China baut laut Marktanalysen seine Kontrolle über den physischen Silbermarkt aus. Gleichzeitig steigt die Nachfrage durch KI, Robotik und Industrie weiter an.
China im Zentrum des Silbermarkts
China baut laut Marktanalysen seine Kontrolle über physisches Silber weiter aus. Darauf weist ein aktueller Marktkommentar von John Seetoo hin. Demnach kontrolliere das Land inzwischen rund 70 Prozent des weltweit verfügbaren Silbers mit „Good London Delivery“-Standard. Gleichzeitig habe Peking zuletzt den Export von Schwefelsäure eingeschränkt – ein wichtiger Bestandteil bei der Silbergewinnung aus Kupfererz.

China kontrolliert den Silbermarkt. Angebotsdefizite und Industrieboom sprechen für weiteres Silberpreis-Potenzial.
Der Autor interpretiert dies als geopolitische Antwort auf den zunehmenden Einfluss der USA im Energiesektor. Denn Washington kontrolliere über Sanktionen und politischen Druck indirekt wichtige Öl-Lieferanten Chinas wie Iran oder Venezuela. Silber werde damit zunehmend zu einem strategischen Rohstoff im globalen Machtkampf.
Silbernachfrage steigt weltweit
Zudem steige die physische Silber-Nachfrage weiter deutlich an. Besonders Indien habe zuletzt große Mengen Silber gekauft. Bereits im Herbst 2025 hatte die starke indische Nachfrage die Lagerbestände der London Bullion Market Association (LBMA) unter Druck gesetzt.
Laut Bloomberg hat China allein im März mehr als 800 Tonnen Silber importiert – mehr als doppelt so viel wie beim bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2020. Gleichzeitig seien die Lagerbestände an der Shanghai Futures Exchange zeitweise kritisch gesunken. Marktbeobachter warnten deshalb bereits vor erneuten Lieferengpässen am Terminmarkt.
Auch die türkischen Goldimporte stiegen in den vergangenen Monaten stark an. Im ersten Quartal 2026 gingen laut Goldreporter-Analyse 733 Tonnen Silber in die Türkei, im März waren es immer noch 100 Tonnen.
KI, Robotik und Halbleiter treiben Silberbedarf
Darüber hinaus sehen Analysten neue strukturelle Nachfragequellen für Silber. Denn Silber bleibt wegen seiner hohen Leitfähigkeit ein wichtiger Rohstoff für moderne Technologien. Genannt werden unter anderem KI-Rechenzentren, Halbleiter, Solaranlagen, Elektroautos und humanoide Roboter.
Besonders der Robotik-Sektor könnte langfristig erheblichen zusätzlichen Silberbedarf erzeugen. So verweist der Bericht auf eine Studie von Morgan Stanley, wonach die Zahl humanoider Roboter bis 2050 auf mehr als eine Milliarde Einheiten steigen könnte. Selbst bei konservativen Annahmen würde dies den Silberverbrauch massiv erhöhen.
Siebtes Defizitjahr am Silbermarkt?
Der Silbermarkt steuert laut Branchenprognosen inzwischen auf das siebte Defizitjahr in Folge zu. Das bedeutet: Die globale Nachfrage übersteigt weiterhin die jährliche Produktion. Gleichzeitig bleibe Silber überwiegend ein Nebenprodukt der Kupfer-, Nickel- oder Zinkförderung. Das begrenze die kurzfristige Ausweitung des Angebots.
Der Autor hält deshalb dauerhaft höhere Silberpreise für möglich. Allerdings basiert ein Teil der Analyse auf spekulativen Annahmen und geopolitischen Interpretationen. Dazu zählen insbesondere Aussagen über eine gezielte „Waffe“ Silber im Handelskonflikt zwischen China und den USA.

Silberpreis extrem volatil
Der Silberpreis bleibt trotz der jüngsten Erholung extrem schwankungsanfällig. Im vergangenen Jahr zog der Kurs um rund 160 Prozent an. Nach einer kräftigen Konsolidierung stieg Silber zuletzt wieder über die Marke von 80 US-Dollar je Unze.
Allerdings notiert der Kurs weiterhin deutlich unter dem Rekordhoch vom 28. Januar 2026. Damals hatte der Silberpreis am CME-Spotmarkt 116 US-Dollar erreicht. Vom aktuellen Niveau aus ergibt sich damit noch immer ein Abstand von rund 43 Prozent.
Die damalige Rally endete abrupt. Denn spekulative Übertreibungen entluden sich Ende Januar in einem historischen Preissturz. Allein am 30. Januar brach der Silberpreis innerhalb eines Tages um 14 Prozent ein. Marktbeobachter verwiesen damals auf massive Liquidationen am Terminmarkt und einen schnellen Abbau gehebelter Positionen.
Mehr dazu: Gold- und Silberpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten



