Russland reduzierte seine Goldreserven im Juni erneut. Seit Ende Januar sank der Bestand um rund 44 Tonnen, auch der Goldwert ging deutlich zurück.

Goldreserven zum sechsten Mal in Folge gesunken
Russland hat seine offiziellen Goldreserven im Juni zum sechsten Mal in Folge verringert. Nach aktuellen Angaben der Bank of Russia beliefen sich die Bestände Ende Juni auf 73,4 Millionen Unzen. Das entspricht umgerechnet rund 2.283 Tonnen Gold.
Das Wichtigste in Kürze
- Russland senkte seine Goldreserven im Juni zum sechsten Mal in Folge auf 73,4 Millionen Unzen.
- Gegenüber Mai sank der Bestand um 300.000 Unzen beziehungsweise umgerechnet rund 9,3 Tonnen.
- Seit Ende Januar gingen die offiziellen Goldreserven um rund 1,4 Millionen Unzen oder 43,5 Tonnen zurück.
Gegenüber dem Vormonat sank der Bestand damit um 300.000 Unzen beziehungsweise umgerechnet etwa 9,3 Tonnen. Ende Mai hatte die russische Zentralbank noch 73,7 Millionen Unzen ausgewiesen.
Goldwert deutlich niedriger
Der bilanzierte Wert der russischen Goldreserven ging gleichzeitig kräftig zurück. Ende Juni wurden die Bestände mit 298,99 Milliarden US-Dollar bewertet, nach 325,87 Milliarden US-Dollar im Vormonat.
Damit verringerte sich der ausgewiesene Goldwert innerhalb eines Monats um 26,88 Milliarden US-Dollar. Neben dem erneuten Bestandsabbau war dafür vor allem der im Juni deutlich gesunkene Goldpreis verantwortlich. Der Kurs sank um knapp 10 Prozent.
Internationale Reserven gehen zurück
Auch die gesamten internationalen Reserven Russlands sanken deutlich. Sie beliefen sich Ende Juni auf 720,45 Milliarden US-Dollar, nach 747,36 Milliarden US-Dollar Ende Mai. Das entspricht einem Rückgang um 26,91 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 3,6 Prozent.
Die darin enthaltenen Fremdwährungsreserven wurden Ende Juni mit 391,83 Milliarden US-Dollar angegeben.
Der rechnerische Anteil des Goldes an den gesamten internationalen Reserven fiel auf rund 41,5 Prozent. Im Mai hatte die Quote noch bei etwa 43,6 Prozent gelegen. Trotz des Rückgangs bleibt Gold einer der wichtigsten Bestandteile der russischen Reservepolitik.
Seit Januar rund 44 Tonnen weniger
Auffällig ist die Entwicklung seit Jahresbeginn. Seit Ende Januar haben sich die offiziellen Goldbestände um insgesamt rund 1,4 Millionen Unzen verringert. Das entspricht umgerechnet etwa 43,5 Tonnen Gold.
Damit setzte sich der seit Februar zu beobachtende Bestandsabbau auch im Juni fort. Die monatliche Reduzierung fiel mit 300.000 Unzen sogar etwas höher aus als im Mai, als die Bestände um 200.000 Unzen zurückgegangen waren.
Hintergründe bleiben offen
Die Gründe für den fortgesetzten Rückgang der offiziellen Goldreserven bleiben weiterhin unklar. Das russische Finanzministerium hatte in der Vergangenheit allerdings mehrfach signalisiert, im Bedarfsfall auf Reservevermögen zurückzugreifen.
Im Hintergrund stehen hohe Staatsausgaben, schwankende Einnahmen aus dem Energiegeschäft sowie der erhebliche Finanzierungsbedarf infolge des Krieges gegen die Ukraine.
Ob tatsächlich physisches Gold verkauft wird oder bilanzielle Umbuchungen beziehungsweise andere Reserveoperationen hinter den Veränderungen stehen, lässt sich anhand der veröffentlichten Daten nicht eindeutig beurteilen.
Anders als bei einigen anderen Zentralbanken gibt es aus Russland bislang keine ausführlichen offiziellen Erläuterungen zum seit mehreren Monaten anhaltenden Rückgang der ausgewiesenen Goldbestände.
Mehr dazu: Goldreserven weltweit: Aktuelle Zahlen, Länder-Ranking und Entwicklungen
russland hat im letzten Jahr mehr offiziell gefördert, als es jetzt abgebaut hat. mann muss ja auch Dinge bezahlen und wenn der andere AU will oder Diamanten oder öl dann soll er sie bekommen. kein Problem wenn man genug davon hat.
Sehe ich genauso! Die Ressourcen in Russland sind bei weitem nicht ausgeschöpft. Hätte ich soviel Gold und Oel im Garten würde ich dies auch verkaufen.
@Priest
Das Problem ist nur, wer kauft das Zeug.
Russland tauscht es gegen chinesische Waffenhilfe.
Verkaufen geht leider nicht, wegen der Sanktionen.
da sind die us amerikaner schlauer,
die lassen sich ihre terrorwerkzeuge von den lakaien bezahlen.
@Maruti
Keiner Widerspruch: wir kaufen Russland alles ab.
Nur über Umwege und dann 3 -5 x so teuer.
Highlight: „Chinesisches“ Flüssiggas.
Russland pumpt das Erdgas nach Osten und verflüssigt das in einem riesen LNG-Hafen in der Nähe von Japan (von dort wird ganz normal Japan und Ostasien etc. versorgt, die ignorieren die Sanktionen völlig, dafür gibt es „Treuerabatt“).
Ein chinesischer LNG-Tanker füllt dort, fährt vor Shanghai oder Tinanjin in die chin. Hoheitsgewässer (er muß nicht in den Hafen) und bekommt neue Ladepapiere.
Und -schwupps- ist es chinesisches LNG.
Wird dann rund um den Globus geschippert und kommt bei uns hübsch teuer als chinesisches LNG (jedes Kind weiss, das die gar kein Gas haben) an.
Oder: wer ist der größte LNG-Kunde Putins ?
Frankreich.
Ist denen komplett egal.
Die verkaufen uns das Gas dann mit nettem Aufschlag weiter.
Solche Volldeppen als Kunden muß man erst mal finden.
Sie wohnen in Moskau und brauchen eine neue S-Klasse,/Ferrari/Escalade ?
Kein Problem, kommt eben ein paar Wochen später aus Kasachstan oder per Luftfracht aus China. Keine westliche Firma wagt es, einem chinesischen Händler eine Lieferung zu verweigern oder blöde Fragen zu stellen.
Die Sanktionen sind pure Heuchelei und haben nur einen erkennbaren Effekt:
Wir ruinieren unsere Wirtschaft und erschaffen auf der Welt einige clevere neue Milliardäre (die mit den Ladepapieren….).
Nebenbei: der Goldverkauf Russlands zeigt der Welt was für ein tolles Asset Gold ist:
Man kann es immer und überall an jeden Kunden verkaufen.
Und die Amis können NIX machen.
Also ich als Verantwortlicher Politiker/Notenbanker außerhalb der westlichen Lakaien-Truppe wüßte, wie ich meine Kohle anlege: Nicht in Dollar, sondern härter.
Es ist der feuerfeste Test, wie toll und unersetzbar Gold ist.
@Maruti
Bei jedem Kauf tauscht jeder von uns Geld gegen Ware.
Und Gold ist Geld. Eigentlich eine ebenso falsche wie unnötige
Belehrung?
Tauschen ist auch eine Form des Handels.