Die Goldreserven der Türkei sind im Mai erneut gesunken. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Rückgang nun auf mehr als 87 Tonnen.

Goldreserven der Türkei wieder rückläufig
Die türkische Zentralbank hat ihre offiziellen Goldreserven im Mai erneut reduziert. Laut aktuellen Daten sanken die Bestände gegenüber dem Vormonat um 2,24 Tonnen auf nun 729,87 Tonnen Gold.
Das bedeutet, die Goldbestände verringerten sich von 23,538 auf 23,466 Millionen Unzen. Der Marktwert der Reserven sank gleichzeitig um 2,7 Prozent auf 105,99 Milliarden US-Dollar.
Die Türkei setzt damit die seit Jahresbeginn zu beobachtende Abwärtsbewegung fort. Nach dem kräftigen Wiederanstieg im April fiel der Bestand nun wieder leicht zurück.
Goldanteil an den Reserven steigt
Trotz des Rückgangs bei den Goldbeständen erhöhte sich der Goldanteil an den gesamten Währungsreserven. Dieser stieg von 65 Prozent auf 66 Prozent.
Der Grund: Die gesamten internationalen Reserven der Türkei gingen noch stärker zurück. Sie sanken von 165,48 Milliarden US-Dollar auf 159,23 Milliarden US-Dollar. Damit verringerte sich das Reservevolumen innerhalb eines Monats um knapp 3,8 Prozent.
Deutlicher Rückgang seit Jahresbeginn
Seit Jahresbeginn haben sich die türkischen Goldreserven um 87,15 Tonnen beziehungsweise 11 Prozent reduziert. In Unzen gerechnet beträgt das Minus 2,80 Millionen Unzen.
Der Wert der Goldbestände sank seit Jahresbeginn um rund 12 Prozent. Die gesamten Währungsreserven gingen im gleichen Zeitraum um mehr als 45 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 22 Prozent zurück.
Vorjahresvergleich fällt gemischt aus
Im Vergleich zum Mai 2025 liegen die Goldreserven mengenmäßig weiterhin deutlich höher. Der Bestand erhöhte sich binnen eines Jahres um 55,52 Tonnen beziehungsweise 8,2 Prozent.
Allerdings fiel der Goldwert gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent. Die gesamten Währungsreserven der Türkei lagen dagegen um knapp 4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Bedeutung für den Goldmarkt
Die Entwicklung unterstreicht erneut die besondere Rolle der türkischen Goldreserven. Bereits in den vergangenen Monaten hatten Beobachter darauf hingewiesen, dass die Zentralbank Goldbestände flexibel zur Liquiditätssteuerung und Stabilisierung der Landeswährung einsetzen könnte.
Ob die jüngsten Bestandsveränderungen auf tatsächliche Goldverkäufe oder weiterhin auf kurzfristige Verleihgeschäfte zurückzuführen sind, lässt sich anhand der veröffentlichten Daten nicht eindeutig erkennen. Die Türkei bleibt dennoch einer der größten offiziellen Goldhalter weltweit. Entsprechend wird die weitere Entwicklung auch am internationalen Goldmarkt aufmerksam verfolgt.
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