Russland verringerte seine Goldreserven im Mai 2026 erneut. Gleichzeitig sanken der Wert der Goldbestände sowie die gesamten internationalen Währungsreserven.

Goldreserven erneut gesunken
Russland hat seine offiziellen Goldreserven im Mai zum fünften Mal in Folge verringert. Nach aktuellen Angaben der Bank of Russia beliefen sich die Bestände Ende Mai auf 73,7 Millionen Unzen, was umgerechnet rund 2.292 Tonnen Gold entspricht. Gegenüber dem Vormonat sank der Bestand damit um 200.000 Unzen beziehungsweise etwa 6,2 Tonnen.
Russland setzt den Abbau seiner Goldreserven fort. Im Mai belastete zusätzlich der niedrigere Goldpreis den Wert der Bestände.
Der bilanzierte Wert der Goldreserven verringerte sich gleichzeitig von 337,52 Milliarden US-Dollar auf 325,87 Milliarden US-Dollar. Ausschlaggebend dafür war neben dem geringeren Goldbestand auch der im Mai gesunkene Goldpreis.
Gold bleibt wichtigster Reserveanker
Auch die gesamten internationalen Reserven Russlands gingen zurück. Sie beliefen sich Ende Mai auf 747,36 Milliarden US-Dollar, nach 758,68 Milliarden US-Dollar Ende April.
Der rechnerische Goldanteil an den gesamten Währungsreserven sank damit leicht auf rund 43,6 Prozent, nach etwa 44,5 Prozent im Vormonat. Trotz dieses Rückgangs bleibt Gold weiterhin der größte Einzelbaustein der russischen Reservepolitik.
Auffällig ist die Entwicklung seit Jahresbeginn: Seit Ende Januar haben sich die offiziellen Goldbestände um rund 1,1 Millionen Unzen beziehungsweise knapp 34 Tonnen verringert.
Hintergründe bleiben offen
Die Gründe für den fortgesetzten Bestandsabbau bleiben weiterhin unklar. Das russische Finanzministerium hatte in der Vergangenheit allerdings mehrfach signalisiert, im Bedarfsfall auf Reservevermögen zurückzugreifen.
Im Hintergrund stehen weiterhin hohe Staatsausgaben, volatile Energieeinnahmen sowie der erhebliche Finanzierungsbedarf infolge des Krieges gegen die Ukraine. Ob tatsächlich physische Goldverkäufe stattfinden oder bilanzielle Umbuchungen beziehungsweise andere Reserveoperationen hinter den Veränderungen stehen, lässt sich anhand der veröffentlichten Daten nicht eindeutig beurteilen.
Im Gegensatz zur Türkei, die zuletzt Teile ihrer Goldbestände im Rahmen von Verleihgeschäften aktiviert hatte, gibt es aus Russland bislang keine offiziellen Erläuterungen zu den jüngsten Veränderungen der Goldreserven.
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