Polens Zentralbank hat ihre Goldreserven auf 648 Tonnen erhöht. NBP-Chef Adam Glapiński nennt bereits das nächste Ziel: 700 Tonnen.

Polens Zentralbank setzt ihre umfangreichen Goldkäufe fort. Nach Angaben von NBP-Präsident Adam Glapiński sind die Goldreserven inzwischen auf 648 Tonnen gestiegen. Der World Gold Council wies in seiner Liste der weltweiten Goldreserven zuletzt noch 640,20 Tonnen für Polen aus.
Wie der Nachrichtendienst Newsquawk am Donnerstag unter Berufung auf Glapiński berichtete, soll der Bestand weiter auf 700 Tonnen wachsen. Dafür müsste die polnische Notenbank noch rund 52 Tonnen Gold zukaufen.
Polen baut Goldreserven seit Jahren aus
Das Ziel von 700 Tonnen ist nicht neu. Bereits im Januar 2026 beschloss der Vorstand der polnischen Nationalbank offiziell, die Goldreserven auf diese Größenordnung auszubauen. Glapińskis aktuelle Aussage bestätigt nun, dass die NBP diesem Ziel mit inzwischen 648 Tonnen deutlich näher gekommen ist.
Goldreporter hatte schon im März 2021 darüber berichtet, dass Glapiński innerhalb mehrerer Jahre mindestens weitere 100 Tonnen Gold kaufen wollte. Damals verfügte Polen über rund 229 Tonnen Gold.
Der NBP-Chef erklärte seinerzeit außerdem, dass ein größerer Teil des Goldes in Polen selbst gelagert werden solle. Damit verband die Zentralbank den Ausbau ihrer Reserven auch mit dem Ziel, die direkte Kontrolle über die eigenen Goldbestände zu stärken.
Polens Gold: Erste große Käufe bereits ab 2018
Der Beginn dieser Strategie reicht sogar noch weiter zurück. Im Jahr 2018 kaufte Polen erstmals seit rund 20 Jahren wieder Gold. Damals lag der Bestand zunächst bei gut 100 Tonnen.
Innerhalb relativ kurzer Zeit erwarb die polnische Nationalbank anschließend rund 125 Tonnen zusätzlich. Damit gehörte Polen bereits damals zu den auffälligsten Goldkäufern unter den Zentralbanken.
Die Käufe waren also nicht als kurzfristige Reaktion auf einzelne Marktbewegungen angelegt. Vielmehr entwickelte sich daraus eine langfristige Reservepolitik, die bis heute fortgeführt wird.
100 Tonnen Gold aus London zurückgeholt
Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 2019. Damals kündigte die NBP an, rund 100 Tonnen Gold aus den Tresoren der Bank of England nach Polen zurückzuholen.
Auch darüber hatte Goldreporter berichtet. Die Rückführung machte deutlich, dass die Zentralbank Gold nicht nur als Finanzanlage innerhalb ihrer Währungsreserven betrachtet. Gleichzeitig spielte auch die physische Verfügbarkeit des Edelmetalls eine zunehmend wichtige Rolle.
Mehr dazu: Goldreserven: Wo Staaten ihr Gold lagern – und warum sie es heimholen
Nächstes Ziel: 700 Tonnen Gold
Mit inzwischen 648 Tonnen hat Polen die früher angekündigten Ausbaupläne längst deutlich übertroffen. Das neue Ziel von 700 Tonnen setzt diese Linie konsequent fort.
Vom aktuellen Niveau aus müsste die NBP dafür noch etwa 52 Tonnen Gold zukaufen. Damit bleibt Polen einer der bedeutendsten staatlichen Käufer am internationalen Goldmarkt.
Zugleich zeigt die Ankündigung, dass die starke Goldnachfrage der Zentralbanken nicht nur aus kurzfristigen Käufen besteht. Im Falle Polens handelt es sich um eine Strategie, die über viele Jahre verfolgt und mehrfach öffentlich angekündigt wurde.
Mehr zum Thema: Warum Zentralbanken Gold kaufen – und was das für den Goldpreis bedeutet



Wie sagte mir einst ein russischer Freund,
Russe sein ist ein Glück,
Deutscher sein eine Strafe.
Und Pole sein wäre ein Beruf!
Nun, die Polen sind sicher nicht dumm!