Donnerstag,28.Oktober 2021
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Soll man jetzt Gold kaufen? (Goldreporter-Kolumne)

Steht der Goldpreis vor einer neuen Rally? In jedem Fall wird die Notwendigkeit Gold zu kaufen, derzeit an den Finanzmärkten unterschätzt.

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Gold kaufen, wenn die Märkte (noch) nicht daran glauben. Geht das Vertrauen in die Währung(shüter) erst einmal verloren, dann ist physisches Edelmetall wieder stark gefragt (Foto: Goldreporter).

Von Jürgen Fröhlich

Warum Gold kaufen?

Die in der Headline gestellte Frage ist ein wenig spekulativ, zugegeben. Und dennoch dürfte sie derzeit viele Anleger und Investoren beschäftigen. Grundsätzlich gilt natürlich: Wer seit Jahren regelmäßig Gold kauft, ohne groß auf den Preis zu achten, macht im Grunde bereits alles richtig.

Dass der Goldpreis im ultraexpansiven geldpolitischen Umfeld und vor dem Hintergrund der makroökonomischen Spannungen allerdings noch nicht oder nicht stärker angestiegen ist, mag viele überraschen. Die Geldschleusen sind trotz stark gestiegener Inflation weiter bis zum Anschlag geöffnet. In China droht das Platzen der Immobilienblase. Die Teuerung hat die Realwirtschaft erreicht. Dabei herrscht in der Industrie auch noch ein Mangel an Produktionsmitteln. Eine große Geldmenge trifft auf ein vielfach verknapptes Warenangebot. Das ist eigentlich Sprengstoff für die Märkte, denn es droht Stagflation. Sprich: Wir erleben eine stark ansteigende Inflation, bei stagnierender Wirtschaftsleistung. Eine ähnliche Entwicklung gab es während der Ölkrise in den 1970er-Jahren.

Kontrollverlust

Heute besteht das Problem darin, dass Zentralbanker und Regierungen deutlich weniger Einfluss auf diese Entwicklung haben. Ihnen droht, die Kontrolle zu entgleiten. Denn der Schuldenstand ist enorm und mit der Corona-Krise weiter gestiegen. Die Zentralbanken haben die Zinsen bereits auf null gesenkt und sie können ihre Geldpolitik nur in bescheidenem Ausmaß straffen, um die Wirtschaft nicht vollends abzuwürgen.

Bislang haben die Märkte noch Vertrauen, dass sich am Ende doch alles von alleine regelt. Allerdings zeugt die jüngste Schwäche an den Börsen davon, dass die Unsicherheit steigt. Und hier kommt das Gold ins Spiel. Das Edelmetall war zuletzt auch deshalb wenig gefragt, weil institutionelle Investoren noch keine Fluchtreflexe in „sichere Häfen“ erkennen ließen. Dies äußert sich häufig zuerst in Kapitalumschichtungen in den Anleihemarkt. Doch die Renditen der vermeintlich sicheren Staatspapiere sind zuletzt weiter gestiegen, was eine rückläufige Nachfrage signalisiert. Die Anleihekurse sind also gefallen. Betrachten Sie dazu auch die Kursentwicklung verschiedener Anlageformen in der Grafik unten.

Gold ist billig

Auf dem aktuellen Niveau scheint Gold aus dieser Perspektive ein klarer Kauf zu sein. Es sei denn, man vertraut weiterhin den „Selbstheilungskräften“ der Märkte und den Tricks der Zentralbank-Illusionisten. Sollte sich aber erst einmal Panik unter den Marktteilnehmer ausbreiten, dann ist auch Gold wieder schnell gefragt. Noch mehr: In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder erlebt, wie schnell das Gold- und Silber-Angebot im Edelmetall-Handel bei stark steigender Nachfrage zusammenschmolz. Das heißt: Wer lieber noch etwas wartet, auf niedriger Preise hofft und erst aktiv wird, wenn es unumgänglich scheint, der könnte mit langem Gesicht vor der fehlenden Warenauslage stehen.

Gold, Goldpreis, Aktien, Vergleich
Kursverlauf verschiedener Vermögenswerte innerhalb der vergangenen zwei Jahre im Vergleich, Stand: 06.10.21 (Quelle: Guidants): Gelb: Apple-Aktie, Blau: Kupferpreis, Rot: Silber, Lila: S&P-500-Aktienindex, Orange: DAX-Aktienindex, Flieder: Goldpreis in USD, Grün: Bund-Future-Anleihekurs.

