Russland hat seine Goldreserven im Juli erneut reduziert. Seit Ende Januar sank der ausgewiesene Bestand um rund 50 Tonnen. Der Wert der Goldreserven gab ebenfalls nach.

Goldreserven Russland: Zum siebten Mal in Folge gesunken
Russland hat seine offiziellen Goldreserven im Juli zum siebten Mal in Folge verringert. Nach Angaben der Bank of Russia beliefen sich die Bestände Ende Juli auf 73,2 Millionen Feinunzen. Das entspricht umgerechnet rund 2.277 Tonnen Gold.
Das Wichtigste in Kürze
- Russlands Goldreserven sanken im Juli zum siebten Mal in Folge auf 73,2 Millionen Unzen.
- Gegenüber Juni ging der Bestand um 200.000 Unzen beziehungsweise rund 6,2 Tonnen zurück.
- Seit Ende Januar wurden die ausgewiesenen Goldreserven um etwa 1,6 Millionen Unzen oder knapp 50 Tonnen reduziert.
Ende Juni hatte die russische Zentralbank noch 73,4 Millionen Unzen ausgewiesen. Somit verringerte sich der Bestand innerhalb eines Monats um 200.000 Unzen beziehungsweise rund 6,2 Tonnen.
Der Rückgang fiel damit etwas geringer aus als im Juni. Damals waren die russischen Goldreserven um 300.000 Unzen oder rund 9,3 Tonnen gesunken.
Goldwert erneut niedriger
Auch der bilanzierte Wert der russischen Goldreserven ging zurück. Ende Juli wurde das Edelmetall mit 292,85 Milliarden US-Dollar bewertet. Einen Monat zuvor waren es noch 298,99 Milliarden US-Dollar.
Damit sank der ausgewiesene Goldwert innerhalb eines Monats um 6,14 Milliarden US-Dollar beziehungsweise rund 2,1 Prozent. Neben dem neuerlichen Bestandsabbau spielte dabei auch die Goldpreisentwicklung eine Rolle.
Internationale Reserven nahezu unverändert
Russlands gesamte internationale Reserven beliefen sich Ende Juli auf 720,35 Milliarden US-Dollar. Ende Juni waren es 720,45 Milliarden US-Dollar gewesen. Der Gesamtwert blieb damit nahezu unverändert.
Allerdings verschob sich die Zusammensetzung. Während der Wert der Goldreserven abnahm, stiegen die Fremdwährungsreserven von 391,83 Milliarden auf 397,63 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 5,80 Milliarden US-Dollar.
Der rechnerische Goldanteil an den gesamten internationalen Reserven sank dadurch von rund 41,5 Prozent im Juni auf 40,7 Prozent im Juli. Dennoch bleibt Gold ein zentraler Bestandteil der russischen Reservepolitik.
Seit Januar knapp 50 Tonnen Gold weniger
Seit Ende Januar hat die Bank of Russia ihre ausgewiesenen Goldbestände um insgesamt 1,6 Millionen Unzen reduziert. Das entspricht rund 49,8 Tonnen Gold.
Der Rückgang setzte im Februar ein und hielt seither in jedem Monat an. Bis Ende Juni waren bereits etwa 43,5 Tonnen aus den offiziellen Beständen verschwunden. Im Juli kamen weitere 6,2 Tonnen hinzu.
Damit hat Russland innerhalb von sechs Monaten rund 2,1 Prozent seiner Ende Januar gemeldeten Goldreserven abgebaut.
Hintergründe bleiben offen
Warum die offiziellen Goldbestände seit Monaten sinken, erläutert die russische Zentralbank weiterhin nicht. Das Finanzministerium hatte in der Vergangenheit allerdings mehrfach signalisiert, bei Bedarf auf Reservevermögen zurückzugreifen.
Im Hintergrund stehen hohe Staatsausgaben, schwankende Einnahmen aus dem Energiegeschäft sowie der erhebliche Finanzierungsbedarf infolge des Krieges gegen die Ukraine.
Aus den veröffentlichten Zahlen geht jedoch nicht hervor, ob tatsächlich Goldbarren verkauft wurden. Ebenso könnten bilanzielle Umbuchungen oder andere Reserveoperationen hinter den Veränderungen stehen. Eine ausführliche Erklärung zum inzwischen sieben Monate anhaltenden Bestandsrückgang liegt bislang nicht vor.
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