China und Hongkong blieben auch im Juni zentrale Abnehmer von Gold aus der Schweiz. Insgesamt gingen knapp 36 Tonnen in den chinesischen Goldmarkt.

Schweizer Gold für China
Die Schweiz hat im Juni 2026 insgesamt 27,9 Tonnen Gold nach China geliefert. Weitere 8,1 Tonnen gingen nach Hongkong. Damit nahm der chinesische Wirtschaftsraum zusammen knapp 36 Tonnen Schweizer Gold auf.
Das Wichtigste in Kürze
- China blieb im Juni mit 27,9 Tonnen größter Abnehmer von Schweizer Gold.
- Zusammen mit Hongkong gingen knapp 36 Tonnen in den chinesischen Wirtschaftsraum.
- Die Schweizer Goldexporte sanken um 7,9 Prozent auf 96,4 Tonnen.
Allerdings gingen die Lieferungen gegenüber Mai zurück. Denn im Vormonat hatte die Schweiz noch 31,6 Tonnen nach China und 10,3 Tonnen nach Hongkong exportiert. Das Gesamtvolumen sank somit von rund 42 Tonnen auf knapp 36 Tonnen.
China blieb im Juni mit 27,9 Tonnen der größte Einzelabnehmer. Hongkong belegte mit 8,1 Tonnen den vierten Platz unter den wichtigsten Exportzielen.
Zusammen entfielen auf China und Hongkong rund 37 Prozent der gesamten Schweizer Goldexporte im Berichtsmonat.
Seit Jahresbeginn rund 232 Tonnen
Von Januar bis Mai hatten sich die Schweizer Goldlieferungen nach China und Hongkong bereits auf rund 196 Tonnen summiert. Einschließlich der Juni-Ausfuhren stieg das Volumen im ersten Halbjahr damit auf rund 232 Tonnen.
Die Zahlen unterstreichen die anhaltend hohe Bedeutung des chinesischen Marktes für den internationalen Goldhandel. Gleichzeitig zeigt der Rückgang gegenüber Mai, dass sich die Nachfrage nach der zuletzt starken Importtätigkeit etwas abgeschwächt hat.

Vereinigtes Königreich nahezu gleichauf
Zweitgrößter Abnehmer war im Juni das Vereinigte Königreich. Die Schweiz exportierte 27,4 Tonnen Gold dorthin. Damit lagen die Lieferungen nach London nur knapp unter den China-Exporten.
Allerdings gingen die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich gegenüber dem Mai deutlich zurück. Im Vormonat waren noch 39,4 Tonnen nach London geliefert worden.
London spielt als wichtigstes Zentrum des außerbörslichen Goldhandels weiterhin eine zentrale Rolle. Denn die Lieferungen können sowohl der Lagerhaltung als auch dem internationalen Großhandel und der Belieferung institutioneller Marktteilnehmer dienen.
Saudi-Arabien auf Platz drei
Auffällig waren im Juni auch die hohen Goldexporte nach Saudi-Arabien. Mit 10,3 Tonnen war das Land der drittgrößte Abnehmer von Schweizer Gold.
Weitere bedeutende Zielländer waren Indien mit 7,4 Tonnen, die Türkei mit 4,6 Tonnen und Thailand mit 3,1 Tonnen. Nach Deutschland wurden 1,4 Tonnen Gold geliefert.
Die Ausfuhrstruktur zeigt damit erneut eine starke Ausrichtung auf asiatische und nahöstliche Absatzmärkte.
Schweizer Goldexporte erneut gesunken
Insgesamt exportierte die Schweiz im Juni 96,4 Tonnen Gold. Gegenüber dem Vormonat sank die ausgeführte Menge um 7,9 Prozent. Im Mai hatte das Exportvolumen noch 98,9 Tonnen betragen.
Der rechnerische Unterschied zwischen den beiden Monatsmengen fällt geringer aus als die ausgewiesene Veränderungsrate. Dies kann mit nachträglichen Datenrevisionen oder unterschiedlichen Abgrenzungen in der Monatsstatistik zusammenhängen.
Der Wert der Schweizer Goldexporte belief sich im Juni auf rund 11,47 Milliarden Euro.
Goldimporte steigen deutlich
Dagegen zeigt sich auf der Importseite sich im Juni eine stärkere Entwicklung. Denn die Schweiz führte insgesamt 174,2 Tonnen Gold ein. Damit ergibt sich gegenüber dem Vormonat ein Anstieg um 19,7 Prozent.
Größter Lieferant waren die Vereinigten Arabischen Emirate mit 26,7 Tonnen. Dahinter folgten die USA mit 24,9 Tonnen und Kirgisistan mit 20,1 Tonnen.
Weitere größere Liefermengen kamen aus Chile mit 12,1 Tonnen, Argentinien mit 11,4 Tonnen, Australien mit 9,7 Tonnen und Peru mit 8,8 Tonnen. Aus Deutschland importierte die Schweiz 4,6 Tonnen Gold.
Der Gesamtwert der Goldimporte erreichte im Juni rund 15,67 Milliarden Euro.
Bedeutung für den Goldmarkt
Die Schweiz ist eines der weltweit wichtigsten Zentren für die Verarbeitung und Raffination von Gold. Denn ein erheblicher Teil des international gehandelten Edelmetalls wird dort eingeschmolzen, auf die gewünschten Barrenformate umgearbeitet und anschließend an die wichtigsten Absatzmärkte weitergeleitet.
Die Juni-Daten zeigen, dass China und Hongkong trotz rückläufiger Monatslieferungen weiterhin zu den wichtigsten Abnehmern gehören. Gleichzeitig sorgten die nahezu gleich hohen Ausfuhren nach London sowie die umfangreichen Lieferungen nach Saudi-Arabien für eine breitere Verteilung der Schweizer Goldexporte.
Mit rund 232 Tonnen im ersten Halbjahr bleibt der chinesische Wirtschaftsraum ein zentraler Absatzmarkt für physisches Gold aus der Schweiz.
Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse