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Mit dem großen Crash aus der Krise?

(Foto: Olly - Fotolia)

Ein schweres Unwetter steht Anlegern bevor, sollten die Zinsen erst einmal signifikant steigen.

Der ehemalige EZB-Berater Prof. Dr. Gunther Schnabl beschreibt einen schmerzhaften aber scheinbar notwendigen Weg aus der Schuldenkrise. Die Zinsen müssten erhöht werden, mit schweren Folgen für die Staatsfinanzen und die Finanzmärkte.

Die Zentralbanken überschütten die Märkte mit riesiger Liquidität. Die Inflation, wie sie über den Konsumentenpreisindex definiert ist, ist jedoch seit Monaten niedrig und in einigen Euroländern sogar negativ. Wie kommt das?

Im Interview mit dem Edelmetallhändler Philoro erklärt der ehemalige EZB-Berater und Volkswirt Prof. Dr. Gunther Schnabl die Zusammenhänge. Zwar sei derzeit keine Konsumentenpreis-Inflation zu beobachten, die Inflation breite sich aber sehr wohl auf den Vermögensmärkten aus.

Vermögensblasen
„Speziell auf Deutschland bezogen sind es derzeit vor allem der Aktien- und der Immobilienmarkt, wo wir einen sehr starken Preisanstieg beobachten. Über die Exzesse auf den Vermögensmärkten kommen die negativen Effekte der ultralockeren Geldpolitik auch ohne Inflation beim Bürger an“, so Schnabl. Und er nennt auch einen  wichtigen Grund, warum das Zentralbankgeld vor allem in die Finanzmärkte investiert wird und nicht in Form von Unternehmens- oder Konsumentenkrediten in die Realwirtschaft fließt.

Spekulationsrisiken sozialisiert
Schnabl: „Aus meiner Sicht bestehen unterschiedliche Versicherungsmechanismen gegen unterschiedliche Risiken. Wenn Sie als Unternehmen einen Kredit bei einer Geschäftsbank aufnehmen, um eine Investition zu finanzieren, dann tragen Sie als Unternehmer und indirekt auch die Bank das Risiko. Scheitert die Investition, dann muss der Unternehmer die Verluste verkraften, was für die Bank bis zum Kreditausfall führen kann. Investieren Sie im Gegensatz dazu in die Finanzmärkte, also in Aktien oder Immobilien, dann greifen die Sicherheitsmechanismen der EZB, wenn eine Krise droht. Die Leitzinsen werden sofort gesenkt oder Vermögenswerte direkt angekauft, wenn die Vermögenspreise fallen. Man weiß also, dass wenn man in den Finanzmärkten spekuliert, man einerseits Gewinne privatisieren kann, andererseits die Risiken für einen Komplettverlust gering sind. Dies führt dazu, dass die Investitionen im realen Sektor abnehmen und die Spekulation im Finanzsektor zunimmt.“

Signalfunktion des Zinses
Wie könnte dieser Entwicklung entgegengewirkt werden? Mit einer Zinserhöhung, meint Prof. Schnabl. „Wenn wir diesen Mechanismus jetzt umdrehen – also den Zins erhöhen – dann würden die Risiken wieder adäquat angezeigt. Es gäbe wieder einen Anreiz, weniger zu spekulieren und stattdessen Investitionen mit hohen erwarteten Renditen zu tätigen. Das traditionelle Geschäftsmodell der Banken, die Finanzierung von Investitionen, würde wieder hergestellt“, erklärt er.

Der Crash als Lösung
Die Krux dabei: „Es käme zu erheblichen Turbulenzen auf den Märkten für Staatsanleihen. Die Schuldenstaaten müssten ihre Verschuldung restrukturieren, Ausgaben kürzen und längst fällige Reformen auf den Weg bringen. Mit den Reformen würden verkrustete Strukturen beseitigt und Platz für Neues gemacht.“ Er verweist auf die Erkenntnisse der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren Vertreter eine solche Kausalkette als notwendigen Reinigungsprozess des Wirtschaftskreislaufes bezeichnen. „Kurzfristig müssten wir mit einer Krise fertig werden, langfristig gesehen würde jedoch eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft folgen“, so Schnabl. Seine These entspricht ganz dem Credo eines aktuellen Finanzbuchbestsellers („Der Crash ist die Lösung“).

Das gesamte Interview mit Prof. Schnabl lesen Sie auf der Internetseite von Philoro.

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Eingetragen von am 5. Mai. 2015. gespeichert unter Banken, Hintergrund, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

4 Kommentare für “Mit dem großen Crash aus der Krise?”

  1. Schnabl ist unser Mann. Denn, klar: Wenn es zum Crash spekulativer Werte pkommt, werden die Besitzer von Gold (phys.) eine nie dagewesene, historisch einmalige Neubewertung ihres Edelmetalls erleben.

    Wobei sich auch diese Menschen wappnen müssen: denn im Zuge solch eines Chrashs kann, ja wird höchstwahrscheinlich auch der Markt der Gold-Derivate (Futures, ETFs) zusammenbrechen – und damit der Preis von Gold überhaupt.

    Dann heißt es »Halten«: bis die Preisfindung nunmehr für rein physisches Gold abgeschlossen sein wird.

  2. a la Jim Sinclair: $ 50.000,–/per ounce

  3. „Wer Augen hat zu sehen…“

    Diese Aktien-Rückkauf-Programme (siehe hier:) sind eine tolle Sache: heben die Aktienkurse auf immer neue Höchststände, erhöhen die Dividenden und,- äußerst wichtig: bescheren den CEO’s satte Boni!

    Aktuell: Höchststände erreicht.
    Wer genauer hinsieht, weiß, wie das 2008 endete…

  4. Passend zum Thema dieses sehenswerte Interview:

    https://www.youtube.com/watch?v=zikMgVSEbig

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