Die türkische Zentralbank meldet für April einen kräftigen Anstieg ihre Goldreserven. Nach dem historischen Einbruch im März legten die Bestände um fast 39 Tonnen zu. Was steckt dahinter?

Goldreserven steigen wieder deutlich
Die türkische Zentralbank hat ihre offiziellen Goldreserven im April wieder deutlich erhöht. Laut aktuellen Daten stiegen die Bestände gegenüber dem Vormonat um 38,63 Tonnen auf nun 732,11 Tonnen Gold.
Die Türkei bucht Teile der Reserven nach den massiven März-Abflüssen zurück. Ergebnis von kurzfristigen Verleihgeschäften?
Auch in Unzen gerechnet zeigte sich eine klare Erholung. Die Goldreserven stiegen von 22,296 auf 23,538 Millionen Unzen. Gleichzeitig legte der Wert der Bestände um 7 Prozent auf 108,8 Milliarden US-Dollar zu.

Goldanteil an Reserven sinkt leicht
Trotz des Wiederaufbaus verringerte sich der Goldanteil an den gesamten Währungsreserven leicht. Dieser sank von 67 Prozent auf 65,8 Prozent. Denn die gesamten Reserven der Türkei erhöhten sich noch stärker auf 165,5 Milliarden US-Dollar.
Im März hatte die Türkei ihre Goldreserven massiv reduziert. Hintergrund waren umfangreiche Maßnahmen zur Stabilisierung der Lira sowie zusätzliche Dollar-Liquidität. Laut Berichten waren Goldverkäufe und Goldverleihgeschäfte eingesetzt worden. Der jüngste Wiederanstieg könnte eine Rückbuchung von kurzfristig verliehenem Gold darstellen.
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Bestände weiter unter Jahresanfang
Trotz der April-Zugänge liegen die türkischen Goldreserven weiterhin klar unter dem Niveau zum Jahresanfang. Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang laut Zentralbankdaten auf rund 85 Tonnen beziehungsweise gut 10 Prozent.
Auch gegenüber dem Vorjahr bleiben die Bestände niedriger. Im Jahresvergleich gingen die Goldreserven um rund 39 Tonnen zurück.
Signalwirkung für den Goldmarkt?
Die Entwicklung zeigt erneut, dass Zentralbanken ihre Goldbestände in Krisenzeiten flexibel einsetzen können. Gold dient dabei nicht nur als strategische Reserve, sondern zunehmend auch als Liquiditätsquelle zur Stabilisierung der Finanzmärkte und Währungen.
Bleibt die Frage, was geschieht mit den vielen Tonnen an türkischem Gold, die Geschäftspartner geliehen haben? Ein sofortiger Goldverkauf am Markt und eine alternative Erlösverwendung (Gold Carry Trade) erscheint denkbar. Das kann kurzfristig den Goldpreis belasten.

Gleichzeitig bleibt die Türkei trotz der jüngsten Schwankungen einer der größten offiziellen Goldhalter weltweit. Die weitere Entwicklung dürfte daher auch international aufmerksam beobachtet werden.
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Der normale Irrsinn schön in Bildchen: Erst leihen, dann verkaufen (was ich mit allen anderen Gütern nicht machen dürfte, ich bin ja nicht Eigentümer), Erlös verwenden und hoffen, dass man bei Fälligkeit die „geliehene“ Menge wieder auftreibt und „zurückgibt“.
Verlässt das Gold beim Verleihen den Tresor? Muss es ja fast, sonst verkaufe ich (als Leihender) ja nur die „Verleihscheine“ weiter.
Nach meinem Verständnis bedeutet „geliehen“, dass das selbe Gut zurückgegeben wird, die selbe Münze, der selbe Barren. Schwierig, wenn nach dem Leihen verkauft wird.
Bekomme ich nur das gleiche zurück, ist es kein Leihen, denn ich bekomme nicht mein Gut zurück (nur etwas gleichwertiges, gleichartiges, …).
Wie viel Gold der Zentralbanken ist denn verliehen, und an wen? Nicht nur in USA (da ist es doch offen kommuniziert, dass nicht zu sagen ist, wie viele Rechte Dritter auf den vorhandenen Goldreserven liegen; wenn sie denn da / vollständig sind). Aber auch bei den anderen großen Haltern die schon länger wirtschaftlich kämpfen, z.B. Türkei und Italien, eine interessante Frage.
@Mitleser
Das verliehene Gold (wenn es denn überhaupt existieren sollte, siehe USA) verläßt natürlich nicht den Tresor.
Reines Papiergeschäft.
Der Knüller: das Gold darf auch gleichzeitig mehrfach verliehen werden.
Da gibt es eine Menge Zettelchen.
Buffett: Wenn die Ebbe kommt. sieht man, wer ohne Badehose….