Russland reduziert Goldreserven erneut – Goldanteil fällt weiter

Russlands Zentralbank hat ihre Goldreserven im April weiter reduziert. Der höhere Goldpreis ließ den Gesamtwert der Bestände dennoch steigen.

Russland reduziert seine Goldreserven im April bei weiter hohem Goldwert
Russland baute seine Goldbestände im April erneut um rund 6 Tonnen ab. Der höhere Goldpreis ließ den Wert der Reserven dennoch steigen.

Russlands Goldreserven weiter gesunken

Russland hat seine offiziellen Goldreserven im April zum vierten Mal in Folge verringert. Nach aktuellen Angaben der Bank of Russia beliefen sich die Bestände Ende April auf 73,9 Millionen Unzen – umgerechnet rund 2.298 Tonnen Gold. Gegenüber dem Vormonat entspricht das erneut einem Rückgang um 200.000 Unzen beziehungsweise etwa 6,2 Tonnen.

Russland verkauft weiter Gold – doch steigende Kurse kompensieren den Abbau in der Bilanz.

Gleichzeitig nahm der bilanzierte Wert der Goldreserven zu. Dieser stieg von zuletzt 333,97 Milliarden US-Dollar auf 337,52 Milliarden US-Dollar. Hintergrund ist der höhere Goldpreis, der den mengenmäßigen Rückgang überkompensierte.

Gold bleibt wichtiger Reserveanker

Die gesamten internationalen Reserven Russlands erhöhten sich Ende April auf 758,67 Milliarden US-Dollar, nach 748,98 Milliarden US-Dollar im Vormonat.

Damit sank der rechnerische Goldanteil an den Gesamtreserven leicht auf 44,5 Prozent, nach rund 44,6 Prozent im März. Trotz des schrittweisen Rückgangs bleibt Gold damit weiterhin der größte Einzelbaustein innerhalb der russischen Reservepolitik.

Auffällig ist jedoch die Entwicklung seit Jahresbeginn: Seit Ende Januar gingen die Bestände inzwischen um rund 900.000 Unzen zurück – das entspricht knapp 28 Tonnen Gold.

Mehr dazu: Goldreserven weltweit: Aktuelle Zahlen, Länder-Ranking und Entwicklungen

Fiskalischer Druck bleibt ein möglicher Hintergrund

Die Gründe für den Abbau bleiben offiziell offen. Allerdings hatte das russische Finanzministerium bereits in der Vergangenheit signalisiert, im Bedarfsfall auf Reservevermögen zurückzugreifen.

Im Hintergrund stehen weiter hohe Staatsausgaben, schwankende Energieeinnahmen sowie der erhebliche Finanzierungsbedarf infolge des Krieges gegen die Ukraine. Der Rückgang der Goldbestände könnte Teil dieser Strategie sein.

Allerdings bleibt unklar, ob die Verkäufe tatsächlich physisch erfolgen oder ob bilanzielle Umbuchungen beziehungsweise andere Reserveoperationen dahinterstehen. Die Türkei hatte zuletzt Teile ihrer Goldreseven für Verleihgeschäfte aktiviert.

Was bedeutet das für den Goldmarkt?

Für den internationalen Goldmarkt besitzen die russischen Verkäufe bislang nur begrenzte Bedeutung.

Selbst ein monatlicher Abbau im Umfang von rund sechs Tonnen liegt deutlich unter dem Volumen, das Zentralbanken in den vergangenen Jahren insgesamt aufgebaut haben. Zudem dürfte ein großer Teil russischer Goldtransaktionen außerhalb westlicher Handelsplätze abgewickelt werden.

Deshalb entsteht kurzfristig kaum direkter Verkaufsdruck auf den Goldpreis. Relevanter wäre ein Szenario, in dem weitere Staaten Goldreserven zur Haushaltsfinanzierung einsetzen oder ihre Bestände neu bewerten.

Mehr zum Thema: Goldverkäufe im Staatsnotstand: Droht ein weltweiter Trend bei den Zentralbanken?

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3 Kommentare

  1. nichts genaues weiss man nicht ,
    ausser die schulden russlands wurden 2025 mit ~ 18% bip angegeben, die der usa mit lächerlichen 125% und kaum nennenswerten 232% japans, welche durch eine unmenge natürlicher ressourcen gesichert sind …..
    von den anderen wollen wir gar nicht erst reden

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