Zwar exportierte die Schweiz zuletzt deutlich weniger Gold. Aber im April wanderten erneut große Mengen des Edelmetalls nach Großbritannien und China. Was bedeutet das für den Goldmarkt?

Schweizer Goldexporte gehen zurück
Die Schweiz hat im April deutlich weniger Gold exportiert als im Vormonat. Dennoch blieben das Vereinigte Königreich und China die wichtigsten Abnehmer. Vor allem die anhaltend hohen Lieferungen nach China sprechen weiterhin für eine starke physische Goldnachfrage in Asien.
Weniger Gold verlässt die Schweiz. Doch London und China bleiben die wichtigsten Ziele der Lieferungen.
Laut den aktuellen Daten der Eidgenössischen Zollverwaltung exportierte die Schweiz im April 109,2 Tonnen Gold. Gegenüber März entspricht dies einem Rückgang von 24 Prozent. Im Vormonat hatten die Ausfuhren noch bei 136,5 Tonnen gelegen.
Gold geht nach London und China
Größter Abnehmer war erneut das Vereinigte Königreich. Insgesamt gingen 35,5 Tonnen Gold nach London. Allerdings lag die Menge deutlich unter dem März-Wert von 57,6 Tonnen.
An zweiter Stelle folgte China mit 30,5 Tonnen. Damit gingen erneut große Mengen Schweizer Goldes in die Volksrepublik.
Zusätzlich wurden weitere 15,6 Tonnen nach Hongkong geliefert. Zusammen entfielen damit mehr als 46 Tonnen auf den chinesischen Wirtschaftsraum.
Seit Jahresbeginn summieren sich die Schweizer Goldlieferungen nach China inzwischen auf rund 123 Tonnen. Rechnet man Hongkong hinzu, fällt die Menge noch deutlich höher aus.

Indien und Türkei folgen
Auch andere asiatische Länder tauchen weit oben in der Statistik auf. Die Schweiz exportierte im April 6,5 Tonnen nach Indien und 3,6 Tonnen in die Türkei.
Daneben gehörten Saudi-Arabien, Singapur, Malaysia und Thailand zu den wichtigsten Empfängern.
Die Zahlen zeigen erneut: Ein großer Teil des weltweit gehandelten Goldes fließt weiterhin nach Asien.
Importe legen zu
Während die Exporte zurückgingen, stiegen die Goldimporte der Schweiz deutlich an. Insgesamt wurden im April 197,9 Tonnen eingeführt. Das waren knapp 9 Prozent mehr als im März.
Die größten Lieferanten waren die Vereinigten Arabischen Emirate mit 34,4 Tonnen sowie die USA mit 34,3 Tonnen. Dahinter folgten Argentinien mit 21,5 Tonnen und Chile mit 18,9 Tonnen, deren Lieferung vornehmlich aus Rohgold der heimischen Minenproduktion besteht.
Unter den wichtigsten Herkunftsländern finden sich außerdem Australien, Peru und Italien. Auch Deutschland lieferte mit 7,5 Tonnen substanzielle Goldmengen. Dies dürfte auch auf das anhaltend starke Ankaufgeschäft im Edelmetall-Handel zurückzuführen sein.
Die Bedeutung für den Goldmarkt
Die Schweiz bleibt das wichtigste Verarbeitungszentrum für Gold weltweit. Denn bis zu zwei Drittel des weltweit nachgefragten verarbeiteten Goldes stammt von den großen Raffinerien des Landes.
Die April-Daten zeigen: China bleibt trotz rückläufigem Goldpreis-Aufschlag in Shanghai ein bedeutender Akteur auf dem internationalen Goldmarkt. Gleichzeitig nimmt London weiterhin große Mengen auf. Dort befindet sich mit dem London Bullion Marktet der weltweit größte Handelsplatz für physisches Gold.
Insgesamt ist für den Goldmarkt vor allem die anhaltend hohe Nachfrage aus Asien von Bedeutung. Denn dort landet nach wie vor ein erheblicher Teil des Goldes, das die Schweiz verlässt.
Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse


