Neue Risiken im Nahost-Konflikt treiben Zinsen – Goldpreis unter Druck

Der Nahost-Konflikt verschärft sich und treibt Ölpreise und Anleiherenditen. Steigende Marktzinsen belasten den Goldpreis an der 4.000-Dollar-Marke.

Nahost-Konflikt erhöht Inflationsrisiken und belastet den Goldpreis
Steigende Ölpreise und Anleiherenditen verschärfen das Zinsdilemma der Notenbanken und belasten den Goldpreis.

Nahost-Konflikt belastet die Anleihemärkte

Die angespannte Lage im Nahen Osten beeinflusst weiterhin die Inflations- und Zinserwartungen. Nachdem die USA und der Iran erneut militärisch gegeneinander vorgehen, droht den Energiemärkten ein zusätzlicher Risikofaktor.

Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen und treiben die Anleiherenditen – für Gold bleibt das Zinsumfeld zunächst belastend.

Denn die jemenitischen Huthi-Rebellen kündigten am Montag eine sofortige Seeblockade gegen Saudi-Arabien an. Damit wächst das Risiko für die weltweite Ölversorgung. Saudi-Arabien hatte nach der weitgehenden Schließung der Straße von Hormus einen erheblichen Teil seiner Rohölexporte zum Hafen Yanbu am Roten Meer umgeleitet.

Der Brent-Ölpreis notierte zuletzt bei 88 US-Dollar je Barrel. Gleichzeitig zogen die Renditen am US-Anleihemarkt wieder an.

Anleiherenditen steigen

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Montagnachmittag nach einem zwischenzeitlichen Rückgang wieder auf 4,58 Prozent. Auch die europäischen Marktzinsen zogen erneut an.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 3,15 Prozent und damit nur knapp unter dem Mitte Mai erreichten Hoch von 3,17 Prozent.

Renditen in den USA und Europa (10-jährige Staatsanleihen) – Übersicht am 20. Juli 2026
Renditen in den USA und Europa (10-jährige Staatsanleihen) – Übersicht am 20. Juii 2026, 16:30 Uhr.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag

Am Donnerstag veröffentlicht die Europäische Zentralbank das Ergebnis ihrer aktuellen geldpolitischen Sitzung. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt derzeit bei 2,40 Prozent. Marktteilnehmer rechnen nicht damit, dass die EZB das Zinsniveau verändert.

Daegegen wird in den USA die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September derzeit mit 63 Prozent eingepreist. Vor einer Woche waren es noch 66 Prozent, wie aus dem FedWatch Tool hervorgeht.

Steigende Marktzinsen belasten Gold

Die höheren Ölpreise verschärfen das Dilemma der Notenbanken. Denn sollte die Inflation erneut anziehen, dürfte der Druck auf die US-Notenbank steigen, die Zinsen anzuheben. Währenddessen bleiben steigende Marktzinsen bleiben zunächst ein Belastungsfaktor – insbesondere angesichts der anhaltenden charttechnischen Schwäche. Zu Wochenbeginn bewegte sich der Goldpreis erneut in einer engen Spanne um die Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

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2 Kommentare

  1. Ich schrieb vor ein paar Wochen über die Gefahr von Bab al Mandab. Es kam keine Reaktion. Offenbar kannte das keiner und keiner war jemals dort. Nun ist es soweit.
    Das Tor der Tränen auf Deutsch wird bald in aller Munde sein und die Krise weiter voran treiben.
    Man kann nur sagen, Leute, zieht euch warm an.
    Denn Bab al Mandab ist nicht Hormuz.
    Dagegen ist Hormuz eine Puppenstube.
    Geht dieses Tor zu, ist in Europa Feierabend für lange Zeit.

    • @Maruti
      Wie Sie auch geschrieben hatten: Peter Scholl-Latour sollte Pflichtlektüre sein.
      Aber etliche Politiker sind leider nicht auf dem intellektuellen Niveau das zu lesen und zu verstehen.
      Die Typen, die seit Vietnam ohne jegliche Strategie, ohne Nachdenken immer einfach nur Kriege anzetteln.
      Und dann (nach unzähligen Toten) immer eine riesen Niederlage einstecken müssen, siehe Afghansitan.
      Und rein gar nichts daraus lernen.

      Was Scholl-Latour damals noch nicht wissen konnte: daß der Industrieriese China nun hinter den Mullahs steht und Waffen ohne Ende liefert. So kann man den strategischen Gegener USA ohne direkte eigene Beteiligung schön massiv beschädigen.
      Und die Industrie-Reste in Europa werden über hohe Energiepreise zur Verlagerung oder aus demWeltmarkt gedrängt.
      Läuft alles nach Plan.
      Nur unsere IQ -30-Truppe kapiert das nicht.

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