Die Gefahren sind groß

Aber lassen Sie mich einen Blick weiter voraus werfen. Es besteht weiterhin die Gefahr, dass ein „perfekter Sturm“ aufzieht. Die Problematik einer weltweiten Überschuldung und die offensichtliche Blasenbildung an vielen Assetmärkten besteht ja nicht erst seit gestern. Ich habe in meinen Publikationen immer wieder auf die gesättigte gesamtwirtschaftliche (Binnen-)Nachfrage als Grundproblem hingewiesen. Das heißt, die Grundbedürfnisse der Menschen im industriellen Westen sind weitgehend gedeckt. Alleine mit der eigenen wirtschaftlichen Nachfrage können wir unseren heutigen Wohlstand nicht mehr aufrechterhalten.

Die deutsche Industrie ist abhängig von ausländischen Absatzmärkten, insbesondere von China. Ergo: Wenn unsere Überschuldungs- und Blasen-Ökonomie nun auf noch mit einem China-Kollaps konfrontiert wird, dann können die Dinge schnell in die Gegenrichtung laufen. Das heißt: Aus einer Inflation wird plötzlich eine Deflation, weil nicht mehr das zu geringe Angebot, sondern ein plötzlicher Einbruch der Nachfrage das Problem darstellt. Hinzu kommen dann womöglich große Überkapazitäten bei Herstellern, weil derzeit in allen angespannten Segmenten wie wild die Fertigungskapazitäten ausgebaut werden (Chipfabriken, Automobile, Baustoffe etc.). Und dann trifft plötzlich ein Überangebot auf „tote“ Märkte.

Darum Gold kaufen

Die Dauerinterventionspolitik von Zentralbanken und Regierungen führt auch dazu, dass die Märkte nicht mehr effizient funktionieren. Alles ist manipuliert. Wir stolpern von einer Krise in die nächste. Und damit sind wir wieder beim Gold. Das Edelmetall ist ein wichtiger, wenn nicht der letzte Stabilitätsfaktor in einer aus den Fugen geratenen Finanzwelt. Und Gold profitierte in der Vergangenheit auch in deflationären Phasen (Darum kann der Goldpreis auch in einer Deflation steigen!). Insbesondere dann, wenn die Zinsen ins Negative rutschen und die allgemeine Geldhaltung Geld kostet.

Goldbesitz und Goldpreis

Der Goldpreis mag sich nicht immer so verhalten, wie man es erwarten würde. Der Kurs an den Börsen spiegelt die wahre Knappheit (oder den wahren Überschuss) bei keinem Vermögenswert mehr zuverlässig wider. Am Ende ist es aber das echte Gold, das bleibt, wenn die Kreditblase platzt und Finanzwerte in ganzer Breite abschmieren.

Also kommen wir zu unserer Eingangsfrage zurück. Ja, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Gold zu kaufen. Weil es erstens teurer wird, wenn alle es haben wollen und es zweitens kaum mehr etwas an Goldbarren und Goldmünzen im Handel geben wird, wenn man das Edelmetall am Nötigsten braucht. Ich kann es auch anders formulieren: Die Notwendigkeit Gold zu kaufen, wird an den Finanzmärkten derzeit deutlich unterschätzt. Und auch das spiegelt sich im aktuellen Preis wider.

Goldreporter

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10 KOMMENTARE

  1. Ein großes stück weit hängt es von der persönlichen situation ab, ob man in Gold investieren sollte oder nicht. Das zu investierende Kapital sollte zunächst einmal „“über““ sein, und mindestens länger bzw langfristig gedacht werden. Und natürlich sollte niemals al in gegangen werden, so das es zu notverkäufen kommen kann. Und dann kimmt es auf die Summe an, nicht für jeden machen große barren sinn, und kleine sowiso kaum.
    Ich rate jedem sich „VORHER“ genau zu informieren, so das da nicht etwas zum scheitern verurteilt ist. Und das, bei mehreren quellen

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  3. @oliver
    Absolut richtig und seit Jahren hier immer wieder hier genau so erörtert.
    Gold soll man nur kaufen, wenn man es sich wirklich leisten kann und niemals dabei über einen Verkauf nachdenken.
    Wer spekuliert und auf schnelle Gewinne hofft, durch Notsituationen bei anderen, hat schon verspielt.
    Natürlich soll man beim Kauf auch auf den Zeitpunkt achten, man muss ja nicht gerade exorbitant teuer kaufen, wenn man es früher hätte billiger oder später geringer teuer kaufen könnte oder hätte können.
    Gold ist niemals billig, da widerspreche ich dem GR.
    Es ist eine verdammt teure Investition, egal wann man es kauft. Und deshalb sollte es gut überlegt werden.
    Überstürzt zu kaufen, weil kolportiert
    wird, es könnt bald keines mehr geben, ist auch kein guter Rat.
    Es wird immer Gold geben, man muss sich nur darüber im klaren sein, dass es ein knappes Gut ist ( Dr. Bruno Bandulet).
    Unangenehmer weise kommt noch der Eurokurs mit ins Spiel und macht die Sache noch schwieriger.
    Ich denke, man könnte noch warten, ob sich gegen Jahresende die Preise erniedrigen, weil es gewollt ist, dass da die Aktienkurse haussieren und Gold niedrig stehen soll.

  4. „Der Count Down läuft“:
    Erfahrungsgemäß … ist der Freitagnachmittag fast immer ein guter Zeitpunkt, um Gold
    und Silber zu etwas günstigeren Preisen nachzukaufen.
    Heute Nachmittag erst recht: um 14:30 Uhr werden die September-Zahlen vom
    US-Arbeitsmarkt (außerhalb der Landwirtschaft) veröffentlicht.

    Da alle staatlichen Unterstützungs-Leistungen bei Arbeitslosigkeit wegen Corona in den
    USA am 5. September ausgelaufen sind, rechnet man mit wesentlich mehr neu
    geschaffenen Jobs im September (Konsensus: > 500.000) als im schlechten August-Monat
    (nur 235.000 neue Jobs; erwartet wurden 750.000).

    Die bekannten „Short-Seller“, (die Bullionbanken i.A. der Notenbanken), die auf die Sek. genau
    (und immer zeitgleich) Paletten mit Papiergold-/Papiersilber-Futures vom FED-Balkon werfen,
    dürften sich langsam in Position bringen.

    Ich kann zwar auch nicht in die Zukunft sehen, werde aber vor dem 14:30-Uhr-Termin einige
    meiner Gold-/Silberminen vorher per Tradegate verkaufen und hinterher (mit dem Freitagnachmittag-
    Bonus) wieder billiger zurückkaufen;
    ich gehe mal davon aus, daß der Goldpreis heute zwischen $10,- und $30,- Dollar nachgeben wird.

    Deshalb: ein Hoch auf die „freie Marktwirtschaft“: BTFD. ( dıp ƃuıʞ*nɟ ǝɥʇ ʎnq )
    ᕙ(⇀‸↼‶)ᕗ✌

    • @Klapperschlange

      Der Abverkauf der Minen scheint gestoppt! Ob das schon die Einleitung in die Gegenbewegung ist?

      Ich traue mich noch nicht meine Liquidität aufzulösen! Ich fürchte immer noch einen Ausverkauf wegen den Immos in China!

      • @Stillhalter / Joker

        „Meistens kommt es anders, als man denkt; auch heute wieder…

        Die US-Wirtschaft verzeichnete im September einen mageren Zuwachs
        von nur 194 000 Arbeitsplätzen, den bisher niedrigsten in diesem Jahr
        und weit unter den Prognosen von 500 000.„

        Die Folge: Gold & Silber-Papierfutures springen von den PPT-Paletten
        und nehmen den Aufzug nach oben,- zum Sonnendeck.

        Mein Versuch, meine „Endeavour-Aktien“ zu verkaufen, scheiterte gegen
        14:25 Uhr kläglich daran, daß die Aktie nicht mehr an vielen Börsenplätzen
        gehandelt wird (Tradegate/ Stuttgart/usw.)

        Also habe ich sie behalten, und prompt ist sie nach 14:30 um 1 € gestiegen.
        Meine Versuche, in die Zukunft zu schauen, sind wieder einmal kläglich
        gescheitert.

        @Stillhalter
        Wenn die Evergrand-Immo-Krise eskaliert, werden die Edelmetalle zu Beginn
        auch mit nach unten gerissen, aber sobald die breite Masse „sichere Häfen sucht“,
        werden auch die EM/Minenwerte wieder anziehen, da bin ich mir sicher.

        @Joker
        Und,- ja – das „Taper-Gespenst“ muß wohl wieder in die Flasche zurück.

