Gold fließt nach London – China kauft wieder massiv

Die Schweiz meldet stark steigende Goldexporte. Im März gingen 57 Tonnen nach London und 38 Tonnen nach China – seit Jahresbeginn bereits rund 92 Tonnen.

Goldbarren aus der Schweiz mit Exportdokumenten vor Schweizer Flagge
Die Schweiz lieferte im März große Goldmengen nach London und China

Die Schweiz hat im März weniger Gold importiert, gleichzeitig aber deutlich mehr exportiert. Dabei zeigen die aktuellen Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung zwei klare Schwerpunkte im globalen Goldhandel: London als Drehscheibe für institutionelles Kapital – und China als wiedererstarkter Großabnehmer physischer Bestände.

57 Tonnen gehen im März nach London, China bleibt ein starker Käufer.

London zieht den Großteil des Goldes an

Die Schweizer Goldexporte stiegen im März um 31,65 Prozent auf 136,49 Tonnen. Mit großem Abstand wichtigster Empfänger war das Vereinigte Königreich.

Allein 57,6 Tonnen gingen nach London. Damit entfiel mehr als 40 Prozent der gesamten Ausfuhren auf diesen Markt. Der starke Zufluss unterstreicht die zentrale Rolle Londons im internationalen Goldhandel – insbesondere im OTC-Markt sowie bei ETF- und Zentralbank-Transaktionen.



China baut Position deutlich aus

Parallel dazu tritt China wieder verstärkt als physischer Goldabnehmer auf. Im März gingen 37,7 Tonnen aus der Schweiz in die Volksrepublik.

Noch wichtiger: Seit Jahresbeginn summieren sich die Lieferungen bereits auf rund 92 Tonnen. Damit etabliert sich China erneut als einer der wichtigsten globalen Nachfragetreiber.

Diese Entwicklung passt zu den zuletzt stabilen Prämien an der Shanghai Gold Exchange und spricht für eine anhaltend hohe physische Nachfrage im asiatischen Raum.

Goldimporte und -exporte der Schweiz im Februar 2026 mit den größten Handelspartnern.
Goldimporte und -exporte der Schweiz im Februar 2026 mit den größten Handelspartnern.

Asien bleibt zentraler Absatzmarkt

Wer waren international die größten Goldabnehmer? Die Schweiz lieferte im Februar 31,9 Tonnen nach China und 12,6 Tonnen nach Indien, was die starke Nachfrage in Fernost

Neben China bleibt Asien insgesamt stark vertreten. Die Türkei (8,1 Tonnen), Hongkong (7,3 Tonnen), Saudi-Arabien und Thailand zählen ebenfalls zu den wichtigsten Abnehmern.

Auch Indien taucht nur mit einer relativ geringen Menge unter den Importeuren auf. Allerdings bestätigt sich die breite regionale Nachfrage nach physischem Gold außerhalb der westlichen Finanzzentren.

Importe rückläufig – breite Herkunft

Auf der Importseite zeigt sich ein anderes Bild. Die Schweiz führte im März 181,97 Tonnen Gold ein – ein Rückgang von 6,56 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Wichtigste Lieferländer waren die USA (33,2 Tonnen) sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (29,6 Tonnen). Dahinter folgen Italien und Deutschland, wo in den vergangenen Monaten viel Gold im Edelmetall angekauft wurde.

Auffällig bleibt die breite Streuung der Herkunftsländer. Neben klassischen Handelsplätzen spielen auch Förderländer wie Ghana, Burkina Faso oder die Elfenbeinküste eine bedeutende Rolle.

Marktstruktur verschiebt sich

Die aktuellen Zahlen zeigen eine klare Verschiebung der Marktstruktur. Während weniger Rohmaterial in die Schweiz gelangt, werden größere Mengen gezielt in zentrale Handels- und Nachfragezentren weitergeleitet.

London fungiert dabei als Liquiditätsdrehscheibe des globalen Finanzsystems. China hingegen steht für die physische Nachfrage – und gewinnt 2026 wieder deutlich an Gewicht.

Bedeutung für den Goldmarkt

Diese Entwicklung ist mehr als eine Momentaufnahme. Sie liefert Hinweise auf die Kräfteverhältnisse auf dem Goldmarkt.

Denn während Kapitalströme über London organisiert werden, entscheidet die physische Nachfrage – insbesondere aus China – maßgeblich über die Stabilität des Marktes.

Die Kombination aus starkem Exportanstieg und wachsender asiatischer Nachfrage spricht für eine Phase aktiver Umlagerung – nicht für eine Schwäche des Goldmarktes.

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

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3 Kommentare

  1. Was auch schon von Anfang an klar war, nur da versuchten gewisse Notenbanken und deren Vasallen den Leuten vom Goldkauf abzuraten und wenn, dann höchstens erst 1%, als das nicht half 3% und auch als das nicht wirkte 5% und mittlerweile sind wir bei 8% Gold im Portfolio. Aber nur ! als ETF und nicht etwa physisch, weil das kann gestohlen werden und ETF können nicht gestohlen werden, da diese sicher auf der Bank gelagert sind. (Bis einer wie Putin oder Trump kommt, aber das ist ohnehin unrealistisch, nicht ? Jedenfalls ist weit und breit so etwas nicht zu sehen).
    Ich wiederhole mich:
    Ben Shalom Bernanke, der FED Chef, wurde von einem Reporter öffentlich bei der Anhörung gefragt:
    “ Was ist Gold für sie und die FED ? Antwort Bernanke: Ein Metall, glaube ich.
    Frage des Reporters: Und warum hortet die FED derart große Mengen ?
    Antwort von Herrn Bernanke: Aus Tradition eben“
    Das war die beste öffentliche Anhörung der FED aller Zeiten. Die FED ist eben traditionell.
    Übrigens, Xi Jinping wurde niemals danach von einem Reporter gefragt, das hätte Kopf ab bedeutet, umgehend. Und so mutig sind die Herren Reporter wieder auch nicht. Das sind die nur hier zu Lande.

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