.
Frenk:
Markus Krall hatte in einem seiner Beiträge auf yt die Kosten der Frankreich-Rettung mit bis zu 1,50 Billionen Euro veranschlagt. Den deutschen Anteil bezifferte er mit etwa einer Billion Euro.
Bei 85 Millionen Menschen wären das etwa 11.764,00 € pro Nase. Oder anders ausgedrückt: 2026 Jahre sind 739,490 Tage. Hätten wir jeden Tag dieser 2026 Jahre 1 Million Euro zur Seite gelegt, hätten wir jetzt 739 Milliarden und 490 Millionen im Pott. Frankreich wäre dann immer noch nicht gerettet.
Wenn wir dieses Beispiel mit Dollars und den aktuellen US-Schulden von 40 Billionen, 109 Milliarden, 652 Millionen durchrechnen, dann kommen wir auf einen Faktor von 54,24. D.h., die Amis müssten an jedem einzelnen Tag von 2026 Jahren x 54,24 eine Million Dollar zur Seite legen, um auf die aktuellen Schulden zu kommen. Die Zinsen bleiben bei dieser Rechnung wohlgemerkt unberücksichtigt.
Wir sprechen die genannten Zahlen mit Selbstverständlichkeit aus und sind uns dabei vielleicht nicht immer bewusst, um welche Dimensionen es hier geht. Inflation, Sparprogramme, Kapitalverkehrskontrollen, etc. mögen die Mittel sein, die am wenigsten schmerzhaft sind. M.E. befinden wir uns mittlerweile jenseits dieser Option. Die Summen sind zu groß. Frankreich z.B. denkt nicht ans sparen. Trump hat es mit Zöllen, Öl aus Venezuela und dem Iran-Krieg versucht. Dennoch sind die US-Schulden zuletzt sprunghaft gestiegen. Deutschland begibt sich gerade aufs Glatteis im Umgang mit Russland. Und die Anleihenzinsen steigen momentan. Der Zinseszins-Effekt hat es leider an sich, dass er irgendwann richtig fiese Ergebnisse hervorbringt. Dann wird es schwierig sein, die Zinszahlungen überhaupt noch stemmen zu können.
M.E. kann am Ende nur ein Schuldenschnitt mit Währungsreform stehen. Bis dahin wird man sich an die Guthaben der Bürger halten.
@Racew
Letztes Jahrhundert haben die Germanen 4 x ihr Vermögen verloren.
1918 die ganzen Kriegsanleihen
1923 alles aus Papier
1929 Aktien
1945-48 Tutto completo.
Nicht verzagen, wir haben erst 2026, also erst das erste Viertel dieses Jahrhunderts.
Und in Gold gerechnet ist der Euro jetzt schon bei rund minus 93 %.
Und jetzt fangen die Probleme ja gerade erst an.
Na, was kostet ein Laib Brot in 2030 ?
1.) 500 Euro
2.) 50.000 Euro
3.) 5 Nord-Mark
4.) 0,1 Gramm Silber
Wetten werden angenommen.
Es wird spannend.
Aber auch ungemütlich.
Blackwood:
Ja, der Euro steht schlecht da und wir befinden uns gerade am Anfang der Probleme. Möglicherweise ist dies der Kern der Sache. Unter einem Crash verstehen die meisten Menschen wohl ein plötzlich eintretendes Ereignis, welches sofort massive Veränderungen verursacht. Tatsächlich befinden wir uns schon im Crash. Nur handelt es sich hierbei um eine lange Kette von einzelnen Entwicklungen, die in ihrer Summe und durch ihre Wechselwirkungen zu Auswirkungen führen, deren Ausmaße unabsehbar sind. Das haben wohl viele Menschen noch nicht begriffen. Man sieht es gerade beispielhaft an VW. Es wird mitgeteilt, dass vier Werke praktisch stillgelegt werden und die Reaktionen sind sehr überschaubar. Letztlich wird es eine Frage der Zeit sein, bis jeder Bürger in irgendeiner Weise betroffen sein wird. Es hat schon seine Berechtigung, dass man die Deutschen in der internationalen Presse seit der Kaiserzeit häufig mit der Schlafmütze auf den Köpfen karikierte. Hinzu kommt das Grundübel, dass hierzulande die tatsächlichen Ursachen der Krise (z.B. Energiewende, Migration, etc.) komplett ignoriert werden und bewusst nicht behandelt werden. Stattdessen werden diejenigen geteert und gefedert, die es wagen, die Probleme und ihre Verursacher zu benennen. Deswegen stehen wir am Anfang der Krise und können ob unserer vorsätzlich verursachten Blindheit den Ausweg nicht finden.