Bei Silber haben sich schon so einige die Finger ganz oedentlich verbrannt. Das zur Warnung
So 1980, dann natürlich 2012 und zuletzt nun wieder 2026.
Wer mit Silber spekuliert, solle sich zuerst unbedingt den 30 Jahreschart und mehr gründlich ansehen.
Wer allerdings Silber als Absicherung in physischer Form, also meistens Silbermünzen wie Maple oder Eagle, um die wichtigsten zu nennen, kauft, muss wissen, dass er beim Kauf dem Finanzamt 19% zahlen muss.
Und da 19% von 100 Euro 19 Euro sind und von 16 Euro nur 3 EUR sind, sollte er genau überlegen, wann er Silber kauft. In der Bullenphase zahlt er nämlich mehr ans Finanzamt (überaus sozial), in einer Bärenphase zahlt er weniger, was nicht so sozial ist.
Beim Verkauf so einer Münze bekommt er, wenn er kein Kaufmann mit Vorsteuerabzug ist, diese Steuer natürlich nicht wieder und muss zudem an den Händler noch den sog. Spread bezahlen.
Im allgemeinen macht man damit sicher satte Gewinne, denn die Inflation zwischenzeitlich kommt noch dazu.
Wozu also Silbermünzen ? Nur in einem Fall: Die Notenbanken laufen Amok und erklären alles Bargeld und womöglich auch das Giralgeld für wertlos. Und zwar alle Banken dieser Welt, als auch die FED und die SNB.
Eher unwahrscheinlich, das käme nur in einem totalen Weltkrieg der Supermächte in Frage. Doch der ist weit und breit nicht in Sicht, es sei denn, einer ist Verschwörungsschwurbler von der AFD. Doch die ist in der Minderheit und hat, wenn heute Wahlen wären, doch bloss nur 41 % der Stimmen, also fast keine.
Die Überwiegende Mehrheit der Deutschen glaubt derartiges Geschwurbel ohnehin nicht, besonders, seit es „Omas gegen Rechts“ gibt.
Also rät Maruti ab, vom Silberkauf, und rät es den Chinesen zu überlassen. Mit Sicherheit sind dort die Omas aber auch dagegen.
@Maruti
was schert mich die Steuer oder gar ein FA beim Silberhandel? Heute eine Unze Silber um die 80 Euro kaufen und beim selben Händler für 76 verkaufen, das macht etwa 5% Differenz und ist vollkommen Ok. Nix mit 19% Verlust. Man kann aber auch über 30% Verlust machen, wenn man mit einem großen Goldhaus handelt. Aktuell kostet die Unze da 88,50 EUR und beim Verkauf bekommt man 66 EUR, das sind satte 34%. Augen auf und nicht dem erstbesten Experten hinterherlaufen.
Wer davon ausgeht, Silber „privat“ zu verkaufen kümmert sich nicht um die Steuer. Es gibt einen Bezugspreis, ob der wegen „Spread“, „Aufgeld“, Steuer oder sonstwas zustandekommt ist doch zweitrangig. Das muss ja auch jeder andere zahlen. Wenn ich knapp unter dem „Neubezugspreis“ an privat verkaufe, habe ich das maximale für meine Ware bekommen und der Käufer freut sich, weil er etwas weniger zahlte als den regulären Neupreis.
Vielleicht ist es auch nicht ganz zutreffend, jedem der Silber kauft die Dummheit zu unterstellen, dass er bei den Höchstpreisen machte. Ganz davon abgesehen, dass bei weitem Zeithorizont wahrscheinlich auch 100$ je Silberunze ein Schnäppchen waren.
@Mitleset, @Nivek
Sibermünzen zu 80 Euro kaufen und zu 76 Euro wieder ankaufen, das ist ein sehr fairer Händler. Nur leider kenne ich den nicht;).
Ich nehme jedenfalls die Daten von GR, welcher Ver- und Ankaufspreise ausweist.
Und nein, ich unterstelle niemanen Dummheit, jeder kann doch kaufen was er will und seien es Eintrittspreise von 100 Euro für ein kindisches Fussball Spiel
Aber, es müssen ja welche gewesen sein, die zu Höchstkursen kauften, denn sonst gäbe es ja diese Höchstkurse nicht.
Alles klar ?
Und ja, ich favorisiere ganz klar mit Privatkauf und Verkauf, dann ohne das FA, weil das für mich der wahre Markt ist.
Das heißt nicht, dass ich bei ebay kaufe, aber der Grundgedanke von Ebay war eben der faire Markt des Bietens und Kaufens von 2 Beteiligten.
Und noch was, ich liebe Kritik, auch an mich, nur dann bitte lesen, was ich schrieb und nicht irgendetwas hinein interpretieren, was ich gar nicht schrieb,
So habe ich nirgendo das Wort „ Dummheit“ geschrieben und dier letzte Teil ist, wie deutlich zu erkennen ist, reine Satire. So das mit „Geschwurbel“ und „Omas gegen Rechts.“
Aber die Warnung, vor Rohstoffinvestments und Silberinvestments im speziellen ist real.
Da kann man ganz ordentlich reinfallen, wie es so manche auch mit Palladium erwischte und weitere mit Kupfer erwischen wird, welches angeblich nun das bessere Dilber sein soll. Ja, ist es, aber zum reinfallen.
@Maruti,
beim Maple sind es 77,25 beim Kauf (Anlagegold24). Verkaufen kann man ihn für 76,43 (Dresden.Gold).
Anlagegold gibt 74,25 beim Verkauf.