Der Ölpreisschub treibt die Renditen von US-Staatsanleihen auf neue Höchststände. Auch in Europa steigen die Zinsen – mit Folgen für Gold.
Ölpreisschub schürt neue Inflationssorgen
Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen ist am Montag auf den höchsten Stand seit Februar 2025 gestiegen. Sie legte zeitweise um drei Basispunkte auf 4,24 Prozent zu. Die Rendite zehnjähriger Treasuries erreichte 4,59 Prozent.
Für Gold bleiben steigende Marktzinsen kurzfristig belastend – langfristig stehen aber die Finanzierungsrisiken der Staaten im Fokus.
Auslöser war der erneute Ölpreisschub nach weiteren Angriffen der USA und Irans. Brentöl verteuerte sich um mehr als 4 Prozent. Anleger befürchten, dass höhere Energiekosten den Inflationsdruck verstärken und die US-Notenbank zu einer weiteren Zinserhöhung zwingen könnten.

Märkte rechnen fest mit Zinserhöhung
Am Terminmarkt wird eine Fed-Zinserhöhung im September inzwischen nahezu vollständig eingepreist. Vor einer Woche lag die Wahrscheinlichkeit gemäß FedWatch Tool noch bei rund 66 Prozent. Neue US-Inflationsdaten werden am Dienstag erwartet.
In Europa behält die Entwicklung im Nahen Osten ebenfalls ihren Einfluss auf die Inflations- und Zinserwartungen. Denn zu Wochenbeginn sind auch die europäischen Anleiherenditen deutlich angestiegen. So lagen die Zinsen für 10-jährige deutsche Staatsanleihen am Vormittag bei 3,05 Prozent (Vorwoche: 2,93 Prozent). Damit nähert sich die Rendite wieder den Höchstständen vom vergangenen Mai (3,17 %).
Steigende Marktzinsen belasten Gold
Höhere Ölpreise verschärfen das Dilemma der Notenbanken. Steigt die Inflation erneut, wächst der Druck auf die Fed, die Zinsen anzuheben. Für Gold sind steigende Marktzinsen zunächst weiter belastend, insbesondere im Umfeld einer anhaltenden charttechnischen Schwäche. Langfristig erhöhen die steigendne Kosten der Staatsfinanzierung bei der Tendenz zu häheren Staatsschuldenquoten die Attraktivität von Gold. Diese Erwartungen fließen auch in die jüngsten Goldpreis-Prognosen mehrerer Großbanken ein.
Mehr dazu: Goldpreis-Prognosen: Banken senken Erwartungen – bleiben aber bullish
Während man noch vor kurzer Zeit einen Wettbewerb um die niedrigsten Zinsen, ja sogar Negativ Zinsen startete, geht es nun umgekehrt.
Zinsen belasten ja die Wirtschaft, das Wachstum und den Konsum. Zwar kann man hinten herum dagegen mit der Drucker-Presse andrucken, wie die Türkei das macht, aber dadurch kommt es zur Zins-Inflations Spirale.
Zinsen hoch, Inflation noch höher usw.
Auf der jagd nach immer mehr Dollars hat man keine Kapazität mehr für Gold und Sicherheiten.
Und genau das ist der Vorteil von Gold. Denn, wenn alles Papier verbrennt, wie schon immer, bleibt letztlich nur der Goldbarren übrig. Und das geschah auch immer so, ausnahmslos. Noch nie ist Gold verbrannt, es hatte immer seinen Wert. Sogar im Tausch und da erst recht.
Erst wenn der letzte Zocker sein Gold gegen Papier hergeheben hat, wird man merken, dass man nichts mehr besitzt, was sich zu bestzen lohnt.
Zinsen, Zinsen, Zinsen, …
Ich stieß neulich auf einen knappen, mEn aber sehr interessanten Artikel zum Zusammenhang zwischen Zinssatz (der FED) und Gold. Ständig wird geschrieben, Gold bräuchte niedrige Zinsen um konkurrenzfähig zu sein/bleiben/wieder werden. Opportunitätskosten und so.
Schaut man auf die letzten 55 Jahre Goldpreise und stellt die Zinsen daneben, fällt aber auf:
Goldpreisanstiege fanden bei steigenden oder konstanten Zinsen statt (1971 – 1981; 1999 – 2007; 2022 – 2025), die Rückgänge bei sinkenden Zinsen (1981 – 1999; 2011 – 2021).
Ein Anstieg des Goldpreises fiel nur in 4 von 55 Jahren mit sinkenden Zinsen zusammen (von 2007 bis 2011).
Der Rückblick und Überblick zeigt also, dass steigende Zinsen (als Zeichen der „Unsicherheiten“) für Gold meist steigende Kurse brachten. Von dem her ein weiterer Grund, die Zinsthematik als „Lärm“ nicht allzu ernst zu nehmen (können ja eh nix dran machen).
Die Geschichte zeigt klar: Gold braucht keine niedrigen Zinsen.
@Mitleser
Sie haben recht. Das wird uns nur immer so verkauft.
Marutis Lacher zu Zinsen und Gold ist, was so immer erzählt wird:
Fallende Zinsen sind schlecht für Gold, weil nun alle von Gold in Aktien umschichten.
Steigende Zinsen sind schlecht für Gold, weil nun alle von Gold in Zinspapiere umschichten.
Gleichbleibende Zinsen sind schlecht für Gold, weil nun Gold laaangweilig ist und es einem auch ohne Gold gut geht.
Kriege sind schlecht für Gold, weil die Notenbanken das Zeug vom Balkon werfen müssen.
Friedenszeiten sind schlecht für Gold, weil man konsumieren soll und im Biergarten sitzen kann und nicht beim Goldhändler Schlange stehen muss.
Gold kann man nicht essen, ist nutzloser wie ein Igel im Winterschlaf und wirft keinen einzigen Cent Zinsen ab.
Und: Weg mit dem nutzlosen Zeug.
Gold fällt immer, die Indizes steigen immer.
So wird es gesagt.
Nur, wer zuletzt lacht, lacht am besten.
Heute Nachmittag wieder ein deutlicher Balkonwurf und runter auf 4.000 Dollar. 160 Dollar inerhalb von 1 Tag etwa und damit weiter 75 Tonnen Physisches Gold vernichtet ( nach China verscherbelt).
Wie lange das noch so gehen mag, weiss keiner.
Jedenfalls so lange, wie Gefahr für das Fist Money besteht. Und das wird noch lange sein.
Hormuz ist nun wieder geschlossen, aber bloss keine Panik, Trump ist ja da und vor Ort.
Maruti:
Niemand besitzt so viel Gold, dass er damit die von Ihnen immer und immer wiederholten Balkonabwürfe bewältigen könnte. Durch sein Hin und Her in Sachen Hormuz beeinflusst Trump die Preise für Öl, Gas und weitere Waren. Er setzt auf steigende und fallende Preise und bestimmt durch seine Politik, wann die Preise steigen oder fallen. Wenn er jetzt selbst Zölle für die Hormuz-Passagen verlangt, verdient er ein weiteres Mal an den von ihm selbst gesetzten Problemen. Hier wird viel Geld bewegt und niemand interessiert sich in dieser Situation für Gold. Im Gegenteil: wer bei dieser Party mitmachen und verdienen will, der verkauft sein Gold, bevor er damit noch mehr Geld verliert. Die lässt die Goldpreise weiter fallen. Diese Lage ist nun geradezu genial. Man hat die Preise selbst manipuliert und damit Unsummen verdient. Nebenbei hat man den Goldpreis gedrückt und könnte nun – wenn man schlau ist – mit den ergaunerten Geldern das günstig gemachte Gold kaufen. Vom Balkon werfen muss man nichts, sondern man schafft auf diese Weise eine kostenlose win-win-win-Situation.
Was nützen Zinsen wenn diese nur durch weitere Schulden gezahlt werden können. Amiland steuert stramm auf 40 Billionen Schulden zu. Papiergeld wird sich in Luft auflösen
Ich wette fast, dass morgen der Iran 10% Zoll für die Durchfahrt bietet und Trump dann wieder den TACO macht und zurückrudert. Die Börsianer atmen dann auf und greifen beherzt zu, wodurch Gold wieder um 100 Dollar steigt. Bis zum nächsten mal. So wird man auch sein Gold los.
Man halte in diesen Zeiten besser sein Geld und Gold zusammen und wartet. Ich jedenfalls tue es, wähle Tagesgeld und lasse die Finger vom Gold. Erst mal.
Das bleibt, wo es ist und wie es ist.