Ein Laib Brot 5 CBDC
@Racew
Danke für den Erklärungsversuch. Ich gebe zu ich verstehe es trotzdem nicht richtig.
EZB könnte doch einfach die neuen Anleihen kaufen und damit die Zinsen drücken. Nebeneffekt Inflation und der Euro wird wertlos. Warum reicht das alleine nicht mehr?
In so vielen Ländern gibt und gab es extrem hohe Inflation ohne Kriege und Enteignungen.
Frenk:
Die Schmerzgrenze bildet ein Limit für Einsparungen, Steuererhöhungen und Inflation. Schauen Sie sich den Wegfall der Familienversicherung an. Für die Betroffenen ist das eine Kostenbombe. Ohnehin wird Gesundheit immer mehr eine Frage des Geldbeutels werden. Sie bekommen für immer höhere Beiträge immer weniger Leistung. In Kürze wird es sehr wahrscheinlich erhebliche Beitragserhöhungen für die Pflegekasse geben. Ebenfalls in absehbarer Zeit werden sehr viele Kommunen aus finanzieller Not die Grundsteuern und die Gebühren für Wasser/Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung, etc, erhöhen müssen. Die Frage nach einer USt-Erhöhung schwebt im Raum und der sensible Lars hat einer konkreten Frage nicht widersprochen. Das wären dann wahrscheinlich 3,00 Prozent mehr auf alles. Wenn Sie dann noch die Staatsschulden im Wege der Inflation beseitigen wollen, dann kommen die entsprechenden Auswirkungen für die Bürger obendrauf. Blackwood hatte in diesem Zusammenhang jüngst die Zahl von 7,00 % genannt. Diese Last tragen die Menschen am Ende der Wertschöpfungskette. Denn jeder Produzent, Händler und Lieferant gibt die Kosten nach unten weiter. Ebenso wird es Ihr Vermieter tun, soweit es ihm rechtlich möglich sein wird.
Wofür soll der arbeitende Bürger diese Last auf sich nehmen? Für die Ukraine, für eine ausufernde Kriminalität, für einen aufgeblähten, unfähigen und bräsigen Beamtenstaat, für einen Krieg gegen Russland?
280.000 Bürger haben Deutschland in 2025 verlassen. So viele Menschen wie in keinem Jahr seit der unmittelbaren Nachkriegszeit. Wer nicht geht, aber wer begriffen hat, dass er als arbeitender Bürger das Opfer ist, der fährt seine Leistungen zurück, wenn er hierzu in der Lage ist.
Wenn Leistung keinen Sinn mehr macht und wenn der leistungsbereite Bürger ungerecht behandelt und benachteiligt wird, dann muss die Politik die Schmerzgrenze im eigenen Interesse im Auge behalten. Wenn die AfD in Sachsen-Anhalt bei etwa 40,00 % liegt, dann ist das ja wohl gerade kein Beweis dafür, dass die Bürger mit der bisherigen Politik zufrieden sind. Im Westen sind die Werte niedriger, weil dort mehr Wohlstand vorhanden ist. In 40 Jahren wurde ein erheblicher Vorsprung aufgebaut. Nichtsdestotrotz wird die Zustimmung auch im Westen in dem Maße steigen, in dem der Wohlstand abnimmt.
@racew Ich verstehe schon, dass sowas schmerzhaft ist, aber das sind die anderen Wege ja erst Recht.
In der Türkei (30 Prozent) oder Argentinien vor Milei ist bzw. war Inflation ein Dauerzustand.
Es gibt sicher noch viele weitere Beispiele.
Früher in Südeuropap Lire usw., wobei ich da noch zu jung war.
Was ist der Unterschied zur Eurozone?
Warum geht das bei uns nicht?
Konkreter:Ist der Unterschied zu uns und der Türkei, dass die Türken leidenfähiger sind? Oder mehr Wohneigentum? Oder die Unterdrückung der Opposition?