  5. @Klapperschlange. Verschwörungstheorie ein. Ich denke, viele physische Gold und Silber Anleger verabreden sich weltweit jeweils Freitags, um zwischen 15 und 16 Uhr MEZ ihre Barren und Münzen zu verkaufen. Großbanken und Grosspekulanten würden dazu niemals ihre Papiergold und Silberdepods missbrauchen.

    • @Odin

      Nicht umsonst heißt der Freitag-Event: „Friday 4 Futures !“

      Das sind alles nur Gold-/Silberbarren aus Pappmaché , die da auf
      den Verkaufstresen geworfen werden.
      (▀̿Ĺ̯▀̿ ̿)

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  7. 1. Die Förderung von Lithium ist extrem umweltschädigend. Ist der Politik egal.
    2. Das Kobalt wird im Kongo durch Kinderarbeit gewonnen. Ist der Politik egal.
    3. Es wird viel Silber dabei verbraucht, Recycling findet (lt. Prof. Bocker) nicht oder kaum statt. Das Ganze mit den E-Autos trägt zur baldigen Erschöpfung wichtiger Rohstoffe auf dem Planeten bei.
    https://www.n-tv.de/panorama/Ladender-E-Bus-loeste-wohl-Depot-Grossbrand-aus-article22853190.html?fbclid=IwAR0nWoxJNDyybm-zRES2K3nJ0h5LDwodHdXLdBsa-OusW4uF2Sic7a8M3uk
    Und nun das! Die Technologie ist unsicher. Lithium brennt wie Zunder. Feuerwehren sind überfordert. Weil ich auf die Bosheit, Ignoranz und Dummheit der uns Regierenden setze, welche die E-Autos gegen jede Vernunft durchprügeln und dabei bewährte, ausgereifte Technologien (Kfz mit Verbrennungs-Motoren) in den Müll werfen, setze ich auf Ag statt Au. Eben weil Silber immer mehr die Funktion eines Rohstoffs für die Industrie einnimmt und daher schnell knapp werden wird. Der Versuch eines Edelmetall-Verbots wird bei Silber nicht durchsetzbar sein. Es gibt zu viele, die es brauchen, daher wird sich ein paralleler Schwarzmarkt herausbilden. Fast wie bei der Prohibition (ab 1919 in den USA). Kreischende, hirnlose Brüllaffen hatten sie erst durchgepeitscht und dann bis 1932 aufrecht erhalten. Bis es einfach überhaupt nicht mehr ging. Der Prohibition verdankt die Mafia, daß sie in den USA überhaupt erst richtig aufkam und sich unausrottbar festsetzen konnte. Ähnliche Absurditäten, die ich 1990/91 live miterleben durfte, unter Gorbatschow in der UdSSR. Den Russen das Saufen verbieten wollen – haha! Gestern eine Flasche Ballantine’s und 1 Flasche Teacher’s Highland Cream den Beständen im Keller hinzugefügt. Wer in mein Haus einbricht und den Keller betritt, darf kein Russe sein! Heute 1 Zentner Fallobst zur Mosterei gebracht, dafür 48 Flaschen Apfel-Kirsche-Saftmischung erworben. Die sind zum Verschenken an liebenswerte Menschenkinder gedacht. Falls Janet Yellen keinen Default erklärt und kein Armageddon des Finanzwesens uns überkommt. Der Mensch denkt und Blankfein lenkt. Amen.

    • https://gainspainscapital.com/2021/10/08/when-this-happens-the-u-s-will-be-just-weeks-away-from-a-debt-crisis/
      Ich glaube, ich werde noch Katzenfutter kaufen und horten. Es war übrigens keine Flasche Ballantine’s sondern Kilbeggan gewesen. Ich sollte nicht so viel saufen! Mein kleines weißes Fellknäuel liegt auf dem großen, weichen Sessel auf zwei Kissen und schläft. Ich selber sitze auf einem Stuhl aus Rattan und schreibe. Liebe ist doch das Schönste, was es gibt auf der Welt.
      Away as a Saver
      https://www.youtube.com/watch?v=JQHuJD44Pwk

      Away as a saver, no crib for a bed,
      The little Lord Bullion laid down his sweet head.
      The stars in the bright sky looked down where he lay,
      The little Lord Bullion asleep on the hay.

      The savers are low’ring, the baby awakes.
      But little Lord Bullion, no crying he makes.
      I love you Lord Bullion, look down from the sky.
      And stay by my savings till morning is nigh.

      Be near me Lord Bullion, I ask thee to stay
      Close by me forever, and love me, I pray.
      Bless all the dear savers in thy tender care,
      And take us to heaven to live with thee there.

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